Preisverleihung

Rudolf Kaufmann aus Aalen erhält Goldenen Ginkgo 2016

Rudolf Kaufmann Amtsleiter für Grünflächen und Umweltschutz in Aalen, Baden-Württemberg, ist Preisträger des Goldenen Ginkgos 2016. Herzlichen Glückwunsch! Foto: Rudolf Kaufmann

Der Leiter des Amtes für Grünflächen und Umweltschutz in Aalen, Rudolf Kaufmann, erhält in diesem Jahr den Goldenen Ginkgo. Die Deutsche Gartengesellschaft DGG 1822 ehrt damit einen Grünflächenamtsleiter, der in seiner Laufbahn bereits an zahlreichen Auszeichnungen und Preisen federführend tätig war. So unter anderem dreimal am European Energy Award, am Deutschen Landschaftsarchitekturpreis 2003 für den "Stadteingang Aalen" sowie an einer Goldmedaille beim Wettbewerb Entente Florale im Jahr 2002. Der Goldene Ginkgo wird von der DGG seit 2001 verliehen, die Auszeichnung, die goldene Ginkgo-Anstecknadel, wird seither vom Patzer Verlag gespendet.

Kaufmann studierte nach Abitur und Landschaftsgärtnerausbildung Landespflege an der Fachhochschule Weihenstephan und wurde 1986 anschließend zum Abteilungsleiter Grünplanung in seiner Heimatstadt Aalen beim Stadtplanungsamt berufen. Neben den damals klassischen Grünplanungsthemen stand die Erarbeitung eines Landschaftsplanes als Hauptaufgabe an. Durch die zunehmende Aufgabenzuweisung an die Abteilung beschloss der Gemeinderat der Stadt Aalen, ab 1989 ein eigenständiges Grünflächenamt einzuführen, zu dessen Leiter Kaufmann gewählt wurde. Schließlich erweiterte man 1990 das Amt zu einem Grünflächen- und Umweltamt, zudem schon 1992 das Aufgabengebiet des kommunalen Energiemanagement und 2010 das Klimaschutzmanagement hinzu kamen.

Kaufmann hatte das große Glück in Aalen, die Bereitschaft beim damaligen Oberbürgermeister und dem für das Amt zuständigen Baudezernenten vorzufinden, ein solch komplexes Amt einzurichten und interdisziplinär arbeiten zu lassen. Bis heute zeigen nicht zuletzt die vielen Auszeichnungen und Preise, an denen Kaufmann beteiligt war, dass dieser Weg für Aalen der richtige war.

Die Stadt Aalen liegt etwa 70 Kilometer östlich von Stuttgart in Baden-Württemberg. Foto: Memorino, eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Die inhaltliche Aufgabe am Anfang war überwiegend geprägt mit der Erstellung eines Landschaftsplanes für die Stadt Aalen. Es begann mit der Beauftragung einer Luftbildbefliegung mit schwarz-weiß Aufnahmen im Winter und Infrarotaufnahmen im Sommer, durch deren Auswertung im Maßstab 1:2500 die Grundlagen für eine Realnutzungskarte des gesamten Stadtgebietes geschaffen war. Daraus entstand auch die erste elektronische Baumdatei schon 1988. Durch gutes interdisziplinäres Zusammenarbeiten mit den anderen Ämtern wurde schon 1993 ein Geografisches Informationssystem mit der Zielsetzung eingeführt, ein ämterübergreifendes Stadtinformationssystem aufzubauen. Heute sind im Grünflächen- und Umweltamt alle Sachdaten mit der Grafik verbunden, ob es der Landschaftsplan mit dem Biotopkataster, Baum- und Grünflächenkataster, Friedhofskataster oder etwa das Altlasterkataster ist. Viele Anfragen zeigen, dass Aalen mit dieser Entwicklung eines umfassenden Geodatenportals in Deutschland mit an führender Stelle steht. In vielen landesweiten Fachkommissionen gab Kaufmann seine Erfahrungen weiter. Durch diese interdisziplinäre Arbeit hat sich sein Interesse auf weitere Aufgaben in der städtischen Umweltschutzarbeit gerichtet. Bereits 1988 wurde von ihm ein Klimagutachten als wichtige Planungsgrundlage für den Landschaftsplan in Auftrag gegeben. Dadurch konnten Politik und Bürger für Energiethemen sensibilisiert werden, da in diesem Gutachten auf die Auswirkungen des menschlichen Handelns auf das Stadtklima hingewiesen wurde. So kam es 1992 zur Ergänzung des Amtes mit der Aufgabe des kommunalen Energiemanagements. Schon 1994 durchgeführte Energieeinsparmaßnahmen durch ein Contracting-Verfahren haben bis heute zu mehr als zwei Millionen Euro Energiekosteneinsparung geführt. 2010 wurde durch das Amt ein Klimaschutzkonzept vorgelegt und vom Gemeinderat verabschiedet. Seither ist auch das Klimaschutzmanagement beim Amt angesiedelt und personell ausgestattet worden.

