Analysen und Entgegnungen im antipluralistischen Diskurs

Populistische Herausforderungen in der Umweltpolitik

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Populismus ist längst in der Umweltpolitik angekommen. Grüne Eliten würden gegen das Volk agieren, ist eine der bekanntesten Aussagen rechtspopulistischer Akteure. Mit diesem Beitrag soll Licht auf dieses Phänomen geworfen werden. Zunächst wird das Phänomen Populismus charakteristisch erklärt. Daraufhin werden zentrale Narrative im Bereich der Umweltpolitik aufgezeigt und mögliche Reaktionen präsentiert.
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Streetart gegen fossile Energiepolitik. Foto: Albert Denk

Was ist Populismus?

Populismus ist ein viel diskutiertes, jedoch sehr unterschiedlich definiertes Phänomen. Um besser zu verstehen, was damit gemeint ist, haben wir im Rahmen des Forschungsprojekts „Umweltpolitik und die populistische Herausforderung“ im Auftrag des Umweltbundesamts über 300 Dokumente analysiert, die sich wissenschaftlich mit Populismus in der Umweltpolitik beschäftigen (Denk und Siebert 2024).

Zudem haben wir eigene Erhebungen durchgeführt, indem wir sogenannte Fachdialoge, Fokusgruppen und Einzelinterviews mit von Populismus betroffenen Akteuren im umweltpolitischen Bereich geführt haben. Gilt es, Populismus in einem Satz zu beschreiben, so kann er als Metaerzählung definiert werden, die die Geschichte eines von Eliten betrogenen Volkes erzählt.

     

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      Verdeckte Hassbotschaft gegen Grün/Umweltpolitik. Foto: Albert Denk
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      Gleichsetzung der Grünen mit Kampf gegen Drogen. Foto: Albert Denk

      In unserem Forschungsprojekt konnten wir drei wesentliche Charakteristika herausarbeiten, anhand derer sich Populismus identifizieren lässt:

      Mit Populismus wird ein antipluralistisches Gesellschaftsverständnis vermittelt. Den vermeintlich moralisch verwerflich handelnden Eliten wird in der populistischen Erzählung ein homogen imaginiertes Volk mit einem einheitlichen Volkswillen gegenübergestellt. Dies geht häufig mit einer grundlegenden Skepsis gegenüber parlamentarischen Aushandlungsprozessen einher, sodass wesentliche Institutionen einer Demokratie abgewertet werden.

      Zentrales Merkmal ist eine pauschale Elitenkritik. Damit ist nicht die Kritik an einzelnen Handlungen politischer oder gesellschaftlicher Eliten gemeint, sondern die grundlegende Infragestellung der Daseinsberechtigung (Delegitimation) bestimmter Akteursgruppen (aus Politik, Wissenschaft, Medien, Politik, Wirtschaft oder Zivilgesellschaft), indem einer ganzen Partei, einer politischen Bewegung oder einer Denkrichtung betrügerisches Handeln und niedere Motive unterstellt werden.

      Zudem basiert Populismus auf der Forderung nach radikaler Volkssouveränität. Populist:innen inszenieren sich häufig als alleinige Vertreter:innen und Fürsprecher:innen des Volkswillens, was zu einer Ablehnung demokratischer Aushandlungsprozesse und Institutionen führen kann. Zum Teil werden Modelle der direkten Machtausübung durch die Bevölkerung gefordert – nicht jedoch als Ergänzung zur, sondern als Ersatz für die repräsentative Demokratie. Es geht also nicht um die Ergänzung einzelner Elemente der Öffentlichkeitsbeteiligung oder die Forderung nach Bürger- und Volksentscheiden, sondern um ein radikales, ausschließliches Verständnis von Volkssouveränität, das parlamentarische Institutionen grundlegend ablehnt.

      Populismus wird vielfach unzureichend zugeschrieben, wenn etwa Aussagen lediglich bagatellisiert, verkürzt, vereinfacht oder emotionalisiert werden. Erst wenn die Metaerzählung des von Eliten betrogenen Volkes bedient wird und die oben aufgeführten Charakteristika vorliegen, kann eine Aussage als populistisch eingeordnet werden.

      Darüber hinaus ist es weniger sinnvoll, einzelne Akteure als Populist:innen zu kennzeichnen. Vielmehr sollte auf die verbreiteten Narrative geachtet werden, um Populismus zu identifizieren. Dies verhindert, dass Populismus vorschnell diagnostiziert und Akteure pauschal kategorisiert werden und erfordert stattdessen eine inhaltliche Begründung der Einordnung.

