Rasen-Experten diskutieren 2014 „Balancing turfgrass performance and sustainability“

4. Konferenz der European Turfgrass Society

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Neu angelegte Rasen-Demonstrationsfläche im Versuchsfeld der Hochschule Osnabrück. Foto: K. G. Müller-Beck

Die European Turfgrass Society ETS veranstaltet im zweijährigen Rhythmus eine wissenschaftlich-technisch orientierte Rasen-Konferenz in einem der europäischen Mitgliedsländer. Nach Italien, Frankreich und Norwegen wurde für das Jahr 2014 Deutschland ausgewählt. Nach einer überzeugenden Bewerbung hatte die Hochschule Osnabrück im Sommer letzten Jahres den Zuschlag zur Ausrichtung dieser Konferenz erhalten. Auf dem Campus-Gelände der Hochschule wird in der Zeit vom 6. bis 9. Juli 2014 diese internationale Veranstaltung organisiert. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Rasengesellschaft e.V., DRG, bereitet derzeit das Organisationskomitee mit dem Convener Prof. Martin Thieme-Hack, von der Fakultät AuL und Institut für Landschaftsbau, diese internationale Tagung in Osnabrück vor. Die Veranstaltung steht unter dem Leitthema: "Balancing turfgrass performance and sustainability".

Tab. 1: Angemeldete Themen für die 4. ETS-Konferenz zum Bereich der Saatguteigenschaften, Biodiversität und Nachhaltigkeit (Auswahl).

Tab. 2: Angemeldete Themen für die 4. ETS-Konferenz zu den Bereichen Sportrasen, Qualitätsanforderungen und Pflege (Auswahl).

Durch entsprechende Ankündigungen bei den Mitgliedern der ETS sowie bei europäischen und internationalen Forschungseinrichtungen wurden die Fachkollegen aufgerufen, aktuelle Forschungsbeiträge zur Präsentation bei der Tagung anzumelden. Die Ankündigung der Themen erfolgte online mit der Einreichung eines "Short Abstract" bei der eigens verpflichteten Chefredakteurin Alessandra Zuin, die auch die bisherigen ETS-Konferenzen begleitet hatte.

Starke Resonanz auf "Call for Paper"

Die Mitglieder des ETS-Organisationsteams an der Hochschule Osnabrück können über eine ausgesprochen positive Resonanz bezüglich der Anmeldung von wissenschaftlichen und technischen Beiträgen für die 4. ETS-Konferenz 2014 in Deutschland berichten. Der Convener, Prof. Martin Thieme-Hack, ist darüber begeistert, dass annähernd 100 "Paper" als Kurzfassung bis zum Abgabetermin Ende Oktober für die ETS-Konferenz vom 6. bis 9. Juli 2014 eingereicht wurden.

In der zweiten Januar-Hälfte begann in Zusammenarbeit mit der Chefredakteurin, Alessandra Zuin, der Review-Prozess, der zur Veröffentlichung eingeschickten Vollversionen.

Ein ausgewählter Teil der wissenschaftlichen Arbeiten wird in einer Sonderausgabe der Zeitschrift "European Journal of Horticultural Science" publiziert. Wissenschaftlich technische Beiträge werden in einem Sonderheft der Zeitschrift "European Journal of Turfgrass Science" zur Konferenz im Juli erscheinen.

Es ist besonders erfreulich, dass sich Fachkollegen aus 18 Ländern mit Postern und Präsentationen an dieser internationalen Konferenz in Osnabrück beteiligen werden.

Breites Themenspektrum

Aus dem Bereich der Rasenwissenschaft wurden die unterschiedlichsten Fragestellungen aus den verschiedenen Schwerpunktbereichen eingereicht. Unter Beachtung der vielfältigen Gräserleistung soll der Gedanke der Nachhaltigkeit bei der Rasenkultur diskutiert und dokumentiert werden. In den Tabellen 1-5 sind für eine Reihe von bedeutenden Themenblöcken ausgewählte Vortrags- und Poster-Titel zusammengestellt. Zur Vorstellung der Inhalte werden bei der Konferenz Kurzvorträge à zwölf Minuten und die Darstellung als Poster-Präsentation gewählt. Die Räumlichkeiten im HR-Gebäude der Hochschule Osnabrück bieten hierzu die besten Voraussetzungen.

