Hand in Hand – Gartenkultur als öffentlich-private Aufgabe

Gartenkultur durch Bürgermitwirkung in Fulda

Besonders beliebt: die Privatgärten, Tag der Offenen Gärten Stadtregion Fulda. Foto: Yvonne Winter

Gartenkultur hat in Fulda eine lange Tradition: waren zu früheren Zeiten die Klostergärten, später die Gärten der Fürstäbte, Fürstbischöfe und adeligen Hofbeamten für die Gartenkultur prägend, so ist es heute ein lebendiges Garten-Netzwerk, das die Gartenkultur ausmacht und das Lebensgefühl der Stadtregion entscheidend mitprägt.

Von Anfang an sind neben dem Hauptkloster in Fulda auch die Nebenklöster und ihre jeweiligen Gartenanlagen von Bedeutung. Aus diesen Anlagen und ihren Nachfolgenutzungen entstand eine "Klosterlandschaft". Dazu gehören auch die Propstei in Fulda-Johannesberg und das ehemalige Jagdschloss in Eichenzell-Fasanerie, zwei größere Anlagen, bei denen auch die Gärten von Anfang an eine repräsentative Bedeutung besaßen. Genau diese Gärten bilden zusammen mit dem Schlossgarten in Fulda heute das Rückgrat eines Garten-Netzwerkes, das vor allem durch die erste Hessische Landesgartenschau 1994 erweitert und dadurch neu ins Blickfeld der Bürger und Besucher rückte. Die Landesgartenschau hatte Impulsfunktion: seitdem hat sich das Gartennetzwerk weiterentwickelt, neue Gärten, neue Gestaltungsaspekte und neue Aufgaben kamen hinzu. So rückten etwa auch Kleingartenanlagen als Orte von "social gardening" stärker ins Bewusstsein…

Bunt, lebendig und immer wieder anders: Führungen, Konzerte, Begegnungen oder Blütenkompositionen in Gärten und Parks der Stadtregion. Foto: Yvonne Winter

Bunt, lebendig und immer wieder anders: Führungen, Konzerte, Begegnungen oder Blütenkompositionen in Gärten und Parks der Stadtregion. Foto: Yvonne Winter

„Tanz der Elemente“ mit den Gymnastikstudentinnen der Loheland Akademie, Choreographie für den Grezzbachpark in Künzell 2009. Foto: Alexander Sust

Gärten als Bühne für regionale Akteure: hier ein Projekt mit der Hotelfachschule der Eduard-Stieler-Schule Fulda im Schlossgarten Fulda. Foto: Yvonne Winter

Idee und Entstehung

Mit den Umgestaltungen und Aktionen der Landesgartenschau (LGS) 1994 hatte sich Fulda gut positioniert, weiterhin in öffentliches Grün investiert und ebenso in die Partnerschaften mit Trägern weiterer Grünflächen:

Fulda hat sich damit im Jahr 1999 beim internationalen Blumenschmuckwettbewerb "Entente Florale" beworben und gewonnen! Dabei war die internationale Jury nicht nur vom großartigen Blumenschmuck der Stadt angetan, auch von der engagierten Präsentation, der Mitwirkung vieler Gruppen und Akteure und den guten Beispielen des "social gardenings", wofür Fulda Sonderpunkte und insgesamt "Gold" erhielt.

Ab 2002 engagierte sich die Stadt zusammen mit Bürgern, Institutionen und der Deutschen Gartenbaugesellschaft 1848 e. V. weiter für die Gartenkultur: Durch neue Ideen und Innovation in der Kooperation entsteht der 1. Deutsche Gartenkulturpfad. Das Netz von Parks, Grünflächen und Gärten in Fulda hatte einen Namen bekommen!

Gärten in Fulda öffnen sich - der Garten-kulturpfad lädt ein/Garten öffne Dich…

Durch die Kooperation verschiedener Institutionen, Akteure und Privatleute mit der Stadt und die Einbeziehung bislang verschlossener, kirchlicher und privater Gärten werden bestehende Angebote vernetzt und als stimmiges Angebot zusammengefasst. Anfangs gibt es 15 unterschiedlich geprägte Stationen, die Besucher ohne Voranmeldung besuchen und selber frei kombinieren können - ohne feste Route, sondern als "Pfad". Die möglichst ganzjährige Öffnung und Zugänglichkeit der Gärten machen das Angebot auch touristisch interessant.

