Pritzker Preis 2016

Alejandro Aravena erhält höchste Auszeichnung für Architektur

Der Chilene Alejandro Aravena verbindet hochwertige Architektur mit sozialem und ökologischen Engagement. Dafür wurde er mit dem Pritzker Preis, dem Oscar der Architektur ausgezeichnet. Fotos: 2016 The Hyatt Foundation/The Pritzker Architecture Prize

Der Chilene Alejandro Aravena wurde am 4. April mit dem Pritzker-Preis 2016 in New York ausgezeichnet. "Seine Architektur habe das listige Bestreben bei privaten Aufträgen auch die Öffentlichkeit mitzudenken und sie verkörpere so die Wiederbelebung einer mehr sozial engagierten Architektur" lautete das Urteil der Jury. Ausschlaggebend waren Aravenas architektonische Spitzenleistungen für den privaten und öffentlichen Bau im In- und Ausland. "Seine Skala reicht vom Einfamilienhaus und Kinderspielplätzen bis hin zu großen institutionellen Gebäuden. Er versteht es, Materialien und Konstruktionen zu entwickeln, die die Poesie und die Kraft der Architektur deutlich machen und versteht es, diese auch zu kommunizieren", heißt es weiter in der Begründung. Der Vorsitzende der Jury des Pritzker-Preises, Lord Peter Palumbo, sagte, dass sie beim Besuch seiner Projekte vom Gefühl des Staunens überwältigt wurden. Sie glauben, dass er nicht nur große Architektur geschaffen habe, sondern, dass das Beste noch kommen werde. Der Pritzker-Preis wurde 1979 von dem bereits verstorbenen Jay A. Pritzker und seiner Frau Cindy gegründet und gilt weltweit als renommiertester Architekturpreis. Er ist mit 100 000 US-Dollar dotiert.

Aravena schuf unter anderem bemerkenswerte Gebäude an der angesehenen Universidad Católica de Chile in Santiago sowie das UC Innovation Center - Anacleto Angelini (2014), die Siamese Towers (2005) sowie weitere Hochschulgebäude für Medizin, (2004), Architektur (2004), und Mathematik (1999). Diese energieeffizienten Gebäude mit innovativen, effizienten Fassaden und Grundrissen bieten den Besuchern auf das lokale Klima abgestimmte und mit viel Tageslicht ausgestattete gesellige Treffpunkte. Derzeit ist in Shanghai, China, ein Bürogebäude für das Healthcare-Unternehmen Novartis im Bau, in dem Büroräume für unterschiedlich Arbeitsweisen integriert werden. In den Vereinigten Staaten baute Aravena 2008 das Hauptgebäude der St. Edwards Universität in Austin, Texas und vieles mehr.

Auch ein Kinderspielplatz findet sich unter den Projekten des Pritzker Preisträgers Alejandro Aravena. Foto: 2016 The Hyatt Foundation/The Pritzker Architecture Prize

Der 48-jährige Aravena ist der 41. Preisträger und der vierte aus Lateinamerika, nach Luis Barragán (1980), Oscar Niemeyer (1988), und Paulo Mendes da Rocha (2006). "Die Jury hat einen Architekten ausgewählt hat, der unser Verständnis für Design vertieft. Alejandro Aravena stellt sich den wichtigsten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Er gibt den weniger Privilegierten eine wirtschaftliche Chance, mildert die Auswirkungen von Naturkatastrophen, reduziert Energieverbrauch und bietet einladenden öffentlichen Raum. Innovativ und inspirierend zeigt er, wie Architektur auf höchstem Niveau das Leben der Menschen verbessern kann", lobte Tom Pritzker, Sohn des Preisgründers.

Seit 2001 ist Aravena Geschäftsführer von Elemental, das in Santiago in Chile ansässig ist. Elemental konzentriert sich auf Projekte von öffentlichem Interesse und mit sozialer Auswirkung, etwa Wohnungsbau, öffentlicher Raum, Infrastruktur und Transport. Die Firma hat unter anderem 2500 Einheiten Sozialwohnungen entworfen. Die Unternehmensphilosophie liegt in einem partizipativen Gestaltungsprozess, bei dem die öffentliche Hand und die Nutzer eng mit einbezogen werden.

Aravena reagierte per E-Mail auf die Auszeichnung: "Wir sind zutiefst dankbar. Keine Leistung ist individuell. Architektur ist eine kollektive Disziplin. So denken wir mit Dankbarkeit an alle Menschen, die unserer Arbeit zu einer großen Vielfalt verholfen haben. Prestige, Reichweite und Gewicht des Preises sind so groß, dass wir hieraus eine Dynamik für neue Arbeitsgebiete erhoffen".

Alejandro Aravena ist auch der Direktor der Architekturbiennale Venedig 2016 mit dem Titel "Bericht von der Front", die Ende Mai eröffnet wird. mk

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 05/2016 .

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