Der Rosengarten Zweibrücken

100 Jahre Leidenschaft für Rosen

von

Königin und Kavalier. Foto: B. Kampf


Das Areal des heutigen Rosengartens, in der Innenstadt von Zweibrücken, ist gartengeschichtsträchtiger Boden. Bedeckten doch die barocken Hofgärten auch den heutigen Standort des Rosengartens.

Der Rosengarten geht auf eine Initiative von rosenbegeisterten Mitgliedern des "Obst- und Gartenbauvereins Zweibrücken" zurück. Honorige Mitglieder dieses Vereins wurden, durch den Besuch zahlreicher Rosenausstellungen im ganzen Herrschaftsgebiete des damaligen Kaiserreichs, von dem Wunsch beseelt, ein eigenes Rosarium zu besitzen.

Es machte sich gut, dass die Stadt 1912 einen neuen Stadtpark plante. So traten die, mittlerweile unter einem neuen Dach als "Verein der Pfälzer Rosenfreunde" formierten Bürger, mit ihrem Wunsch an die Stadt heran. Die Idee wurde nach einigen Disputen aufgenommen. Planung und Bau zogen sich bis 1914 hin. Man hatte sich darauf geeinigt, dass die Stadt den Bau des Gartens, nach Plänen der Gebr. Sießmeyer (Frankfurt), als Teil des Stadtparks übernimmt. Der Verein würde für die Bereitstellung der Rosen sorgen, sowie für die weitere Pflege und Erhaltung des Rosariums aufkommen. Der Besuch des Rosariums war, zwecks Finanzierung, von Beginn an eintrittspflichtig!

Von den Originalplänen ist leider nichts mehr erhalten. Sowohl in Zweibrücken, als auch in Frankfurt gingen sie verloren. Nur ein von städtischer Seite angefertigter Übersichtsplan liegt vor. Die Rosen wurden von Züchtern aus ganz Deutschland zur Verfügung gestellt. Gartenbaudirektor Ries aus Karlsruhe, damals Präsident des Vereins deutscher Rosenfreunde (VDR), heute Gesellschaft deutscher Rosenfreunde (GRF), legte die Verteilung der Sorten auf die Beete fest. Diese Anordnung ist auf dem erhaltenen Übersichtsplan noch zu erkennen. Viel Unterstützung kam ebenso von Peter Lambert aus Trier, der das Rosarium auch in späteren Jahren noch unterstützte.

Am 20.06.1914 wurde die Anlage im Rahmen des 29. Kongresses des VDR feierlich eröffnet. Königin Maria Theresia von Bayern, die Schirmherrin der Gartenbauvereine, entsandte ihre Tochter, Prinzessin Hildegard, zu den Feierlichkeiten.

Nun begann die Gartengeschichte des Rosengartens Zweibrücken. Wechselhaft ist sie, wie die deutsche Geschichte. Das Kaiserreich verging im großen Sterben des 1. Weltkriegs. Eine Republik kam und ging im braunen Wahnsinn unter. Im Bombenhagel endeten die NS-Zeit und der Rosengarten.

Ein neues Kapitel wurde aufgeschlagen. Der Verein, er formierte sich unter neuem Namen, "Verein der Rosenfreunde Zweibrücken", sicherte, was noch übrig war. Schnell stießen die Enthusiasten an ihre Grenzen und traten an die Stadt heran. Diese schloss mit dem Verein einen Vertrag, der mehrfach geändert werden musste, in dem aber letztlich die Zusammenarbeit geregelt wurde. Das Gelände gehörte sowieso der Stadt und so ging es nur um Eintrittsregelungen für und Unterstützungsaufgaben durch den Verein.

Mit diesem Vertrag ging die volle Verantwortung für den Rosengarten am 1. April 1950 an die Stadtverwaltung Zweibrücken über. So ist es bis heute geblieben. Nachdem aus dem Gartenamt schon eine Gartenbauabteilung geworden war und diese zum 30. März 2011 aufgelöst wurde, ordnete die Verwaltung die Zuständigkeiten und Verträge neu. Die Pflege und Unterhaltung des Gartens delegierte sie zum 1. April 2011 an eine Tochter, den Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken (UBZ).

Saisonstart im April. Jedes Jahr wird ein anderes Thema in den Wechselflorbeeten umgesetzt. Foto: B. Kampf

Rhododendren locken jedes Jahr, vor der Rosenblüte, Besucher in den Garten. Im Sommer bilden sie einen grünen Hintergrund für die Farbenfülle der Rosen. Foto: B. Kampf

Sommeridylle. Foto: B. Kampf

Wie sah aber die gestalterische und gärtnerische historische Entwicklung des Gartens aus?