Ab 2003 werden übers Jahr verteilt zusätzliche Führungen und kleinere Veranstaltungen in den Gartenkultur-Stationen angeboten, die Leben in den Gartenkulturpfad bringen. Bei allen Aktivitäten wird stets die besondere Poesie der Orte berücksichtigt und mit sensibel ausgewählten Akteuren und passenden künstlerischen Angeboten zusammengebracht.

Damit wird ein weiteres Ziel des Gartenkulturpfades mit Leben gefüllt: die Schaffung von Orten und lebendigen Plattformen zu Kommunikation und Austausch. So verstärkt sich die Identifikation mit Orten und beteiligten Akteuren. Es wächst eine Verbindung zwischen öffentlichem und privatem Aktionsfeld und es bildet sich ein Kreis interessierter Gartenfreunde heraus. Möglich wird dieses über die fachübergreifende Entwicklungs- und Koordinierungsarbeit einer befristeten Projektstelle bei der Stadt Fulda, die auch in Kooperation mit dem Tourismus-und Kongressmanagement die Gartenkultur als wichtigen Bestandteil in Stadtführungen und touristischen Angeboten platziert.

Insgesamt können in dieser Zeit wichtige Impulse gesetzt werden, die Fuldaer Gartenkultur als umfassendes, integratives Thema der Stadtkultur zu etablieren und gezielt für Imagebildung und Marketing umzusetzen.

Eindrucksvoll dokumentieren die qualitätsvollen Plakate der Jahre 2011 bis 2015 die Veranstaltungen und ihre botanischen, künstlerischen wie soziokulturellen Aspekte. Grafik: Frostkeimer Design Fulda, Montage Yvonne Winter

Der Wandel des Konzeptes

Ab 2006 wurde der Gartenkulturpfad als Infrastruktur im öffentlichen Raum im Rahmen der Konsolidierungspolitik der Stadt Fulda stillgelegt und nicht mehr weiterentwickelt. An den Stationen wurden beispielweise Infoschilder nicht mehr ersetzt, einige Stationen werden aufgegeben, so etwa beim Fortgang von Lehrern, die sich um Schulgärten gekümmert hatten. Der Katalog wurde nicht neu aufgelegt.

Aufgrund des rege bestehenden Interesses der Akteure, Bürger und Gartenfreunde konnte sich jedoch ab 2006 der "Tag der Offenen Gärten" als Veranstaltungsreihe in der Stadtregion etablieren. Das ursprüngliche Konzept des Gartenkulturpfades umfasste im Kern 15 Stationen mit festen Öffnungszeiten und ganzjähriger Zugänglichkeit. Weitere Aktivitäten und entsprechende Marketingmaßnahmen waren zwar vorgesehen, dennoch standen die Gärten mit Beschilderung als infrastrukturelle Einrichtungen stärker im Vordergrund als die informelle Ebene der Veranstaltungen und Events.

Schon während des dreijährigen "Betreibens" des Gartenkulturpfades wurde jedoch deutlich, dass erst zusätzliche Veranstaltungen, Führungen und Aktionen die gewünschte Lebendigkeit und Besucherfrequenz erzielten. Dabei kristallisierten sich als Erfolgsfaktoren die geschickte Verbindung aktueller Themen mit passenden Orten und Akteuren heraus. Und das Wetter spielte eine zunehmend große Rolle. Deswegen wurden bei der Auswahl der Veranstaltungsorte die potenziellen Regenausweichorte immer wichtiger.

Das neue Konzept "Tag der Offenen Gärten" war eine Antwort auf die Stilllegung des Gartenkulturpfades und konzentrierte sich verstärkt auf Veranstaltungen in unterschiedlichen, nicht explizit ausgewiesenen oder ausgestatteten Gärten, Parks und neuen Orten - wie etwa Naherholungsflächen oder temporäre Orte. Damit erhöhte sich die Flexibilität, auch kleinere Grünflächen oder besondere Blühaspekte zu berücksichtigen, etwa bei der Einweihung des nur 380 Quadratmeter großen "Irisgartens" an der alten Stadtmauer in Fulda oder bei Rosenführungen. Auch Neuanlagen oder fertiggestellte Umgestaltungen in Parks und Grünflächen können so im Rahmen der Offenen Gärten öffentlichkeitswirksam präsentiert werden. Von Nachteil ist, dass für Infrastruktur wie Catering und Toiletten jeweils individuelle Lösungen gefunden werden müssen.