      Populismus in der Umweltpolitik

      In der Umweltpolitik lässt sich zunehmend beobachten, wie die populistische Metaerzählung herangezogen wird, um umweltpolitische Akteure, Institutionen und Maßnahmen zu delegitimieren. Das gefährdet gesellschaftliches Vertrauen in die Politik und erschwert umweltpolitisches Handeln. In unserem Forschungsprojekt haben wir sieben zentrale populistische Narrative gegen Umweltpolitik identifizieren können.

      Mit Blick auf die Forschungsliteratur fällt auf, dass gegen Umweltpolitik gerichteter Populismus vor allem rechtsideologisch aufgeladen ist, das heißt, dass die populistische Metaerzählung in vielen Fällen mit einer völkisch-nationalistischen und autoritären Argumentationslogik einhergeht. In den unten aufgeführten Narrativen zeigt sich entsprechend ein fließender Übergang zwischen populistischen und rechtsideologischen Argumentationsweisen, wodurch sich die breite Anschlussfähigkeit der Narrative in rechtslibertäre, marktradikale, rechtsextreme und völkische Milieus erklärt.

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      Der Klimawandel vor der Haustür. Foto: Chris Gallagher

      Im Folgenden werden die sieben Narrative dargelegt:

      Das erste Narrativ ist das einer inszenierten Klimakrise. Dabei wird etwa behauptet, der Klimawandel sei ein Schwindel. Es wird also ein wissenschaftlicher Konsens in Frage gestellt, der bis hin zur Leugnung des menschengemachten Klimawandels geht. Dabei wird ein grundlegendes Misstrauen gegenüber journalistischen, politischen und wissenschaftlichen Institutionen erzeugt. Beispielsweise behauptet der pseudowissenschaftliche Verein EIKE (Europäisches Institut für Klima und Energie), der Klimawandel sei ein Schwindel gegenüber der Bevölkerung. Elemente der Klimawandelleugnung finden sich auch wiederkehrend in Wahlprogrammen der Alternative für Deutschland (AfD).

      Das zweite Narrativ ist das einer geplanten Deindustrialisierung. Dabei wird behauptet, Umweltpolitik ginge auf Kosten der Volkswirtschaft. Es würde mutwillig der Wirtschaftsstandort Deutschland gefährdet, denn dies sei eine Konsequenz irrationaler Politik. Zentrales Beispiel ist die Transformation der Automobilindustrie, die wiederkehrend als Angriff auf das Herzstück der deutschen Wirtschaft beschrieben wird. Damit gehen zudem weitere Erzählungen einher, wie das Szenario von drohenden Blackouts und einer Gefährdung der Stromversorgung in Folge des Kohleausstiegs. Es folgt die Forderung nach der Förderung von Braunkohle und dem Wiedereinstieg in die Atomenergie.

      Das dritte Narrativ inszeniert Umweltpolitik als eine beabsichtigte Benachteiligung, die zu Lasten des Volkes gehe. Während zuvor der Wirtschaftsstandort im Fokus steht, wird Umweltpolitik hier als großes Umverteilungsprojekt von unten nach oben beschrieben, das Geringverdiener:innen und den "kleinen Mann" mutwillig benachteilige. An dieser Stelle gilt es anzuerkennen: Selbstverständlich existieren sozial-ökologische Ungleichheiten, die Kosten und Nutzen von Transformationsprojekten sind zum Teil sehr ungleich verteilt. Bei den populistischen Aussagen handelt es sich jedoch um eine Instrumentalisierung dieser Problemlagen mit dem Ziel, umweltpolitisches Handeln grundlegend zu delegitimieren, anstatt konstruktive Vorschläge zur gerechteren Gestaltung umweltpolitischer Maßnahmen zu machen.

      Das vierte Narrativ ist das einer Freiheitsberaubung. Dabei geht es zentral um die Idee, es gäbe eine drohende "Öko-Diktatur". Umweltpolitik wird pauschal als autoritärer und antidemokratischer Eingriff in die persönlichen Freiheitsrechte beschrieben. Besonders prägnant wird dies mit der Erzählung eines drohenden "Klimalockdowns". Aber auch Verschwörungsmythen wie eine "Plandemie" und ein "Great Reset" stehen in Verbindung mit diesem Narrativ. Im Wesentlichen wird Umweltpolitik als eine Art Kulturkampf stilisiert, als ein Angriff auf eine vermeintlich traditionelle Lebensweise und den Status Quo. Als Feindbild wird allen voran eine kosmopolitische Weltsicht inszeniert.