Geprägt durch Vorlesungsbesuche bei Prof. Frederick Vester über vernetztes Denken und den Begriff der "Nachhaltigkeit" entstand zusammen mit weiteren Akteuren 1996 der erste Initiativkreis, um in Aalen einen Prozess "Nachhaltige Entwicklung der Stadt Aalen" im Sinne der Lokalen Agenda 21 nach der UN-Generalversammlung in Rio ins Leben zu rufen. 1998 beschloss der Gemeinderat in den Prozess der Lokalen Agenda 21 einzusteigen und die Geschäftsstelle beim Grünflächen- und Umweltamt anzusiedeln.

Stadteingang Aalen, aufgenommen anlässlich einer Illumination zu 10Jahre Landschaftsarchitekturpreis im Jahre 2013 und dem 100 jährigen Jubiläum des BDLA. Die Planung stammt von Prof. Jörg Stötzer. Foto: Stadt Aalen, Fotograf P. Kruppa

Neben seinen umfangreichen Aktivitäten im Amt, war Kaufmann auch ehrenamtlich als Vorsitzender der AG Gartenamtsleiter beim Städtetag Baden-Württemberg von 2004-2008 tätig und ist Mitglied der Fachkommission Stadtgrün und Friedhöfe des Deutschen Städtetages. Er arbeitet zudem im GALK-Arbeitskreis Betriebswirtschaft und Landschaftsplanung mit und ist Mitglied des Runden Tisches der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" der Deutschen UNESCO-Kommission. 2009-2014 erhielt Aalen die Auszeichnung als "Stadt der Weltdekade Bildung für nachhaltige Entwicklung" durch die UNESCO-Kommission Deutschland.

Mit der Aktion "Aalen-City blüht" wurde in Aalen eine Innenstadtaktion mit floraler Gestaltung von Plätzen geschaffen, bei dem Stadt, Vereine und Gartenbauunternehmer alle zwei Jahre die Innenstadt in ein Blütenmeer verzaubern und im Sommer über 100 000 zusätzliche Besucher nach Aalen locken. "Wichtig ist mir bei meiner Tätigkeit den Blick über den Tellerrand hinaus zu richten, das Beste für das Aufgabengebiet des Amtes durch teamorientiertes Arbeiten, auch mit anderen Ämtern und Institutionen, Vereinen und Bürgern, zu erreichen. Die Arbeit in übergeordneten Gremien sowohl auf Bundes und Landesebene und der Gedankenaustausch mit vielen Kollegen und Kolleginnen aller Sparten unseres Aufgabengebietes haben mir immer Spaß gemacht und meinen Wissenshorizont enorm bereichert", sagt Kaufmann. Nach 30 Jahren Arbeit sehe es in Aalen in seinem Aufgabengebiet nicht ganz schlecht aus. "Aus diesem Grund bin ich heute noch dankbar für die damalige umfassende Ausbildung im Studium der Landespflege an der Fachhochschule Weihenstephan. Sie war genau die Grundlage für eine Amtsleitertätigkeit im umfassenden Arbeitsgebiet des Stadtgrüns und weiterer Aufgabenbereiche wie in Aalen", betont Kaufmann. mk

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 11/2016 .

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