Die ersten Jahre, 1914 bis 1924 waren schon schwer und der Glanz der Eröffnung begann schnell zu verblassen. Der Krieg und die finanziell ungünstigen Zeiten danach spiegelten sich im Pflegezustand des Rosariums. So finden sich auf zeitgenössischen Fotos oft halbleere Beete und dichter Strauchbewuchs. 1923 bot sich dann auch Peter Lambert an, Fachpersonal zur Sortierung des Rosenbestandes zu schicken.

1925 übernahm ein Profi die Gartenleitung: Bezirksobstbauinspektor Schönlaub. Zuständig im Bereich Zweibrücken für den Pflanzenschutz, wie man heute sagen würde. Er unterzog den Garten, mit Unterstützung der Stadt, einer Generalüberholung inklusive Spielplatzbau. Für 1927 wurde auf seine Initiative die "1. Zweibrücker Rosenwoche" geplant. Aus dieser Veranstaltung gingen die bis heute stattfindenden "Rosentage" hervor.

Der Gedanke einer Erweiterung des Rosengartens, in den Bereich einer Eisweiheranlage der Brauereien und Eissportler, kam auf. Sie konnte aber erst 1935 angegangen werden, da der Verein kein Geld hatte, die Stadt nicht bezahlen wollte und sich die Eisläufer nicht so leicht geschlagen gaben. 1937, zum 52. Rosenkongress des VDR, konnte die Erweiterung, von 20 000 Quadratmeter auf nunmehr 36 000 Quadratmeter, den Besuchern übergeben werden.

Typische 1930er-Jahre-Gestaltung

Von 60 000 Rosenstücken und 3000 Sorten ist oft die Rede. Man muss allerdings vorsichtig sein. Selbst bei dichter Bepflanzung und sie war nicht dicht, erscheint diese Zahl unrealistisch. Anhand der noch vorhandenen Unterlagen kann man feststellen, dass Rosensorten Einzug ins Rosarium hielten, aber keine aus dem Bestand herausgefallen sind. Oft heißt es bei einzelnen Quartieren nur "Polyantha-Rosen-Sortiment", ohne weitere Angaben. Einzelne Sorten werden keine aufgeführt. Es war aber die größte Ausdehnung als reines Rosarium.

Mit der Übernahme durch die Stadtverwaltung 1950, begann bald eine Umgestaltung zu etwas damals völlig Neuartigem: einem echten Rosen-Garten! Die Königin Rose umgeben von einem Hofstaat aus Kavalieren in Form von Stauden, Sommerblumen, und passenden Gehölzen. Mit Zwiebelpflanzen und Rhododendren als Herolde im Vorfrühling und Statthaltern aus Stauden im Hochsommer sowie Dahlien im Herbst.

Oskar Scheerer begann 1953 mit dieser Arbeit und seit dem wird sie fortgeführt. Er ließ den Garten abreißen und schuf einen total neugestalteten Garten im Stil der 1950er und 60er Jahre. Das Areal wurde noch einmal erweitert. Nur der Weiher und der Verlauf der Hauptwege im ursprünglichen Garten von 1914 blieben unverändert. Nicht mehr die Superlative der Rosensorten zählten, sondern die Idee der Kombination und Verwendung. 200 Rosensorten hatte der Krieg hinterlassen.

Heute findet der Besucher etwa 1500 Rosensorten, mit mehr als 800 Staudensorten, mit Sommerblumen und 250 sonstigen Gehölzen vereint, auf etwa 50 000 Quadratmetern. Nach einigen größeren Eingriffen durch Baumaßnahmen Anfang 2000 ist es heute Ziel, die Gartenstruktur zu erhalten und wiederherzustellen, Ideen der Nachkriegszeit zu pflegen, Veränderungen, zum Beispiel durch moderne Infrastrukturanforderungen, werden, wenn möglich, stilistisch eingepasst.

50er-Jahre-Gestaltung pur! Polygonalplattenwege durchziehen die mit 200 Betonringen gestaltete Fläche. Foto: P. Buchholz

Rosenvielfalt im Rasen, begehbar, erlebbar! Am Bachlauf Strauchrosen mit Staudenvorpflanzung. Foto: P. Buchholz

Ein Rosengarten ohne Gift

Der Rosengarten ist als selbstständige Abteilung in den Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken (UBZ) eingegliedert. Das Unternehmen, eine 100-prozentige Tochter der Stadt, wurde als Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR) organisiert. Weitere Unternehmensaufgaben sind: Tiefbau, Straßenunterhaltung, Abwasserentsorgung, Müllabfuhr, Betrieb der Kläranlagen, des Abfallwirtschaftszentrums sowie die Pflege des öffentlichen Grüns und der Friedhöfe mit insgesamt mehr als 180 Mitarbeiter.

