Ästhetische Alternativen zur klassischen Raststätte

Gartenetappen – Parks und Landschaften als Zwischenziele

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Nach dem Zurücklegen längerer Strecken mit dem Auto oder dem Fahrrad ergibt sich zwangsläufig die Notwendigkeit, eine Pause einzulegen. Oft wird das als notwendiges Übel empfunden, auch weil dafür vorgesehene Raststätten bei der klassischen Reise auf Fernstraßen selten einladend ausgestattet und oft überfüllt sind.
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1 Beim Besuch im Sommer 2015 stark verwahrloster Freiraum um das ehemalige Joachimsthalsche Gymnasium in Templin (02.08.2015). Foto: Johannes Schwarzkopf

Seit etwa zehn Jahren gibt es gute persönliche Erfahrungen damit, das zu vermeiden, indem vorab – wie könnte es anders sein – ein Garten oder Park als Zwischenziel ausgewählt wird. Bei langen Strecken muss es auch nicht bei einem bleiben.

Internetrecherchen oder Telefonanrufe helfen dabei, sich über die Zugänglichkeit von Gärten, die Öffnungszeiten von Museen und die gastronomische Versorgung vor Ort zu informieren. Bei abgelegeneren Orten tut es auch ganz traditionell die Vorbereitung von Kühltasche und Picknickkorb. Selbst bei strengeren Parkordnungen wird sich eine abgelegene Bank für die Pause finden lassen, Abfälle bleiben ohnehin nicht liegen. Eingangs wird offen eingeräumt, dass für die eigenen Urlaubsfahrten in der Regel das Auto benutzt wird, auch weil oft Orte aufgesucht werden, die unter aktuellen Bedingungen mit Bahn und Bus nur schwer oder gar nicht zu erreichen sind. Bei entsprechender Vorbereitung – und eventuell dem Akzeptieren von Einschränkungen – funktioniert das "Garden-Hopping" aber auch beim Reisen mit Bahn und Fahrrad, was in diesem Beitrag nicht vergessen werden soll.

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2 Der noch immer an seine barocke Glanzzeit erinnernde Schlossgarten in Rheinsberg (30.07.2016). Foto: Johannes Schwarzkopf
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3 Partie in den Wallanlagen der Stadt Gardelegen (29.08.2020). Foto: Johannes Schwarzkopf
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4 Das Atelierhaus des Bildhauers Ernst Barlach in seinem Garten am Güstrower Inselsee (13.03.2022). Foto: Johannes Schwarzkopf

Erfahrungen – wörtlich gemeint

Persönliches "Urerlebnis" war im August 2015 eine Urlaubsfahrt zur Mecklenburgischen Seenplatte. Es erschien ratsam, vor Tau und Tag aufzubrechen, bevor sich die üblichen Staus bildeten. Andererseits sind die meisten Ferienquartiere üblicherweise erst ab 14 oder 15 Uhr beziehbar. Wie also den Tag füllen? Die Lösung war ein Aufenthalt in Templin, verbunden mit dem Besuch des ehemaligen Joachimsthalschen Gymnasiums, das 1912 von Berlin hierher verlegt worden war. Ein hochrangiges Ensemble aus bis zum Ufer des Templiner Stadtsees reichenden Schulbauten und Freiräumen im Sinne der Reform, seinerzeit Lost Place, heute auf dem Weg zur Europaschule. Im Folgejahr wurde am Anfahrtstag ein längerer Aufenthalt in Rheinsberg eingeplant, mit ausführlichem Parkbesuch, Stadtspaziergang und Mittagessen. So wandelten sich die Reisetage allmählich zu ersten, bewusst gestalteten Urlaubstagen.