Gezielte Zusammenarbeit mit den angrenzenden Gemeinden

Als wichtiger Erfolgsfaktor ist seit 2006 das stärkere Zusammenwirken der ganzen Stadtregion, also der Stadt Fulda mit den Nachbargemeinden Eichenzell, Künzell und Petersberg zu nennen. Im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe begegnen sich hier vier Kommunen in freundschaftlicher Weise. Unterschiede in der Intensität der Mitwirkung der einzelnen Jahre ergeben sich teils über Inhalte oder durch zur Verfügung stehende und zum Thema passende Örtlichkeiten.

Eine Teilfinanzierung des Kulturprogrammes wird über die Mitwirkung von Sponsoren aus der Stadtregion ermöglicht, gleichzeitig ist die Kooperation mit Sponsoren wichtiger Bestandteil der inhaltlichen Arbeit und der Kommunikationsstrategie. Genauso wichtig ist die Etablierung des "Tags der Offenen Gärten" als Plattform und Bühne für regionale Künstler und Musiker, die Veranstaltungen bereichern. Auch Auszubildende der Bereiche Gartenbau oder Hotelfach, Tänzerinnen und Tanzschulklassen oder Musikschüler können sich präsentieren.

Die Schätze

Der Fundus für Veranstaltungsorte in der Stadtregion ist breit und gleicht bildlich ausgedrückt einer Schatztruhe: So gibt es naturnahe Orte für Mensch, Flora und sowohl Fauna in der Stadt und am Stadtrand als auch die Bachtäler, die die angrenzenden Gemeinden Eichenzell, Künzell und Petersberg über Zuflüsse zur Fulda verbinden. Außerdem die vielen "grünen Inseln" auf dem Stadtplan: Spiel- und Sportplätze, Kleingärten und Friedhöfe, Promenaden und Wege und natürlich die Parks und kleinere Grünanlagen in den Stadtteilen und in der Kernstadt. Diese Schätze gilt es neu zu entdecken und für die Bevölkerung positiv sichtbar zu machen.

Im Wechsel werden alle zwei Jahre neben öffentlichen Flächen auch Privatgärten präsentiert, die jeweils ein besonderes Highlight darstellen und ein hohes Besucherinteresse verbuchen können. Von interessierten Bauherren, die Anregungen für ihre Gartengestaltung suchen über Gartenfreunde mit ästhetischem oder botanischem Interesse bis zu allgemein Kulturinteressierten: die Offenen Gärten werden von den Besuchern regelrecht erwartet. Für die mitwirkenden Gartenbesitzer ist die Öffnung manchmal auch Ansporn, ein noch unfertiges Gestaltungselement endlich fertigzustellen, obwohl das keine ausgesprochene Voraussetzung ist, denn ein Garten ist ja niemals "fertig". Aus diesem Grunde werden gerne auch Gärten in der Umgestaltung und ab und an sogar Baustellen oder Neuanlagen präsentiert.

Vorteil dieser "Schatztruhe" ist sicherlich die Vielfalt der Gärten und Parks und damit auch die Vielzahl der damit verbunden Akteure und Interessierten. Ein Nachteil der wechselnden Orte ist jedoch das Ausbleiben des genauen "Wiederholungseffektes". Deswegen ist der Aufbau der Offenen Gärten als "Marke" mit einheitlich wahrnehmbarem Werbematerial und der jährlichen Kontinuität sehr wichtig.

