Forschungsergebnisse

Qualitäten entdeckt: Stadtgrün der Nachkriegsmoderne

Typisch für die 1950er- und 1960er-Jahre sind die weit ausladenden Schalen aus Faserzement. Das Material ist schwer, aber die Formen wirken grazil. Abb.: GALK et al

Im Rahmen einer Fachtagung im November 2016 in der Orangerie Kassel hat die Forschungskooperation aus GALK-AK "Kommunale Gartendenkmalpflege", Bund Heimat und Umwelt e. V. (BHU) und TU Berlin, Institut für Stadt- und Regionalplanung, Fachgebiet Denkmalpflege, die Ergebnisse ihres gemeinsamen Forschungs- und Vermittlungsprojekts "Nachhaltig gut - Das Stadtgrün der Nachkriegsmoderne" vorgestellt. Gefördert wurde das Projekt von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).

Ziel des Forschungsvorhabens war, die Qualitäten des gartenkulturellen Erbes der 1950er- und 1960er-Jahre, das in seiner typischen Formensprache und Materialität als Zeitzeugnis des gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Aufbruchs der Nachkriegs- und Wirtschaftswunderzeit gelten kann, in den Fokus zu rücken, um so langfristig auf seine Erhaltung hinzuwirken. Die ca. 70 Teilnehmenden der Fachveranstaltung - Fachleute aus Grünverwaltungen und Denkmalinstitutionen, Freiberufler und Hochschulangehörige sowie Ehrenamtliche, die an der Erhebung mitgewirkt hatten - konnten in der Orangerie in Kassel die beiden Publikationen in Empfang nehmen, in denen die Forschungsergebnisse zusammengefasst sind. Ein Leitfaden zum Erkennen von Grünanlagen der Zeit stellt ihre typischen Gestaltmerkmale, geordnet nach Kategorien wie Raumstruktur, bauliche Elemente, Bodenbeläge und Pflanzen in kurzen Texten und Fotos dar. Der Forschungsbericht dokumentiert neben dem Forschungskonzept und den Erfahrungen bei der Beteiligung Ehrenamtlicher, die Ergebnisse der Zeitschriftenrecherche sowie die mehr als 200 von den Ehrenamtlichen erfassten Anlagen. Die Publikationen sind als Printversion und demnächst auch zum als Download erhältlich. Ausführlichere Informationen zu den erfassten Grünanlagen finden Sie auf der Online-Plattform KLEKs unter www.kleks-online.de. Diese wird auch nach Abschluss des Forschungsvorhabens weiter gepflegt. Die Liste der bisher noch ungehobenen Schätze, das heißt der noch nicht erfassten Grünanlagen, die den Projektbericht abschließt, lädt zu weiteren Entdeckungstouren ein.

Die Publikationen sind unter depositonce.tu-berlin.de handle/11303/5954 erhältlich.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 01/2017 .

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