Wegen der Euphorie des Aufbrechens und des Abstreifens der Alltagspflichten ist der Urlaubsbeginn ohnehin etwas Besonderes. Kommt ein in Ruhe genossenes kulturelles Erlebnis dazu, bleibt gerade solch ein Tag lange in Erinnerung. Deswegen ist mittlerweile nicht nur das Packen von notwendigen und scheinbar notwendigen Dingen fester Bestandteil der Urlaubsvorbereitung, sondern auch die Suche nach lohnenden Zwischenzielen für Hin- und Rückreise, die ohne große Umwege erreichbar sein sollten. Das können historische oder moderne Parks sein, offene Privatgärten oder besonders sehenswerte Friedhöfe. Im Rahmen von Stadtbesichtigungen lassen sich auch gut städtebaulich eingebundene Freiräume wie Promenaden, Villengebiete oder Grünzüge durchstreifen, wie zum Beispiel im August 2020 die sehenswerten Wallanlagen der Stadt Gardelegen. Auch "verschönerte Landschaften", zu denen um 1800 die landwirtschaftlichen Nutzflächen zahlreicher Güter im Sinne der Idee des Englischen Gartens umgestaltet wurden, eignen sich gut für längere Spaziergänge abseits des Trubels.1

Diese junge Tradition hat mehrere positive Effekte: Zum einen ermöglicht sie ein Regenerieren in attraktiven, anspruchsvoll gestalteten "begehbaren Kunstwerken", die zudem meist kostenfrei zu besuchen und selten überlaufen sind. Gleichzeitig lassen sich sehr schön lokal übliche Nutzungen beobachten. Da nicht alle Reisen im Sommer stattfinden, kann auch das Erleben unterschiedlicher Jahreszeiten eine wichtige Rolle spielen. Bei mehrmaligem Aufsuchen lassen sich so Parks in völlig unterschiedlichen Erscheinungsformen erleben. Beim geplanten Aufsuchen kleinerer Ziele bietet es sich zudem an, mehrere kurze Aufenthalte miteinander zu kombinieren. Der wichtigste Effekt ist schließlich, dass Orte aufgesucht werden können, für deren Besuch allein man nicht so weite Strecken zurücklegen würde. Gerade "manische Gartensammler" können so eine unerschöpfliche Fülle von Eindrücken zusammentragen. Lokale Unterschiede geläufiger Gartentypen werden deutlich. Aber auch eventuelle Ähnlichkeiten über weite Distanzen hinweg lassen sich feststellen, was Fragen nach gemeinsamen Vorbildern oder verwandtschaftlichen Verhältnissen aufwerfen kann.

Es muss aber nicht immer der Sommer sein. Beruflich bedingt steht die erste kurze Reise des Jahres oft im Vorfrühling an. Auf dem Weg zur – dann noch touristisch verwaisten – Ostsee liegen von Mitteldeutschland aus zahlreiche lohnende Ziele. Besonders eindrucksvoll waren im März des Corona-Jahrs 2022 die Zwischenstopps in Güstrow, auf dem Hinweg mit dem Besuch von Ernst Barlachs heute museal genutztem Atelierhaus und seinem Garten am Inselsee. Auf der Rückreise folgte die Besichtigung von Dombezirk und Dom mit Barlachs unvergleichlichem "Schwebenden" als Mahnmal für die Toten des Ersten Weltkriegs. Im Folgejahr stand auf der Hinfahrt der Park von Schloss Wiligrad am nördlichen Ende des Schweriner Sees auf dem Programm. Viele Ausflügler aus Schwerin genossen den strahlenden Vorfrühlingstag in diesem eindrucksvollen Landschaftsgarten rund um das 1898 im Stil der Neorenaissance errichtete Schloss.

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5 Im landschaftlich gestalteten Park von Schloss Wiligrad hoch über dem Schweriner See (05.03.2023). Foto: Johannes Schwarzkopf
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6 Die immer noch dominierende barocke Achse im Nordgarten des Schlosses Mosigkau (12.03.2023). Foto: Johannes Schwarzkopf
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7 Reizvolle landschaftliche Gartenanlagen am Schloss Meyenburg (12.03.2025). Foto: Johannes Schwarzkopf

