Eine Spekulation zum neuen Interesse an einem alten Diskurs

Atmosphäre

von

Für Entwerfer gehört das Herstellen von Atmosphären zu einer grundlegenden Tätigkeit. Sie wissen aber auch, dass sie sich mit dem Denken von Atmosphären beschäftigen müssen. Dieses ist notwendig, um zum Beispiel den Unterschied zwischen der Atmosphäre herauszuarbeiten, die mit Hilfe eines Mediums (hier zum Beispiel eines Modellfotos) versucht wird zu transportieren und der Atmosphäre, die am landschaftsarchitektonischen Werk möglicherweise zu erfahren ist. Wird dieser selbstverständliche Unterschied hinreichend bedacht? Foto: Sebastian Feldhusen

Gegenwärtig wird im Fachdiskurs¹) intensiv über "Atmosphären" diskutiert. An den Hochschulen werden Tagungen veranstaltet, Publikationen veröffentlicht und in den Seminaren einschlägige Lektüre empfohlen; in der Architekturkritik, dem Feuilleton sowie in der Entwurfspraxis ist der Begriff ein geflügeltes Wort.²) Der Diskurs über Atmosphären ist momentan "heiß", aber nicht neu. Spätestens Mitte der 1990er Jahre gab der Philosoph Gernot Böhme den entscheidenden Impuls, stärker über Atmosphären in der Ästhetik nachzudenken.³) Dieses stieß kurze Zeit später auch im Bereich der Architektur auf Interesse. In der Mai-Ausgabe von Stadt + Grün (S. 53-57) wurde versucht, einen Einstieg über das Thema im Bezug zur Landschaftsarchitektur zu finden, indem drei "Absichten" von denjenigen herausgestellt wurden, die mit Atmosphären in Berührung kommen: Der Mensch, der Atmosphären [1.] wahrnimmt, [2.] denkt oder [3.] entwirft. In diesem Artikel wird nun der Frage nachgegangen, warum dem Phänomen "Atmosphäre" gegenwärtig womöglich eine solche Aufmerksamkeit zuteil wird, insbesondere an Hochschulen. Nach einer Vorbemerkung wird sich dieser Frage in Form einer ,Spekulation' im Bezug zur jüngeren Hochschulentwicklung in Deutschland genähert.

Zum Verhältnis von Theorie und Praxis

Es dürfte unstrittig sein, dass geisteswissenschaftliche Theorien und die damit verbundenen Diskurse und prägenden Begriffe "Konjunkturen" unterliegen (Hagner 2012, 1:40-2:15). So auch im Bereich der Architektur und dort auch zum Diskurs über Atmosphären. Allerdings ist der Diskurs von einem Typus, der nicht nur im akademischen Kreis, sondern auch in der Entwurfspraxis verhandelt wird.

Foto: Sebastian Feldhusen

Das ist nicht selbstverständlich. Denn architekturtheoretisches Nachdenken kann sich soweit und dauerhaft (!) von der Architektur lösen, sodass deren Inhalte von der Entwurfspraxis nicht einmal vernommen werden. Für solche Architekturtheoretiker ist Theorie auch ohne eine sich entwickelnde Architektur denkbar; sie begnügen sich mit dem Bestand, häufig historischem. Eine mögliche Folge: Die Architekturtheorie läuft Gefahr, zur Literatur oder zum reinen Text zu werden (vgl. Führ 2004, S. 36). Daneben sind unter praktizierenden Architekten immer wieder Stimmen zu vernehmen, die ihr Unbehagen gegen Architekturtheorien bekunden, wenn sie über eine Konzept- oder Baubeschreibung für ein konkretes Projekt hinausgehen. Denn sie verstehen das Entwerfen als ihr "Kerngeschäft", das kein Raum für projektunabhängiges Nachdenken zulässt. Für sie ist Theorie etwas für untalentierte Architekten, im äußersten Fall ein Betätigungsfeld in auftragsarmer Zeit. Eine mögliche Folge: Das Entwerfen läuft Gefahr, orientierungslos zu werden (vgl. Hahn 2008, S. 27-29).4

Beides trifft auf den gegenwärtig geführten Diskurs über Atmosphären in der Architektur nicht zu. Theoretiker und Landschaftsarchitekten setzen sich theoretisch

und experimentell mit jeweils unterschiedlichen Methoden und Intentionen mit Atmosphären auseinander. Die Methoden reichen von empirischen und/oder phänomenologisch-hermeneutischen5 Untersuchungen, bis zu künstlerischen und/oder entwurfsbasierten Studien.6 Die Intentionen umfassen das Bedürfnis nach begrifflicher Präzision (Atmosphären denken), bis zum Wunsch nach der Entwicklung von Strategien, die für das Entwerfen von Atmosphären bedeutsam erscheinen (Atmosphären herstellen). Aber warum wird das Thema gerade gegenwärtig erneut intensiv an Hochschulen behandelt?