      Das fünfte Narrativ beschreibt Umweltpolitik als ein elitäres Ideologieprojekt, das wider des "gesunden Menschenverstandes" umgesetzt wird. Es wird eine vermeintlich hysterische Stimmung in Gesellschaft, Medien und Wissenschaft problematisiert und diesen Institutionen ein irrationaler Alarmismus unterstellt. Zudem wird von einer quasi-religiösen, kult-ähnlichen Klimahysterie gesprochen. Auffallend ist bei diesem Narrativ, dass es vielfach auch um sexistische, menschenverachtende Angriffe allen voran auf junge Frauen in den Klima- und Umweltbewegungen geht. Personen wie Greta Thunberg und Luisa Neubauer werden immer wieder Ziel solcher Angriffe. In diesem Narrativ zeigt sich zudem ein technokratischer Populismus, denn es wird eine selektive und ambivalente Wissenschaftsgläubigkeit deutlich.

      Das sechste Narrativ bezeichnet Umweltpolitik als eine Agenda, die durch "globale Kräfte" gelenkt werde und den Nationalstaat bedrohe. In diesem Narrativ werden nationalistische Einstellungsmuster deutlich, bei denen das Szenario eines Verlustes der nationalen Souveränität im Mittelpunkt steht. Damit werden meist antisemitische, rassistische und queer-feindliche Verschwörungsmythen verwoben. Das Narrativ baut auf einen rechtsideologischen Kern des Nationalismus und Autoritarismus auf (Denk 2025).

      Das siebte Narrativ ist das der Natur- und Heimatzerstörung. Umweltpolitik bedrohe die heimischen Kulturlandschaften, so die Erzählung. Beispielsweise werden erneuerbare Energien als übermäßige Gefahr für das Tierwohl und den Artenschutz dargestellt. Selbstverständlich existieren Zielkonflikte zwischen Klima- und Umweltpolitik, jedoch werden hier – wie in der Frage der Gerechtigkeit –umweltpolitische Belange gegen klimapolitische Bestrebungen instrumentalisiert, um letztere grundsätzlich zu verhindern und zu delegitimieren, anstatt die Klimapolitik umwelt- und artenfreundlicher zu gestalten. In diesem Narrativ wird auch die selektive Anwendung dieser Argumentationslogik deutlich, wenn es darum geht, die ästhetischen und umweltpolitischen Auswirkungen von Windkraftanlagen zu problematisieren, während die Konsequenzen von Autobahnen, Kohletagebaue oder Starkstromtrassen für die Umwelt verschwiegen werden.

      Gemein haben die sieben Narrative, dass nachweisbare Zielkonflikte (z. B. Verteilungsfragen) aufgegriffen werden, nicht jedoch um konstruktive Vorschläge zur Auflösung dieser Zielkonflikte (z. B. eine gerechtere Verteilung der Kosten und Nutzen in der Transformation) zu machen, sondern um Umweltpolitik per se zu delegitimieren.

      Es werden einfache Lösungen für komplexe Probleme angeboten, negative Zukunftsbilder gezeichnet und ein dauerhafter Bedrohungszustand evoziert. Politische Emotionen wie Wut, Angst und Empörung, aber auch Stolz, Überlegenheit und Selbstermächtigung sind dabei zentral. Ganz gezielt werden gesellschaftliche Triggerpunkte (z. B. Fleischkonsum, Dieselverbrenner) bespielt, um Polarisierung zu erzeugen.

      Verbunden mit Verschwörungsmythen bis hin zur grundlegenden Ablehnung wesentlicher demokratischer Institutionen wird eine Krisenrhetorik erzeugt, die mit Feindbildern und der damit einhergehenden Ausgrenzung und Andersmachung von Menschen arbeitet.

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      Alternativen zum herkömmlichen Bauen. Foto: Jenny Theolin
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      Windkraft macht bereits 31.6 Prozent (2025) der Stromquellen im öffentlichen Netz in Deutschland aus. Foto: Karsten Würth Foto: Karsten Würth

      Wer bedient die populistischen Narrative gegen Umweltpolitik?

