Bundesgartenschau 2031

Rund 60 Kommunen wollen sich mit Welterbe Oberes Mittelrheintal bewerben

Das Obere Mittelrheintal ist Weltkulturerbe, hier bei Oberwesel. Foto: Holger Weinandt, eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Der "Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal" hat beschlossen, sich um die Bundesgartenschau 2031 zu bewerben. Die Vertreter von knapp 60 Kommunen waren sich einig, eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben. Diese soll in etwa einem Jahr als Grundlage für eine Bewerbung bei der Bundesgartenschau-Gesellschaft mbH (DBG) dienen. Ende 2017 wird voraussichtlich die Entscheidung fallen.

Frank Puchtler von den Freunden und Förderern der BUGA Mittelrheintal 2031 erläutert die Idee: "Das Highlight ist das Flusstal. 67 Kilometer auf beiden Seiten werden entsprechend in der BUGA stattfinden, wir werden Schwerpunktorte haben und diese Flusslandschaft zu einer BUGA gemeinschaftlich weiterentwickeln". Ideen aus der Vorstudie kommen in der nun zu erstellenden Machbarkeitsstudie auf den Prüfstand: Es soll eine Gartenschau am, im und auf dem Rhein geben. Eine schwimmende Bundesgartenschau: Schiffe sollen durch das Welterbe fahren, so groß, dass man auf ihnen Ausstellungshallen mit Blumen, Pflanzen, ganze Gärten platziert. Außerdem könnten Besucher auf Gastronomieboten regionale und internationale Spezialitäten speisen. Badeschiffe wiederum würden an unterschiedlichen Stellen sicheres Baden im Rhein mit Panoramakulisse ermöglichen.

Die rheinland-pfälzische Landesregierung hofft auf einen Schub für die Region, ähnlich wie im Falle der Stadt Koblenz. Diese richtete die BUGA 2011 aus und die Gästezahlen sind anschließend dort gestiegen, so der rheinland-pfälzische Innenstaatssekretär, Günter Kern. Der Tourismus trage mit einem jährlichen Umsatz von 300 Millionen Euro zum regionalen Wohlstand bei. Während der Bauzeit seien in Koblenz "für jeden investierten Euro der öffentlichen Hand rund fünf Euro aus privater Hand investiert" worden. Trotz attraktiver Umgebung kämpft die Region aber auch mit dem Problem der Abwanderung und in Folge mit Leerstand. Mit der BUGA könne die Region mit erheblichen Investitionen rechnen.

Zudem kündigte der SPD-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Alexander Schweitzer, an, dass das Land im Falle eines Zuschlags weitere Investitionen für die Infrastruktur, den Ausbau der Breitbandinfrastruktur und des mobilen Internets in Aussicht stelle. Es verwundert also nicht, dass der rheinland-pfälzische Innenminister, Roger Lewentz, Ideengeber für dieses Mammutprojekt war. Daher sieht Jochen Sandner, Geschäftsführer der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft mbH (DBG) dem Projekt positiv entgegen: "Ich versichere Ihnen: Wenn Sie sich heute entscheiden, weiter zu machen, haben Sie uns an Ihrer Seite. Wir freuen uns auf dieses Projekt, gemeinsam mit dem gesamten gärtnerischen Berufsstand sowie den Planern und der Fachzunft, die es letztlich umsetzen werden." Zunächst sollten aber mit der Vorstudie konkrete Projekte, Kosten, die nachhaltige Dauernutzung sowie Trägerschaften geklärt werden. Man freue sich, dass das Land Rheinland-Pfalz "als Zugmaschine" diesen Prozess in Gang gesetzt hat und mit den Kommunen auf Augenhöhe arbeiten wolle.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 11/2016 .

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