Eine Spekulation: Impulse für den Diskurs über Atmosphären durch den Bologna-Prozess

Mit der Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge Anfang bis Mitte der 2000er Jahre hat sich das Hochschulsystem verändert. Der Bachelor wird als erster berufsqualifizierender, der Master als eher forschungsorientierter Abschluss und, sofern man die Promotion mit aufzählt, der Doktor als Nachweis für selbstständiges wissenschaftliches Arbeiten verstanden.7 Das bringt die Fakultäten im Bereich der Architektur in Erklärungs- und Handlungsdruck. Denn die entwurfsorientierten Studiengänge sind zumeist als "Projektstudium" konzipiert. Darin soll der Studierende "praxisnah" dazu befähigt werden, architektonische Entwürfe zu entwickeln. Spätestens in einem forschungsorientierten Master-Studiengang und unumgänglich in einer Promotion muss zusätzlich plausibel gemacht werden, wie der Entwurf in Bezug zur Wissenschaft steht und wie Forschung betrieben wird.8 Das bereitet Probleme. Denn ist Landschaftsarchitektur überhaupt eine Wissenschaft? Ist Forschung eine Tätigkeit, die mit dem Entwerfen gleichzusetzen ist?9

Foto: Sebastian Feldhusen

Spätestens im Rahmen von Akkreditierungen für die neuen Studiengänge wurde offenkundig, was alle immer schon wussten: Die Forschung, die ein entwurfsorientiertes Fachgebiet vertritt, ist häufig quantitativ und strukturell nicht mit der Forschung vergleichbar, die beispielsweise an einem naturwissenschaftlich geprägten Fachgebiet betrieben wird. Manche entwurfsorientierten Fachgebiete stellten sich in diesem Zusammenhang erstmals seit langer Zeit wieder die Frage, mit was sie sich wissenschaftlich beschäftigen sollten.

Das Thema "Atmosphäre" bot sich denkbar gut an. Schließlich wird dem Studierenden in Vorlesungen, Seminaren und Korrekturen vermittelt, dass ihre Entwürfe - neben sonstigen "Aspekten" - insbesondere "atmosphärische Qualitäten" besitzen sollten. Um solche machen beispielsweise natur-, wirtschafts- und zum Teil auch sozialwissenschaftliche Fachgebiete in der Landschaftsarchitektur einen Bogen. Wird Landschaftsarchitektur von diesen Wissenschaften beispielsweise unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit betrachtet, forschen sie zum Beispiel zu vegetativen Konzepten, Tourismusstrategien in ländlichen Regionen oder geschlechtergerechten Planung. Nicht selten empfinden entwurfsorientierte Fachgebiete solche Fragestellungen als ein zu enges Korsett, das ihre schöpferische Arbeit und auch das Nachdenken über ihre Arbeit "einschnürt". Sie möchten zum Beispiel - wenn man beim Thema "Nachhaltigkeit" bleibt - lieber die Frage stellen: Welchen nachhaltigen Wert haben "atmosphärische Qualitäten" in der Gestaltung von Freiräumen? Zugleich wird damit keineswegs unbeabsichtigt auf die blinden Flecken der genannten Wissenschaften verwiesen, dass nämlich "atmosphärische Qualität" kein "Aspekt" unter vielen weiteren, sondern ein Grundzug des Architektonischen sei und deshalb eine vordringliche und besondere Aufmerksamkeit zuteil werden müsse.

Darüber hinaus wird von entwurfsbasierten Fachgebieten gerne danach gefragt, wie Atmosphären "belegt" werden könnten, sodass ihre Forschungsergebnisse einen gleichen wissenschaftlichen Stellenwert wie beispielsweise die von natur-, wirtschafts- oder sozialwissenschaftliche einzunehmen vermögen. Damit werden die nicht-entwurfsorientierten Fachgebiete als "Hilfsdisziplinen" (FG Objektplanung/Entwerfen 2012) verstanden, die den Entwerfer in bestimmter Hinsicht dazu verhelfen, Sachverhalte einschätzen oder klären zu können. Darüber hinaus wird von entwurfsorientierten Fachgebieten gerne danach gefragt, wie Atmosphären ,belegt' werden könnten, sodass ihre Forschungsergebnisse einen gleichen wissenschaftlichen Stellenwert wie beispielsweise die von natur-, wirtschafts- oder sozialwissenschaftliche einzunehmen vermögen.