Auf der Rückreise folgte ein Besuch des anhaltinischen Dorfes Mosigkau mit dem immer noch erlebbaren Rokokoensemble aus Schloss und Gartenanlage, das seine Besucherinnen und Besucher mit zwei stattlichen Orangerien links und rechts des Eingangstors empfängt. Wenige Kilometer weiter dann ein weiterer Zwischenstopp in der Stadt Köthen. Deren Schloss umgab einst ein berühmter Renaissancegarten, der später landschaftlich umgestaltet und verkleinert wurde. Der Mikrokosmos der kleinen Residenzstadt lohnt aber auch als vielschichtiges städtebauliches Ensemble und einstige Wirkungsstätte Johann Sebastian Bachs und Samuel Hahnemanns, des Begründers der Homöopathie, einen Besuch. Den Reiz und die Ruhe eines abgelegenen Ortes konnten wir schließlich in diesem Frühjahr bei einem Aufenthalt in Meyenburg erleben. In dörflicher Abgeschiedenheit im äußersten Norden Brandenburgs gelegen, haben der Gutspark und das Herrenhaus im Stil der Neorenaissance eine erfreuliche Sanierung erfahren. Zudem befindet sich heute im Schloss ein professionell und liebevoll gestaltetes Modemuseum. Nicht zu unterschätzen ist die Rolle der Gastronomie, wenn wie hier ein kleines Café integriert ist, das auch in der Nebensaison geöffnet hat. Um sicher zu gehen, empfiehlt sich bei kleineren touristischen Zielen von Oktober bis März eine Kontaktaufnahme vor der Anreise.

Versorgungsengpässe sind in der sommerlichen Hauptsaison eher nicht zu befürchten. Dafür ist die Verkehrsdichte deutlich höher. Umso angenehmer ist es, dass beim Aufsuchen von Parks und Gärten in der Regel die Hauptrouten verlassen werden. Besonders in Erinnerung geblieben sind die Zwischenstationen im August 2021: auf der Reise Richtung Norden das eindrucksvolle Ensemble von Schloss Hundisburg und seinem wiedererstandenen, weitläufigen Barockgarten nordwestlich von Magdeburg. Die Rückreise führte ins Anhaltinische, nach Ballenstedt am Nordrand des Harzes. Eine lange Kastanienallee verbindet die kleine Residenzstadt mit der spätbarocken Schlossanlage, deren Hänge als weitläufiger Landschaftsgarten gestaltet wurden. Dort besonders eindrucksvoll: die 1858 durch Peter Joseph Lenné angelegte klassizistische Wasserachse. Wenige Kilometer entfernt liegt die Roseburg, die sich der durch Theaterbauten bekannt gewordene Architekt Bernhard Sehring 1907 als skurriles Domizil erbaute. Durch eigenwillig kombinierte Stilelemente der Renaissance, des Barock und des Jugendstils geprägt, erschließt der zugehörige Park weite Blicke in die Harzlandschaft. Weitere sommerliche Ziele waren in jüngerer Zeit Schloss Wiesenburg im südlichen Brandenburg sowie die Schlossparks von Oranienbaum und Wörlitz – letzterer ist wie viele Landschaftsgärten auch durch spektakuläre Herbstfärbungen einen Aufenthalt wert. Bezogen auf Fahrten in Richtung Süden blieben vor allem der Landschaftsgarten im tschechischen Krásný Dvůr (Schönhof) und der Kurpark in Mariánské Lázně (Marienbad) in bleibender Erinnerung. Vorerst letztes Etappenziel auf der Rückreise aus Mainfranken in diesem Sommer war der Hofgarten in Veitshöchheim.