Das Personal, das fest für den Rosengarten und sein unmittelbares Umfeld zuständig ist, setzt sich wie folgt zusammen:

Zwei Gärtner in Vollzeit, drei Gärtnerinnen in Teilzeit mit je 27 Wochenstunden, ein Maurer, zwei Hilfskräfte, zwei Auszubildende im Garten- und Landschaftsbau. Von März bis Dezember kommen drei Saisonkräfte, eine Vollzeit und zwei mit 30 Wochenstunden, hinzu.

Ich halte es für unverzichtbar, dauerhaft zugeordnetes Fachpersonal in der Pflege einer solchen Anlage einzusetzen. Nur wer den Bestand kennt, die Entwicklung stetig verfolgt, kann auch schnell und gezielt reagieren! Wer ist näher dran als der pflegende Gärtner?

Zu unterhalten sind, neben den Rosen- und Staudenanlagen, mehr als 100 Kletterrosen, Wechselflorflächen, Themengärten, Rhododendronpflanzungen und Rasenflächen, zwei Kilometer Schnitthecke, knapp 1,8 Kilometer Hauptwege mit wassergebundener Decke und zahllose Seitenwege mit Pflaster- oder Plattenbelag - ein gärtnerisches Gesamtwerk von insgesamt sechs Hektar.

Führungen werden ebenso wie sämtliche Dienste im Rahmen von Wochenendveranstaltungen, von diesem Personal abgedeckt. Durch die breit gestreute Unternehmensstruktur steht für alle berufsfremden Belange eigenes Fachpersonal wie etwa Bauingenieure oder Elektriker zur Verfügung.

Der Fortbestand einer Gartenanlage rechtfertigt sich nicht nur durch ihren künstlerischen und historischen Wert, sondern auch durch das Besucherinteresse. Zweibrücken ist eine kleine Stadt und leistet sich den Rosengarten. Unsere Aufgabe ist es sowohl den künstlerischen Wert zu erhalten als auch das Besucherinteresse zu steigern und damit den, immer noch nötigen, Zuschuss aus öffentlichen Mitteln zu verringern.

So ergaben sich Fragen: Welche Rosen wollen unsere Besucher sehen? Rosen, die in den eigenen Gärten ohne viel Aufheben wachsen und blühen! Wie will man diesen Garten bewirtschaften? Schonend, da das Naschobst neben der Rose steht und jedes Spritzmittel als Pflegeoption somit ausscheidet! Können wir unseren Besuchern dabei vorbildhaft und beratend zur Seite stehen? Ja, sollten wir!

Um dies zu erreichen, der steigenden Besuchernachfrage gerechter zu werden und einen nachhaltigeren Weg einzuschlagen, haben wir seit 2005 die Bewirtschaftung Schritt für Schritt nach ökologischen Gesichtspunkten umgestellt. Gleichzeitig haben wir begonnen, das Rosen-Sortiment zu bereinigen. Dem ging ein Austausch mit den vertretenen Züchterhäuser, über den Sinn oder Unsinn des Erhalts von nicht sortimentsrelevanten Rosensorten, voraus.

Jedes Jahr ersetzen wir die übelsten, anfälligsten Sorten durch aufgehende Sterne und bewährte Amazonen. Zunächst waren es die üblichen Rosenkrankheiten, die eine versuchsweise Ernährungsumstellung, mineralisch auf organisch, beeinflussten. Durch die positiven Erfahrungen in den folgenden zwei Jahren, wurden weitere Verbesserungsmöglichkeiten untersucht. Von den Rosen bis zum Rasen, von der Kompostwirtschaft für die Stauden bis zur Phytophthora-Verminderung bei den Rhododendren. Immer neue Bereiche fanden sich.

