Artenvielfalt

Philine Zieschang leitet neue Beratungsstelle am Botanischen Garten Berlin

Von der städtischen Grünanlage bis zur Kleingarten-Parzelle – die neue kostenfreie Botanische Beratungsstelle bietet in Berlin nun Informationen zu Biodiversität. Fragen werden beantwortet wie: Wie lässt sich Berlin naturnah begrünen? Was können wir alle tun, damit unsere Grünflächen biodiverser werden? Welche Rolle spielen dabei regionales Saatgut und gebietseigene Pflanzen?
Persönliches Biodiversität
Philine Zieschang will als Leiterin der neuen Beratungsstelle des Botanischen Gartens Bürgerinnen und Bürger zur Steigerung der Artenvielfalt in Berlin wissenschaftlich beraten. Foto: Botanischer Garten Berlin

Die Beratung verbindet die gärtnerische Expertise der Institution mit den neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft. Gefördert wird das Projekt von der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU).

Leiterin der neuen Beratungsstelle "Urbane Biodiversität, Stadtökologie und Botanischer Artenschutz" (Botanische Beratungsstelle) ist Stadtgrün-Expertin Philine Zieschang. Als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis widmet sich die neue Beratungsstelle der urbanen Biodiversität und Stadtökologie sowie dem Artenschutz der Pflanzenwelt. Dabei fließen Erkenntnisse der Wissenschaft in die praktischen Empfehlungen ein: "Unser Know-how geben wir weiter – von der Dahlemer Saatgutbank bis hin zur aktuellen genetischen Forschung", erläutert Thomas Borsch, Direktor des Botanischen Gartens Berlin. "In Kombination mit dem gärtnerischen Wissen unserer nahezu 350-jährigen Institution und unseren Erfahrungen im praktischen Artenschutz durch Projekte wie das bundesweite Wildpflanzen-Schutzprojekt 'WIPs-De' können wir einen Mehrwert für den botanischen Artenschutz im Land Berlin leisten."

Berlin zählt zu den grünsten Hauptstädten Europas – aber den Pflanzen geht es nicht allzu gut: Von den über 1500 heimischen Farn- und Blütenpflanzen gilt ein Sechstel als ausgestorben oder verschollen. Ein Drittel der restlichen Arten ist gefährdet. "Wenn wir auf unseren städtischen Flächen keine austauschbare ,Blühkultur aus dem Baumarkt' haben wollen, dann müssen wir jetzt gemeinsam handeln. Dafür brauchen wir in der Breite der Berliner Stadtgesellschaft mehr Wissen über botanischen Artenschutz", so Borsch. "Mit unserer neuen Beratungsstelle setzen wir genau da an. Wir freuen uns auf den Austausch mit den Berlinerinnen und Berlinern, ebenso wie auf den Dialog mit den Bezirken der Stadt – und verstehen unser Engagement als einen Baustein der aktiven Umsetzung der Berliner Strategie zur Biologischen Vielfalt", sagt Zieschang.

Mit nahezu 20000 Pflanzenarten ist der Botanische Garten Berlin der größte in Deutschland und zählt zu den bedeutendsten weltweit.

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