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8 Der wiederhergestellte Barockgarten bei Schloss Hundisburg im Sommer 2021 (07.08.2021). Foto: Johannes Schwarzkopf
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9 Peter Joseph Lennés formale Wasserachse im Schlosspark Ballenstedt (21.08.2021). Foto: Johannes Schwarzkopf
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10 Die terrassierte Wasserachse im Park der Roseburg – im Zentrum die "Fortuna Gloriosa" von Hans Klatt (21.08.2021). Foto: Johannes Schwarzkopf

Handreichungen für die Organisation

Diese Auswahl mit dem individuellen Schwerpunkt Nord- und Mitteldeutschland zeigt, dass eigentlich überall Gärten als lohnende Zwischenziele am Weg liegen – etwas Muße bei der Vorbereitung vorausgesetzt. Die Frage ist, wie und wo sich verlässliche Hinweise darauf finden lassen. Tatsächlich ging manchen Besuchen ein mehrmaliges Passieren von braunen Hinweisschildern an der Autobahn voraus, die in unnachahmlichem Amtsdeutsch "touristische Unterrichtungstafeln" heißen. Zu ihrer Erläuterung gibt es mittlerweile privat erstellte Apps, leider aber keine offizielle Webseite, die Vorplanungen erleichtern würde. Wenn es um Gärten geht, ist daher immer noch der Gartenreiseführer Deutschland unersetzlich, zuletzt allerdings 2017 in überarbeiteter Form von der DGGL herausgegeben.2 Nach Bundesländern geordnet wurden hier kurze Steckbriefe zu immerhin 1500 wichtigen Gärten zusammengetragen. Leider fehlen auf den vorangestellten Karten die Verläufe von Straßen und Bahnlinien, was die Orientierung etwas erschwert. Immer wieder erscheinen auch andere Kompendien für einschlägig interessierte Reisende, beispielsweise Große Residenzen, romantische Entdeckungen, versteckte Schönheiten, um exemplarisch eines zu nennen.3 Das Angebot ist unüberschaubar, die Auswahl naturgemäß von der Intention der Autoren und Herausgeber abhängig. Gute Anregungen für Gartenreisen lassen sich seit 2006 in dem einmal jährlich bei Labhard Medien erscheinenden Magazin Garten Tour finden. Reich illustriert und mit fachlich versierten Texten versehen, bietet das Magazin eine Fülle deutschlandweit gestreuter Besuchsempfehlungen, vorwiegend für historische Gärten.

Einen universellen Anspruch erhebt traditionell das Dehio Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, mittlerweile für jedes Bundesland als aktuelle Version in Buchform erhältlich. Der Nachteil der Reihe ist, dass Gärten und Parks leider nicht zuverlässig als Kulturdenkmale miterfasst werden. Aktuell lässt sich dazu aber sehr komfortabel recherchieren, da inzwischen das frei nutzbare DEHIO-Portal fast vollständig online verfügbar ist.4 Bei der mittlerweile üblichen Internet-Suche nach historischen Gärten leistet indessen das auf der Webseite der DGGL verlinkte Gartennetz Deutschland in der DGGL e. V. sehr gute Dienste.5 Dabei handelt es sich um den Zusammenschluss von etwas über 20 regionalen Garteninitiativen, die fast alle Bundesländer abdecken und teilweise europäische Nachbarländer mit einbeziehen. Zur Vorbereitung vieler Gartenreisen ist das sehr hilfreich. Allerdings sind die regionalen Schwerpunkte der Initiativen sehr unterschiedlich, ebenso der Aufbau ihrer Webseiten. Den wenigsten geht es um das Präsentieren der Gartenkultur eines ganzen Bundeslandes. Positiv ist in dieser Hinsicht der Gartenträume – Historische Parks in Sachsen-Anhalt e. V. hervorzuheben.6 Denn im Service-Portal lassen sich zahlreiche Broschüren kostenfrei herunterladen. Vor allem ist ein hilfreiches Faltblatt mit Übersichtskarte online oder als Printversion erhältlich. Vergleichbare landesweit orientierte Initiativen gibt es für Baden-Württemberg und Thüringen.7

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11 Aufwändige Parterreanlagen im Pleasureground des ansonsten landschaftlich gestalteten Schlossparks Wiesenburg (01.09.2024). Foto: Johannes Schwarzkopf
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12 Grottenhaus und Belvedere im Hofgarten von Veitshöchheim (09.09.2025). Foto: Johannes Schwarzkopf