Der Jugendstil-Pavillon wurde 2012 nach Fotos wiederhergestellt. Er stand an dieser Stelle bis in die 60er Jahre. Foto: B. Kampf

Nachmittägliche Entspannung. Kleine Rückzugsnischen sind wichtig! Foto: B. Kampf

Frühjahrssonne am Weiher. Wasser spielt auch im Rosengarten eine wichtige Rolle. Foto: H. Hübscher

Die Schädlings- und Pilzbekämpfung bei den Rosen war und bleibt aber ein besonders heißes Eisen. Würde der Besucher im Falle eines Scheiterns die Folgen doch sofort vor Augen haben: nackte Rosen. Zunächst verminderten wir die Zahl der Anwendungen auf ein empfohlenes Minimum. Parallel dazu wurden minder giftige Wirkstoffe bevorzugt. Auf Wirkstoffe mit Auflagen wurde ganz verzichtet. Stärkungsmittel, bis hin zu homöopathischen Produkten, wurden in das Pflegekonzept eingearbeitet. Nach der bestmöglichen Optimierung der gärtnerischen Kultur, bei gleichzeitiger konsequenter Nützlingsförderung, kam dann 2012 der große Schritt: Der völlige Verzicht auf Fungizide und Insektizide.

Die 2013 anstehende Novellierung der Gesetzeslage im Pflanzenschutz verlieh diesem Vorgehen besondere Bedeutung. Besser ein Jahr im Voraus sehen, was kommt, als hilflos im kalten Wasser mit den Armen rudern! Unsere gewonnenen Erfahrungen waren beruhigend und ließen uns relativ gelassen in das Jubiläumsjahr Jahr 2014 blicken.


Pflege der Rosen beruht ganz auf drei klassischen Säulen:

1. Standortoptimierung durch richtige Platzwahl, ausreichende Pflanzabstände, guter Durchlüftung und fehlende Wurzelkonkurenz. Unsere Rosen werden so weit auf Abstand gepflanzt, dass der Boden beschattet ist. Stauden dürfen die Rosen nicht bedrängen, andere Gehölze sie nicht übermäßig beschatten.

2. Bodengesundheit durch Pflege des Standortes. Gärtnerische Kompostwirtschaft und Düngung mit organisch gebundenen Nährstoffen für eine maximale Aktivierung des Bodenlebens.

3. Stärkung anfälliger Rosensorten durch biologisch aktive Hilfsmittel, wie zum Beispiel Vitanal sauer Kombi, um den Krankheitsbefall im Moment der größten Infektionsgefahr zu minimieren. Wenn im September auch eine ADR-Rose Sternrußtau bekommt, dann soll dies so sein. Die Rose geht in den Herbst, hat den ganzen Sommer Höchstleistung gebracht! Sie ist nun geschwächt durch unsere Blütentreiberei. Zwei bis drei mal hat sie geblüht. Gestehen wir ihr diese Schwäche zu!

Nach dem Frühjahrsschnitt sind die Nährstoffdepots im Boden aufzufüllen. Wir verwenden hierfür den, auf organischen Bestandteilen basierenden, Mehrnährstoffdünger Oscorna Rasaflor granuliert. Einen Rasendünger! 120 Gramm pro Quadratmeter werden ausgebracht.

Die Hauptnährelemente Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kali (K) sind darin in einem Verhältnis von 8-4-5 enthalten. Bei uns hat sich dies, in Verbindung mit einer zweijährigen Kompostgabe von drei Litern pro Pflanze, als sehr förderlich für das Wachstum und die Gesundheit der Rosen herausgestellt. Wir konnten 2012 und 2013 sogar auf eine zweite Düngung nach dem ersten Flor verzichten. Die Rosen sind auch zum zweiten Flor prächtig gewachsen und blühten bis zum Frost. Unser Rasen erhält vom selben Dünger drei Gaben à 50 Gramm pro Quadratmeter. Ein Produkt für vieles und einfach zu beschaffen!

Der Kompost dient in diesem Fall nur bedingt als Dünger. Er sichert ein intaktes Bodenleben und verhilft unseren lehmigen Böden zu einer lockeren, gut bearbeitbaren Oberfläche. Eine jährliche Gabe Kompost erachte ich als zu viel, da die Rosen, dann häufig die Wurzelbildung, entgegen ihren natürlichen Möglichkeiten tief zu wurzeln, zu stark in diesen Horizont verlegen.