      Mit Blick auf die Frage, wer die Akteure in der Verbreitung populistischer Narrative gegen Umweltpolitik sind, zeigt sich ein Bild aus sechs idealtypischen Sozialfiguren (Schipperges und Denk 2024).

      Es handelt sich um Nationalliberal-Konservative, Abstiegsbedrohte-Skeptische, Radikal-Individualistische, Traditionell-Heimatbezogene, Neoliberale Performer und Veränderungsoffene-Prekäre.

      Bei all diesen Gruppen kommt es zu einem Zusammenspiel aus Nachhaltigkeitsferne, Beteiligungsferne und populistischen Einstellungen. Und in dieser Erkenntnis werden wesentliche, strukturelle Reaktionsmöglichkeiten auf populistische Interventionen deutlich.

      Wer Populismus in der Umweltpolitik begegnen will, muss (mehr) Öffentlichkeitsbeteiligung schaffen (Ivleva et al. 2026) und Transformationsprozesse sozial gerechter gestalten.

      Wie kann individuell reagiert werden?

      Auf der kommunikativen Ebene ist eine Reaktion nicht immer ratsam. Beispielsweise gibt es bedrohliche Situationen, wo der Selbstschutz immer Vorrang haben sollte. Teils herrscht beim Gegenüber eine fehlende Gesprächsbereitschaft vor oder es fehlt die Zeit, sich ausreichend über einen Sachverhalt zu informieren.

      Allerdings trägt ein Schweigen auf populistische Aussagen zu deren Normalisierung bei. Wenn ein wissenschaftlicher Konsens, eine journalistische Berichterstattung, eine umweltpolitische Maßnahme oder ein umweltpolitischer Akteur pauschal delegitimiert werden, gibt es schnelle Reaktionsmöglichkeiten, die kontextunabhängig sind.

      Hierzu bieten sich drei mögliche Rückfragen an:

      Warum denkst du, dass die falsch liegen?
      Was würde dich vom Gegenteil überzeugen?
      Wie wählst du Leute aus, denen du Vertrauen schenkst?

      Offene Rückfragen, die etwa die Quellenlage adressieren, fordern mehr Präzision von den sich populistisch äußernden Akteuren ein. Gleichzeitig eröffnen sie einen Dialog. Auf der inhaltlichen Ebene kann daran anschließend spezifisch auf die sieben Narrative eingegangen werden (Achour, Girnus und Denk 2026).

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      Populisten lehnen demokratische Aushandlungsprozesse ab. Foto: Li-An Lim
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      In den Jahren mit Hitze und Trockenheit 2018, 2019 und 2022 erreichte die Anzahl der Waldbrände den höchsten Stand seit 2003. Foto: Matt Palmer / Unsplash

      Wenn erstens behauptet wird, der Klimawandel sei ein Schwindel und die Klimakrise sei inszeniert, dann kann darauf geantwortet werden, dass es einen Konsens unter über 90 Prozent aller Forschenden gibt, die wissenschaftlich darlegen, dass der gegenwärtige Klimawandel wesentlich durch Menschen verursacht wurde.

      Zweitens kann auf die Behauptung, Natur- und Umweltschutz seien auf Kosten der Volkswirtschaft und die Bundesregierung plane eine Deindustrialisierung Deutschlands, geantwortet werden, dass ein intaktes Ökosystem geradezu notwendig für den wirtschaftlichen Erfolg, auch im Besonderen der industriellen Produktion, ist. Zudem sind grüne Technologien wie Batterien, Elektroautos oder Wärmepumpen ein ganz wesentlicher Treiber für den wirtschaftlichen Erfolg. Und andersherum senkt der Rückbau umweltschädlicher Industriezweige die negativen Auswirkungen im Bereich der Gesundheit und Lebenserwartung, was wiederum nicht nur gesellschaftlich, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll ist.

      Beim dritten Narrativ wird behauptet, dass Natur- und Umweltschutz zu Lasten des Volkes gingen und die "einfache Bevölkerung" bewusst benachteiligt würde. Dabei benachteiligt gerade der ausbleibende Natur- und Umweltschutz marginalisierte Gruppen in besonderem Maße – global, aber auch in Deutschland.