Besonders anziehend: Sonderführungen im Landschaftspark von Schloss Fasanerie. Eichenzell-Fasanerie, 2014. Foto: Yvonne Winter

Tag der Offenen Gärten mit Sonnengesang des Hl. Franziskus im Nutzgarten der Franziskaner, Kloster Frauenberg Fulda, 2014. Foto: Yvonne Winter

Die Privatgärten erfreuen sich beim Tag der Offenen Gärten Stadtregion Fulda großer Beliebtheit. Foto: Yvonne Winter

Wenn Klänge die Poesie der Orte noch steigern: Kammerorchester der Jugend im Domdechaneigarten mit seinen herrlichen alten Rosen, Fulda, 2015. Foto: Yvonne Winter

Bedeutung von Motto und Marketing

Seit 2011 wird konsequent mit einem sensiblen, kreativen Design gearbeitet, das sich stringent jedes Jahr fortsetzt. Die Wiedererkennbarkeit in allen Medien, vom Flyer, Plakaten und Großflächenplakaten bis hin zur Internetpräsenz geben der Veranstaltungsreihe einen adäquaten Rahmen.

Das Motto und die darauf abgestimmte Motivauswahl lenken das Interesse des Betrachters bereits im Vorfeld zu einem besonderen Aspekt der Gartenkultur, zum Beispiel zu Duft und Farbe oder Licht und Schatten.

Die Grafik der Broschüren und Plakate ist so gewählt, dass über die visuelle Ebene durch prägnante Keyvisuals gezielt Emotionen angesprochen werden, die mit Gärten, Gartenkultur oder dem Spezialthema assoziiert und der Zielgruppe gerecht werden können.

Durch die Arbeit mit einem Motto können sowohl konkrete Themen und Aspekte der Gartenkultur als auch inhaltlich fokussierte Verknüpfungen mit Kooperationspartnern und Förderern herausgearbeitet werden. In den letzten Jahren waren dies konkret:

  • Duft & Farbe
  • Gärten für Generationen
  • Licht & Schatten
  • Gärten für Leib und Seele
  • Gartenschätze

Somit erweist sich auch in der Stadtregion Fulda Marketing … "als Instrument der zielgruppenorientierten Werbung für die eigenen Parkanlagen als auch zur Positionierung einer lebenswerten, weil grünen Stadt von Bedeutung", (Eßer, S.: Mit Marketing für das Stadtgrün Anziehungskraft erzeugen, in: Stadt + Grün 11/ 2014).

Kooperationspartner

Der "Tag der Offenen Gärten" ist eine Veranstaltungsreihe im Non-Profit-Sektor. Die Nutzung von Gärten und Parks im öffentlichen Raum ermöglicht daher Kombinationen aus

  • Mitwirkung regionaler Künstlerinnen und Künstler
  • Bühne und Plattform für Schülerinnen und Schüler
  • Bühne für heranwachsende Künstler
  • Engagement professioneller Künstler
  • Incentiveangebote in besonderen Gärten und im Eventkontext
  • Inszenierung besonderer Gartenkulturaspekte
  • Engagement bekannter Personen der Gartenkultur (wie Autoren, Fernsehmoderatoren)
  • Öffentlichkeitswirksames Sponsoring

So konnten bisher je nach Themenstellung und Programm sehr unterschiedliche Partner für den Tag der Offenen Gärten gewonnen werden. Für einige Kooperationspartner stimmte das Veranstaltungsformat mit hochwertigen Veranstaltungsorten so gut überein, dass sich eine jährliche Mitwirkung entwickelt hat.

Ein neues Veranstaltungsformat hat sich beispielsweise über eine fruchtbare Kooperation mit dem Theater Fulda als sehr publikumsbeliebt für Gartenkulturveranstaltungen herauskristallisiert: szenisches Theater und Walk Acts.

Zu den Kooperationspartnern zählen selbstverständlich auch die Gartenbesitzer, die in wechselnder Mitwirkung alle zwei Jahre ihre Gärten für Besucher öffnen. Diese Bereitschaft ist tatsächlich Ausdruck einer neuen Bürgerkultur und gleichzeitig auch nicht "jedermanns Sache". Umso schöner ist es, immer wieder zu erleben, dass das Zeigen des eignen Gartens nicht nur ein Geben, sondern auch ein Nehmen ist - nämlich von Dankbarkeit, Freude und Komplimenten für die herrlichen Gärten.

