KOMMENTAR

Die Chance nutzen!

Heiner Baumgarten, ehemals GALK-Präsident und Vorsitzender vom GALK-Arbeitskreis Stadtplanung. Foto: igs hamburg

Ein geplanter Höhenflug wurde geerdet. Mit dem Volksentscheid haben sich die Berliner Bürger für einen vollständigen Erhalt des Tempelhofer Feldes als unbebauten Freiraum ausgesprochen und damit nicht nur einer Bebauung, sondern auch einem gestylten Park mit einer Mehrheit von 65 Prozent eine Absage erteilt.

Großartige Landschaftsarchitektur für einen Park mit Internationaler Gartenausstellung (IGA) in 2017 oder Stadtentwicklung mit Wohnen und Arbeiten scheinen gegen das Erobern und Gestalten einer großen Grünfläche, die in der Geschichte und den Herzen der Berliner/-innen einen hohen Stellenwert besitzt, nicht bestehen zu können. Nach der Öffnung des Tempelhofer Felds vor einigen Jahren als "Geschenk" an die Bevölkerung hat die Entwicklung durch seine realen Nutzer in den letzten Jahren das Gelände geprägt - ein "Bürgerpark von unten" ist so gewachsen, den nun die Mehrheit in seiner Vielgestaltigkeit, Flexibilität und Größe nicht mehr missen möchte.

Politik und Planung sollten dieses Ergebnis nicht als Niederlage empfinden - auch wenn über Jahre andere Ziele verfolgt wurden. In diesem Ergebnis steckt eine große Chance für eine demokratische Stadtentwicklung gemeinsam mit Bürgern, wenn der Dialog weitergeführt wird und Ziele gemeinsam justiert werden. Berlin hat die Chance einen modernen Bürgerpark zu entwickeln, der einer in den letzten Jahren stetig wachsenden Bedeutung von grünen Freiräumen in Großstädten Rechnung trägt und wegweisend für Parks im 21. Jahrhundert sein kann. Es gilt, diese Chance aktiv zu nutzen. Heiner Baumgarten

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 07/2014 .

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