Rosen machen gute Laune! Engagierte Mitarbeiter sind unverzichtbar. Foto: B. Kampf

Im Sommer wirkt sich dann anhaltende Trockenheit schnell negativ aus. Rosen und die Wasserversorgung sind ein schwieriges Thema. Ungünstig durchgeführt fördere ich den Blattpilzbefall sehr stark. Zusätzlich werden auf allen Beet- und Rasenflächen 120 Gramm pro Quadratmeter Oscorna Bodenaktivator ausgebracht. Ein Leckerbissen für das Bodenleben und ein guter Nährstoffmobilisierer. Den Abschluss des Frühjahres bildet die Bodenbearbeitung. Zu empfehlen ist die zweizinkige Rosengabel. Es wird nicht umgegraben. Lediglich eine Lockerung von 15 bis 20 Zentimeter Tiefe durch eine Drehung, aus dem Handgelenk, ist nötig. Im Zuge dieser Arbeit werden auflaufende Wurzelunkräuter sofort tief entfernt.

Auf einem bewegten Boden wächst kein Unkraut und deshalb versuchen wir, den Boden, so oft es geht, weiter in Bewegung zu halten. Bis zu acht Pflegegänge werden von April bis November durchgeführt. Durch unsere relativ großen Pflanzabstände, erledigt sich diese Arbeit sehr gut. Sollte das Frühjahr trocken sein, hilft eine Wassergabe den drohenden Echten Mehltau abzuwenden. Eine zeitaufwendige, weil rosenschonend auszuführende, aber lohnende Arbeit. Auf Mulch verzichten wir vollständig. Er hat sich in der Rosenkultur auf unseren Böden nicht bewährt. Dünn aufgebracht bringt er nicht die erhoffte herbizide Wirkung. Dick aufgebracht, lässt die Rosenentwicklung nach zwei bis drei Jahren merklich nach. Der Boden verändert sich zu Ungunsten der Rose.

Starken Frostschäden können gerade Strauch- und Kletterrosen in ihrer Entwicklung stark zurückwerfen. Damit sich das Holz erholt und sie wieder zu Kräften kommen, erhalten solche Pflanzen eine vorsichtige Sonderbehandlung. Nicht übertrieben düngen. Dadurch würden nur lange, wässrige Austriebe entstehen. Krankheitsanfällig, bruchgefährdet und im kommenden Winter schnell erfroren. Wir nutzen biologische Flüssigdünger. Siapton, Vitanal Rosen Professionell oder Biplantol sind solche Produkte. Sie enthalten leicht umsetzbare Nährstoffe in ganz geringer Konzentration. Ausreichend, die Pflanze in der Nährstoffaufnahme zu entlasten und ein gesundes Wachstum zu ermöglichen, aber nicht so aggressiv, um sie über Gebühr zu treiben. Viele dieser stärkenden Dünger können und sollten auch gespritzt werden.

Unsere Pilzvorbeuge, durch Vitanal sauer Kombi, setzt Ende Mai ein und wird im Vier-Wochen-Rhythmus bis Mitte September durchgeführt. Eine Einschränkung für den Besucherverkehr entsteht nicht. Jede zweite Anwendung beinhaltet ein homöopathisches Präparat. Wir verwenden im Moment Rosen-Aktiv-Tropfen von Konrad. Hatte eine Rose starken Blattfall durch Sternrußtau, ersetzt sie den Verlust in der Regel nur an der Spitze. Es zeigte sich, dass Rosen, nach einer Behandlung mit diesen Tropfen, komplett frisch belaubt dastanden! Ein Bild, das wir vorher so nicht gesehen hatten.

Dem Verzicht auf Insektizide ging eine längere Zeit der Nützlingsförderung, insbesondere der Vogelwelt, voraus. Im Sinne des integrierten Pflanzenschutzes kam es nur noch zu einer Anwendung, wenn der Befall überhand nahm. Versuchsweise wurde dann der Einsatz ausgesetzt und es zeigte sich, dass die vorhandene Population der Fressfeinde sowohl den Befall mit Raupen, als auch mit Blattläusen gut im Zaum halten kann. Triebbohrer und Blattrollwespen schneiden wir, im Zuge der Pflege, heraus, um zukünftige Generationen zu vernichten. Am guten Rosenstandort ist Spinnmilbenbefall sortenbedingt. Deshalb werden zu heiße, schlecht belüftete Standorte vermieden.

Es erforderte einiges an Umdenken und viele Umstrukturierungen in den Arbeitsabläufen, bis dieses Konzept rund lief. Ohne engagiertes Fachpersonal ist kein Wirtschaftsbetrieb und auch kein öffentlicher Garten überlebensfähig. Wir denken jedoch, dass es gerade im öffentlichen Bereich keine Alternative zu einem ökologisch Grundgedanken gibt. Umweltschonendes, vorausschauendes Denken kann man nur vom Bürger verlangen, wenn es reproduzierbar vorgelebt wird!

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 03/2014 .

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