Die Mitwirkung der Privatgärten ist so jedes Mal wieder ein neues Geschenk an die Bürger dieser Stadtregion, genährt auch durch die inspirierenden Kontakte und Begegnungen des wachsenden Netzwerkes an Gartenfreunden und Freunden der Gartenkultur, genährt aber auch durch die schöne Auswahl an weiteren, individuellen kleinen und größeren Veranstaltungen im Rahmen der offenen Gärten.

Das Potenzial für die Gründung eines Vereins oder einer Stiftung Gartenfreunde, die ähnlich wie in anderen Städten an der Weiterentwicklung der Gartenkultur durch konkrete Projekte aktiv mitwirken, wäre inzwischen auch in Fulda gegeben. Dies ist auch im Sinne des Ausbaus von Allianzen für Freiräume gemäß der Forschungsstudie "Zukunftsorientierte Freiraumentwicklung in Hessen" sinnvoll, (Carlo Becker: "Freiraumentwicklung in Hessen", Stadt + Grün 11/ 2011).

Lernen vom Profi am Tag der Offenen Gärten: Tipps zur Buchsbaumpflege im toskanischen Garten, 2007. Foto: Yvonne Winter

Open-Air-Veranstaltungen in der Stadtregion: Maskentheater VAMOS, hier im Theaterhof 2015, Kooperation mit dem Theater Fulda. Foto: Yvonne Winter

Eine in den Garten hineinkomponierte Tagesausstellung regionaler Künstler im sonst sehr ruhigen Garten an der Blumenmauer in Petersberg, 2014. Foto: Yvonne Winter

Die Besonderheit von Gartenkultur-Veranstaltungen

Aufenthalt und Veranstaltungen im Freien, in Parks und Gärten sind wichtig und werden immer beliebter. Warum ist das so? Untersuchungen und Forschungsberichte belegen, dass gerade in Städten das Bedürfnis nach "Grün" und "Natur", genauer gesagt das Erlebnis der Jahreszeiten und der Naturerscheinungen besonders hoch ist. Ein Grundbedürfnis nahezu, das sich positiv auf Gesundheit und Wohlbefinden auswirkt.

Unsere Erfahrung: Gelingen Gartenkulturveranstaltungen etwa durch ein goldenes Abendlicht im richtigen Moment oder das Zusammenwirken von Künstlern, Publikum und der Poesie der Orte besonders gut, sind viele Besucher im wahrsten Sinne des Wortes verzaubert oder gerührt. Manche drücken dies spontan aus, andere wirken einfach nur glücklich, wieder andere Schreiben Emails oder Briefe als Feedback.

Gartenkultur als öffentlich-private Aufgabe

Aus dem starken Bedürfnis und den bisherigen Erfahrungen leitet sich ab, dass das Erleben von Grünflächen inklusive dem Erlebbar-Machen von Gartenkultur mit all seinen Facetten - vom Gemüsebau bis zur Gartengestaltung - als Baustein heutiger Stadtkultur eine wichtige Rolle spielt. Gärten und Natur gehören direkt und indirekt zu den Faktoren oder Indikatoren-Sets, die Lebensqualität ausmachen. Messbar wird dies auch an den Immobilienpreisen im unmittelbaren Umfeld von Stadtparks. Gartenkultur kann so zum Imagefaktor für die eigene Stadt oder Kommune werden. Damit wird sie zum Teil der Stadtentwicklung und des Standortmarketings.

In Fulda und den angrenzenden Gemeinden wird dies erkannt und aktiv gelebt. Die Gartenkultur soll hier als zukunftsfähiges Modell und öffentlich-private Aufgabe weiterhin zielgerichtet entwickelt werden: Dazu zählen eine nachhaltige Grünflächenentwicklung und die Schaffung von Angeboten im Bereich der Gartenkultur auf Seiten der Kommunen sowie die Förderung von Begegnungsmöglichkeiten, Plattformen und Lernorten zu verschiedensten Aspekten der Gartenkultur zur Ausgestaltung durch weitere öffentliche wie private Akteure.

"Das Ziel: Grün und Freiräume in eine starke Position bringen, mehr nutzbare und besser gestaltete Freiräume ermöglichen!", (Freiräume entwickeln, Lebensräume schaffen - neun Strategien, fünf Statements, ein Ziel. Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, Wiesbaden, Broschüre 2012).

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 06/2016 .

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