Grünflächenpflege ist Stadt-Image-Pflege

Heiner Baumgarten,

Ein gut gepflegter Garten signalisiert dem Besucher, dass sein Eigentümer dem Garten eine besondere Bedeutung in seinem Lebensumfeld beimisst und ihn "wertschätzt". Gleiches gilt natürlich auch für die öffentlichen Gärten - den Parks und Grünflächen - in der Stadt. Gärtnereien und Gartenmärkte verzeichnen in den letzten Jahren stetig steigende Umsätze bei Pflanzen und Gartenbedarf. In den Städten verzeichnen wir eher sinkende Budgets für die Pflege und Unterhaltung des öffentlichen Grüns. Umfragen der letzten Jahre haben immer wieder belegt, dass der Freizeit- und Wohnwert einer Stadt mit dem Angebot und der Qualität der Parks und Grünflächen steigt und auch die Unternehmen bei ihrer Standortentscheidung diesen Faktor zunehmend bewerten und berücksichtigen.

Doch nach wie vor ist es leichter, Finanzmittel für den Neubau von Parks und Grünflächen politisch durchzusetzen, als ein ausreichendes Budget für die Pflege im Anschluss. Auch die Ingenieure für den Neubau werden im Gehalt immer noch höher eingestuft als die Ingenieure für den Bereich Pflege und Unterhaltung. Nach wie vor liegen bei vielen Garten- und Landschaftsbaubetrieben der Schwerpunkt und das Interesse beim Neubau und nach wie vor setzen auch Garten- und Landschaftsarchitekten ihren Schwerpunkt im Bereich Entwurf, Gestaltung und Bau von Grünflächen. Dabei gibt es bei allen Experten die Erkenntnis, dass die Bestandserhaltung wichtiger ist als der Neubau - schon allein deshalb, weil viele bestehende Parkanlagen einen hohen kulturellen und sozialen Wert in der Stadt darstellen. Immer mehr Parks, Friedhöfe und Freiräume in Wohnsiedlungen werden als Zeugnisse einer gesellschaftlichen und baulichen Entwicklung unserer Städte erkannt und sollen / müssen vor Veränderungen geschützt werden.

Es wird Zeit, dass die Fachleute aus den Bereichen Landschaftsarchitektur, Garten und Landschaftsbau sowie Fachverwaltung der Städte zu einer gemeinsamen Aktion für die Verbesserung der Pflege bestehender Grünanlagen und zu deren Erhaltung in Zeiten des neuen städtebaulichen Leitthemas "Innen- vor Außenentwicklung" gemeinsam mit den Hochschulen zusammenfinden.

Heiner Baumgarten

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 01/2015 .

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