      Hierzulande sind die Folgen der Klimakrise allen voran für Arme, Alte, Frauen, Kinder, Menschen mit Behinderung und/oder Migrations- wie Fluchterfahrung besonders spürbar, da auch hierzulande die Auswirkungen von klimawandelbedingten Bränden, Dürren, Hitze, Überschwemmungen und der Verlust der Artenvielfalt aufgrund struktureller Ungleichheiten sehr ungleich verteilt sind.

      Gleichzeitig gilt es anzuerkennen, dass die gegenwärtige Ausgestaltung von Umwelt- und Klimapolitik tatsächlich in Teilen niedrige Einkommensgruppen disproportional belastet, und konkrete Vorschläge zu machen, wie umwelt- und klimapolitische Maßnahmen sozial gerechter gestaltet werden können.

      Nach dem vierten Narrativ drohe eine "Ökodiktatur" und die Bevölkerung würde ihrer Freiheit beraubt werden. Auch hier ist das Gegenteil der Fall, denn politische Akteure sind demokratisch gewählt und versuchen die von ihnen als richtig erachtete Politik mit demokratischen Mitteln umzusetzen.

      Das fünfte Narrativ behauptet, dass Natur- und Umweltschutz wider des "gesunden Menschenverstandes" umgesetzt würden und ein Ideologieprojekt der Elite seien.

      Dieser Behauptung lässt sich entgegnen, dass die Mehrheit der deutschen Bevölkerung von den Vorteilen des Natur- und Umweltschutzes überzeugt sind. Diese beugen Umweltkatastrophen vor, verlangsamen die Klimakrise, steigern das Wohlbefinden und fördern die Gesundheit. Ganz zu Schweigen davon, dass sich die Mehrheit der Bevölkerung eine lebenswerte Zukunft für ihre Kinder und die nachfolgenden Generationen wünscht. Diese Zukunft wird durch Natur- und Umweltschutz gewährleistet.

      Dem sechsten Narrativ, wonach der Klimaschutz eine Bedrohung für den Nationalstaat darstelle, lässt sich entgegnen, dass es selbst auf Ebene der internationalen Politik allen voran nationalstaatliche Akteure sind, die die Abkommen verhandeln und verabschieden. Im Falle Deutschlands handelt es sich dabei um eine demokratisch gewählte Regierung.

      Das siebte Narrativ beschreibt, dass der Klimaschutz die heimischen Kulturlandschaften bedrohe sowie die Natur und Heimat zerstörten. Umwelt- und Klimaschutz gehen jedoch miteinander einher und der Schutz der Natur wird in einem durch den Klimawandel destabilisierten Ökosystem geradezu verunmöglicht.

      Gleichzeitig müssen potenzielle negative Auswirkungen von Transformationsprojekten auf lokale Ökosysteme anerkannt und entsprechend Maßnahmen ergriffen werden, um diese einzudämmen. Letztlich ist es immer ein fortlaufender, gesamtgesellschaftlicher Aushandlungsprozess, was als Kulturlandschaft und als besonders schützenswert gilt.

      Literaturverzeichnis

      • Achour, Sabine; Girnus, Luisa und Denk, Albert (2026): Von "Ökodiktatur" bis "Klimawandellüge". Strategien bei neurechten Interventionen im Natur- und Klimaschutz. 11 Handlungsempfehlungen. Frankfurt a.M.: Wochenschau Verlag.
      • Denk, Albert (2025): Globale Demokratie. Warum weltweite Probleme ein neues politisches Miteinander erfordern. München: oekom.
      • Denk, Albert und Siebert, Johanna (2024): "Grüne Eliten gegen den Volkswillen". Populistische Narrative im Bereich der Umweltpolitik. Dessau-Roßlau: Umweltbundesamt.
      • Ivleva, Daria; Schipperges, Michael; Lell, Ottmar; Dasch, Sophia und Düben, Ansgar (2026): Umweltpolitik im Dialog. Partizipative Formate für skeptische Personengruppen. Dessau-Roßlau: Umweltbundesamt.
      • Schipperges, Michael und Denk, Albert (2024): Umweltpolitik im Dialog: Umwelt / Populismus / Demokratie. Ergebnisse des Arbeitspakets 1: Wissenschaftliche Grundlagen. Dessau-Roßlau: Umweltbundesamt.

      Sämtliche Links unter stadtundgruen.de/q/

       Albert Denk
      Autor

      Freie Universität Berlin

       Johanna Siebert
      Autorin

      Das Progressive Zentrum e.V.

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