Halbzeit bei den Gartenschauen

Das gute Wetter bescherte zumeist positive Besucherbilanzen

Trotz starker Hitze und Trockenheit im Juli und August konnte die bayrische Gartenschau "Natur in Alzenau" bis zu ihrem Abschluss am 16. August immerhin 270 000 Gartenliebhaber anlocken. Foto: Natur in Alzenau 2015

Die Besucherzahlen der fünf Landesgartenschauen stimmen die Veranstalter positiv. Die Gartenschau Mühlacker hat ihr anvisiertes Ziel schon zur Halbzeit erreicht. Auch Oelsnitz und Landau könnten ihre eigenen Prognosen noch übertreffen. Schmalkalden lag Mitte Juli zwar noch hinter den eigenen Erwartungen, setzte aber noch zuversichtlich auf die für August und September geplanten Events. Nur im bayrischen Alzenau, das schon am 16. August ihren Abschluss feierte, hatten Hitze und Trockenheit die Besucherzahlen einknicken lassen.

Mühlacker erreicht Ziel schon zur Halbzeit

Die Halbzeitergebnisse der Gartenschau Enzgärten 2015 in Mühlacker übertraf die Erwartungen der Veranstalter bei Weitem. Mit den rund 250 000 Besuchern hatte die Stadt eigentlich als Gesamtergebnis gerechnet. "Wir sind mehr als zufrieden", freute sich Oberbürgermeister Frank Schneider. "Die Resonanz ist äußerst positiv, und als besonderen Erfolg verbuchen wir, dass wir alle Altersgruppen erreichen." In die Gestaltung des rund zehn Hektar großen Geländes entlang der renaturierten Enz hat die Stadt Mühlacker mehr als zehn Millionen Euro investiert. Vor allem viele Familien lockten die Schaugärten der Landschaftsgärtner, die Wasserfloristik auf der Stillen Enz, die Bürgerprojekte und Beiträge der Schulen und Kindergärten sowie das von der Bürgerstiftung Mühlacker gespendete Forum. Außerdem erwies sich das Veranstaltungsprogramm als Besuchermagnet.

Auch die Landesgartenschau Landau liegt mit ihrem Zwischenergebnis von 432 000 Besuchern weit über den eigenen Erwartungen. Ihr anvisiertes Ziel von mindestens 600 000 Besuchern rückt damit in greifbare Nähe. Auffällig sei, laut den Veranstaltern, der große Zuspruch aus der Region, der sich unter anderem in über 19 000 verkauften Dauerkarten widerspiegelt. Matthias Schmauder und Karin Bommersheim von der Landesgartenschau-Geschäftsleitung stellten mit Blick auf die Sommerferien fest: "Wir sind die Alternative für alle Daheimgebliebenen." Zu den gärtnerischen Hauptattraktionen der Landesgartenschau gehören die 18 Hallenschauen und die zehn Themengärten. Im 1000 Quadratmeter großen Dahlienlabyrinth erlebten die Besucher mehr als 200 unterschiedliche Sorten. Die Konzerte von den Dicken Kindern, der Münchener Freiheit und Elaiza sowie die Aufführung von Carmina Burana zogen jeweils mehrere tausend Zuschauer in ihren Bann. Zahlreiche, über das gesamte Gelände verteilte Spielanlagen bieten Kindern zusätzlich Unterhaltung.

Oelsnitz lockt Besucher aus Nachbarländern

"Mit durchschnittlich 2350 Gästen am Tag sind wir mehr als zufrieden und sehen uns in unserem Konzept der Umgestaltung des alten Güter- und Verladebahnhofes zu einer blühenden Gartenlandschaft bestätigt", zeigte sich Bernd Birkigt, Geschäftsführer der Landesgartenschau im erzgebirgischen Oelsnitz, sehr zufrieden mit den Halbzeitergebnis. Die knapp 200 000 Besucher kamen aus Sachsen, Bayern, Thüringen, Sachsen-Anhalt und auch aus Tschechien. Für die Landesgartenschau in Oelsnitz wurden rund 15 Hektar Grün- und Naherholungsflächen geschaffen. Die Gesamtinvestitionen betragen rund 14 Millionen Euro. Besucherstärkste Tage waren die Mai-Feiertage mit rund 5000 Besuchern an Himmelfahrt und 15 000 an Pfingsten. Mit jeweils 1000 Besuchern waren die Aufführung des "Traumzauberbaums" mit dem Reinhard-Lakomy-Ensemble und der Auftritt der Bundeswehr-Big-Band die bestbesuchten Veranstaltungen. Beliebte Plätze sind das Gradierwerk, der Kinderspielplatz mit Murmelbahn und Wasserspielgeräten und die Blumenhalle. Die Veranstalter rechnen fest damit, bis zum Ende der Gartenschau am 11. Oktober, die angepeilten 300 000 Besucher zu verzeichnen.

Mit 150 000 Gästen registriert die Landesgartenschau "GartenZeitReise" in Schmalkalden nach 82 Öffnungstagen weniger Andrang als erwartet. "Die Besucherzahlen könnten natürlich noch etwas besser sein", gestand Geschäftsführerin Marina Heldt. Die Planungen sahen zur Halbzeit etwa 175 000 Besucher vor. Die enorme Hitze in Thüringen zu Beginn des Sommers hatte die Besucherzahlen negativ beeinflusst. Dennoch betonte Heldt: "Insgesamt sind wir mit der Schau sehr zufrieden. Die Besucher sind begeistert", denn für die Bürger sei die Landesgartenschau ein Gewinn. Drei ehemalige Industriebrachen konnten für das Gartenfestival saniert werden und Schloss Wilhelmsburg erhielt den Terrassengarten zurück. Rund 30 Millionen Euro vom Freistaat Thüringen, dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung (EFRE-Europa), der Stadt selbst und dem Landkreises Schmalkalden-Meiningen sowie der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten wurden dafür aufgewendet. Bis zum 4. Oktober hofft Schmalkalden 350 000 Besucher anzuziehen.

Alzenau schließt mit Minus

Auch das bayrische Alzenau lag mit 140 300 Gästen bis zur Halbzeit nicht ganz auf Kurs. Wie die Geschäftsstelle meldete, haben Hitze und Trockenheit auch dort die Zahlen einknicken lassen. Die erhofften 300 000 Besucher konnten nicht erreicht werden. Bis zum Abschluss am 16. August zählte die "Natur in Alzenau" 270 000 Schaulustige. Darüber zeigte sich Geschäftsführer Michael Neumann zuletzt doch noch erfreut: "Ein wunderbarer Gartenschausommer geht zu Ende." Ein Publikumserfolg war der "Tag der hessischen Chöre" mit rund 6000 Besuchern. Das Gelände, ein zweiteiliger Park, der aus einer Industriebrache entstand und mit 500 Bäumen, Sträuchern sowie 17 000 Sommerblumen bepflanzt worden war, steht den Bürgern nun kostenlos als Parkanlage zur Verfügung. Britta Seifert

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 09/2015 .

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