Meeting in Osnabrück zur Vorbereitung der 4. ETSC 2014: Von links, Arthur Wollenswinkel (ETS Board Member), Martin Thieme- Hack (Convener ETSC) und Klaus Mueller-Beck (Vorsitzender DRG). Foto: DRG

Gräsersaatgut bildet Grundlage

Die Voraussetzung zur Etablierung einer nachhaltig wirksamen Rasenkultur liegt in der Auswahl der geeigneten Rasengräser begründet. Zur Erfüllung des erwarteten Leistungsspektrums einer Rasenanlage müssen Standorteigenschaften, aber auch das genetische Potenzial der Gräser Berücksichtigung finden. Der in Tabelle 1 beschriebene Themenkomplex beschäftigt sich mit der biologischen Vielfalt der Gräser und der Möglichkeit bei geringem Aufwand, eine angemessene Vegetationsdecke zu entwickeln. Gerade das Potenzial der Gräser zur Anpassung an bestimmte Umweltbedingungen wird zukünftig an Bedeutung gewinnen. Eine intensive oder extensive Rasenpflege stehen nicht gegeneinander, sondern bilden die Alternativen für den jeweiligen Anwendungsbereich.

Qualitätsanforderungen steigen

Die Anforderungen an die Rasenflächen mit höchster Nutzung, beispielsweise in Fußball-Arenen, nehmen immer weiter zu. Aus diesem Grunde sind der Einsatz von geeigneten Pflegegeräten und die Anwendung ausgewogener Materialien auf diesen Flächen besonders wichtig. In den Bundesliga-Stadien wird deshalb seit einiger Zeit ein Konzept zur Qualitätssicherung der Rasenflächen erprobt. Die Möglichkeiten zur Armierung von Rasentragschichten werden derzeit verstärkt propagiert. In der Tabelle 2 sind sowohl Rasenthemen zur Betrachtung und Erfassung von Qualitätskriterien als auch zur Optimierung der Gräser-Leistungen aufgelistet, die bei der 4. ETS-Konferenz in Osnabrück behandelt werden sollen.

Ausrichter und Kooperationspartner der 4. ETS-Konferenz 2014: Hochschule Osnabrück und Deutsche Rasengesellschaft e. V. Abbildungen: oben DRG, mittig Hochschule Osnabrück, unten DRG

Tab. 3: Angemeldete Themen für die 4. ETS-Konferenz zu den Bereichen Rasenkrankheiten, Diagnose und Pflanzenschutz (Auswahl).

Tab. 5: Angemeldete Themen für die 4. ETS-Konferenz zu den Bereichen Rasenberegnung, Steuerung und Bodenfeuchte (Auswahl).

Pflanzenschutz in der Diskussion

In den europäischen Staaten spielt die EU-Gesetzgebung im Bereich Pflanzenschutz eine immer stärkere Rolle. Vor diesem Hintergrund gewinnen effiziente Präparate, aber auch Alternativen zur Bekämpfung und Vorbeugung von Rasenkrankheiten einen maßgeblichen Stellenwert bei der Rasenpflege. Die Themenübersicht in Tabelle 3 beinhaltet einerseits Ausführungen zu Standardmaßnahmen bei der Krankheitsbekämpfung, andererseits wird über bekannte und neue biologische Verfahren berichtet werden.