Stärkung des Netzwerkgedankens

Es besteht also schon eine ganze Reihe an Gartennetzwerken, deren Zusammenschluss im Gartennetz Deutschland in der DGGL e. V. sie leichter erschließbar macht. Neben den schon erwähnten grenzübergreifenden Initiativen sind dort auch Aktivitäten auf europäischer Ebene verlinkt.8 Dennoch ist die Orientierung noch vergleichsweise mühsam und große Regionen bleiben unerschlossen, selbst wenn weitere, dort nicht angeschlossene gartenaffine Webseiten konsultiert werden. Daher wäre ein Online-Portal hilfreich, das Ähnliches leistet wie der Gartenreiseführer Deutschland. Denn komplizierter darf die Recherche für Garteninteressierte nicht sein, um die vielen lohnenswerten Ziele kulturell und touristisch besser zu erschließen. Der Vorteil an einer überregionalen digitalen Lösung wäre, dass viele Akteure Informationen einspeisen könnten. Auch die leichte Aktualisierbarkeit wäre ein Vorteil gegenüber einem Printmedium.

Dazu müsste von den Kultusministerien und Tourismusverbänden der Bundesländer – oder auf Bundesebene – die "Ressource" des Gartentourismus noch besser erkannt werden. Denn die erforderliche Koordination und die Pflege so vieler Daten würde einen sehr großen Aufwand bedeuten. Neben der DGGL gibt es viele Verbände, die hier Überzeugungsarbeit leisten könnten und müssten. Aber der Ertrag dürfte sich lohnen. Denn nicht nur für den üblichen Fremdenverkehr ließen sich zusätzliche Attraktionen erschließen. Auch örtliche Gastronomien und Vermarkter regionaler gartenbaulicher Produkte würden profitieren. Bahnunternehmen könnten Gartenrouten entwickeln und damit werben. Zudem wäre die abgelegene Lage vieler Gärten kein Problem für Radtouristen, ganz im Gegenteil. Dank optimal zugänglicher Informationen über sehenswerte Parks und Gärten würden weitere Anreize entstehen, wenig bekannte, aber oft kulturell hoch aufgeladene Regionen aufzusuchen. Denn einerseits gibt es trotz erfolgter Verwahrlosungen und Zerstörungen immer noch eine unüberschaubar große Zahl historischer Gärten, Parks, Friedhöfe und verschönerter Landschaften. Zum anderen befanden sie sich nie nur an zentralen Orten, sondern wurden oft bewusst in ländlichen Regionen angelegt. Ein Umstand, der sich bei einer entsprechenden Erschließung und Bewerbung dieser "am Weg liegenden" lebenden Kunstwerke als entscheidender Vorteil erweisen könnte.

Anmerkungen

1 Siehe dazu Prinz, Regina: Der Architekt Gustav Vorherr (1778–1848) und die Idee der Landesverschönerung. In: Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte, 59 (1996), S. 117–145.

2 Freiberg, Christina: Gartenreiseführer Deutschland. Die 1500 schönsten Gärten und Parks. Mit einem Nachwort von Ronald Clark. Herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur e. V. München 2017.

3 Große Residenzen, romantische Entdeckungen, versteckte Schönheiten. Ein Reiseführer zu Deutschlands schönsten Schlössern, Burgen und Gärten. Herausgegeben von Schlösser und Gärten in Deutschland e. V. Regensburg 2017.

4 Zu finden unter https://dehio.org/start

5 Siehe https://www.dggl.org/gartennetz-deutschland.html

6 Siehe https://gartentraeume-sachsen-anhalt.de

7 Siehe https://gartennetz-bw.de und http://gartenkultur-thueringen.de

8 Siehe https://stadtundgruen.de/q/?21, ebenfalls verlinkt über die Webseite von Gartennetz Deutschland in der DGGL e. V. Laut eigenem Bekunden ist das Europäische Gartennetzwerk EGHN (European Garden Heritage Network) ein Zusammenschluss von derzeit mehr als 210 Gärten in 21 Ländern Europas.

Prof. Dr.-Ing. Johannes Schwarzkopf
Autor

Professor für „Gartendenkmalpflege und Freiraumplanung“

Fachhochschule Erfurt

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