Nährstoffversorgung durch Düngung

Zur Förderung der Gräserleistung sind Nährstoffe aus dem Dünger oder durch Mobilisierung aus dem Boden unverzichtbar. So sind für die Entwicklung einer dichten Rasenarbe möglichst viele Triebe pro Quadratmeter notwendig. Die Produktion dieser Biomasse hängt maßgeblich vom Versorgungsstand der Gräser ab. Als Dauerkultur soll der Rasen aber auch über das gesamte Jahr einen ansprechenden Grünaspekt und damit Vitalität gewährleisten. Eine sachgerechte und damit angemessene Nährstoffversorgung zu finden, ist von zahlreichen Parametern abhängig. In jedem Falle sollten Nährstoffverluste minimiert werden. In der Tabelle 4 sind einige Themenbereiche zur Nährstoffdynamik, Nährstoffverluste und Wirkung von Nährstoffen aufgeführt, die bei der 4. ETS-Konferenz behandelt werden sollen.

Wasserversorgung effizienter

Ein wichtiger Faktor in der Rasenpflege stellt die Wasserversorgung dar. Bei großflächigen Anlagen wie Golf- und Sportplätzen, wird der Wasserbedarf nicht nur unter pflanzenbaulichen Gesichtspunkten, sondern auch nach ökonomischen und in zunehmendem Maße nach ökologischen Kriterien bewertet. Die Evapotranspirationsrate einer Rasenfläche kann als Maßstab für die Notwendigkeit und die Menge einer Rasenberegnung herangezogen werden. Die Voraussetzung für eine fachgerechte Beregnung ist eine präzise Steuerung und möglichst gleichmäßige Verteilung durch geeignete Regner und Düsen. In Tabelle 4 sind Themen zusammengestellt, die auf diese Parameter eingehen, aber auch die alternativen Möglichkeiten einer Unterflurbewässerung beleuchten.

Rasen-Exkursion in Planung

In Zusammenarbeit mit der Deutschen Rasengesellschaft e.V., DRG, und mit Unterstützung des Deutschen Golfverbandes, DGV, der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung und Landschaftsbau FLL sowie des Deutschen Fußballbundes, DFB, bereitet das Organisationskomitee einen Rasentag mit Exkursion vor. So wurde bereits im Herbst 2013 mit Unterstützung durch Fachfirmen (Gbr. Peiffer Fertigrasen, Rasenschule Pottmeyer und Meyer zu Hörste GaLaBau) eine Rasen-Demonstrationsfläche im Versuchsfeld der Hochschule Osnabrück angelegt.

Im Rahmen des Exkursionstages wird in jedem Falle das Bundessortenamt mit der Rasengräser-Prüfung besucht werden. Darüber hinaus wird derzeit an einem Plan zur Besichtigung von Golfrasenflächen, Stadionrasen sowie interessanten Raseneinrichtungen gearbeitet.

Informationen und Anmeldung per Internet

Die 4. ETS-Konferenz bietet allen Fachleuten aus der "Turf Industry" die einmalige Gelegenheit, Rasenfragen und zukünftige Trends im Rahmen der Veranstaltung mit internationalen Wissenschaftlern auszutauschen. Anmeldeunterlagen und das vorläufige Tagungsprogramm finden interessierte Rasenfachleute unter folgender Adresse: www.ets-conference-2014.eu.

Wie bei den vorausgegangenen Konferenzen in Pisa (I), Angers (F) und Kristiansand (N) liegt der Schwerpunkt dieser Tagung auf der Diskussion der neuesten Forschungsergebnisse rund um den Rasen. Zu den vielfältigsten Ausprägungen des Rasens soll aus den Arbeiten der Forschungsinstitutionen in Europa sowie Übersee, insbesondere der USA berichtet werden.

Die Hochschule Osnabrück und die Deutsche Rasengesellschaft e. V. freuen sich auf eine rege Beteiligung an dieser renommierten Veranstaltung der European Turfgrass Society ETS.

Die Hochschule Osnabrück hat 2014 den Zuschlag erhalten, die 4. ETS-Konferenz auszurichten. Hier das HR-Hörsaal- und Tagungsgebäude. Foto: Hochschule Osnabrück


Weitere Informationen zur European Turfgrass Society ETS und einer möglichen Mitgliedschaft stehen unter www.turfgrasssociety.eu zur Verfügung. Eine direkte Kontaktaufnahme zum Organisations-Komitee erfolgt über: info@ets-conference-2014.eu.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 03/2014 .

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