Abstrakt könnte diese theoretische Auseinandersetzung mit Atmosphäre als eine Flucht nach vorne gedeutet werden: Je mehr man über das Phänomen weiß, desto plausibler kann dargelegt werden, dass "Atmosphäre" untrennbar zur Landschaftsarchitektur gehört und andere Inhalte (siehe oben) zwar wichtig, dennoch nur "Aspekte" unter vielen weiteren sind, die es in einem Entwurf zu integrieren und von Fall zu Fall zu berücksichtigen gilt.

Konflikte zwischen dem Herstellen und dem Denken von Atmosphären

Wenn die entwurfsorientierten Fachgebiete selbstbewusst diesen Weg nehmen, müssen sie sich, neben dem Herstellen von Atmosphären - der von ihnen selbst definierten "ureigensten Aufgabe" (Köhler 2002) -, auch mit dem Denken von Atmosphären beschäftigen. Das ist ihnen bewusst. Denn machen sie dass nicht, müssen sie der Kritik entgegnen, dass sie Forschung betreiben, deren Ergebnisse von vornherein feststehen oder sogar nur deshalb betrieben wird, um ihr Handeln zu legitimieren.

Neben dem Herstellen von Atmosphären, bemühen sich die Entwerfer auch um das Denken von Atmosphären. Hierzu gehört es auch, Atmosphären analysieren und interpretieren zu können. Wie sehen aber die Instrumente der Entwerfer aus, um beispielsweise die Atmosphäre der Spanischen Treppe (Rom) zu analysieren und zu interepretieren? Foto: Sebastian Feldhusen

Das Herstellen und Denken von Atmosphären in einer Position in den Griff zu bekommen, kann für die entwurfsorientierten Fachgebiete aber auch zur Zerreißprobe werden; zwei Beispiele: Der Architekturtheoretiker Achim Hahn argumentiert, dass Atmosphären durch den Architekten mit Hilfe von baulicher Substanz gar nicht hergestellt werden könnten, da sie stets in einem situativen Kontext stünden, der "die [individuelle, S. F.] menschliche Natur mit einschließt". Der Architekt müsse "warten, abwarten und erwarten, ob sich jene Stimmungen ereignen oder ausbleiben". Ihm bleibe nur die Möglichkeit, das Zusammentreffen mit der Architektur "nachträglich sprachlich zu veranschaulichen" (Hahn 2012a: 126 f). Landschaftsarchitekten können nach Hahn also Atmosphären gar nicht herstellen. Wie ist diese Position mit dem Selbstverständnis vereinbar, dass sich der Architekt als Experte für das Herstellen von Atmosphären begreift? Wenn es nicht vereinbar ist, müssen die entwurfsorientierten Fachgebiete erklären, warum dieses der Fall ist. Hierbei dürfen sie keine Verteidigungsrolle einnehmen, sondern - unabhängig von den gewählten Methoden - das Mindestmaß an Wissenschaftlichkeit erfüllen: Nachvollziehbar die eigenen Gedanken vermitteln.

Das zweite Beispiel: Weit verbreitete Publikationen, insbesondere der Philosophen Gernot Böhme und Hermann Schmitz sowie sich darauf beziehende "neuere" Publikationen, zum Beispiel des Geographen Jürgen Hasse, stimmen bekanntlich darüber ein, dass uns "Atmosphären [...] weder [...] als [...] subjektive Erfahrung noch als objektive Tatsachen gegeben [sind], sondern als etwas zwischen beiden möglichen Gegebenheitsformen" (Ferran 2012). Darauf aufbauend wird unter anderem diskutiert, wo im Vollzug der Wahrnehmung die Atmosphäre eher verortet ist (eher im Subjekt oder eher im Objekt).10 Wie unterschiedlich die Positionen auch sein mögen: Immer sind Atmosphären gemeint, die im Zusammentreffen von Subjekt und Objekt gründen. Im Entwurfsprozess kommt der Entwerfer allerdings in der Regel nicht mit dem architektonischen Werk in Kontakt, mit dem sich eine Atmosphäre einstellen soll. Über mögliche Atmosphären des Werkes wird auf Grundlage von Skizzen, Zeichnungen, Fotos und Modellen gesprochen. Sie sind aber nicht das Werk, mit dem sich eine "atmosphärische Qualität" einstellen soll, sondern Medien, die Aspekte des Werkes zu vermitteln versuchen. Es stellt sich jedoch die Frage, ob dabei bedacht wird, dass das Betrachten dieser Medien ein Wahrnehmungsprozess ist, bei dem sich - unabhängig von dem architektonischen Werk - auch eine eigenständige atmosphärische Dimension eröffnet.

Abb.: http://www.entwerfen. tuberlin.de/fileadmin/FG/OplaEntw/TAGUNGEN/Flyer_TagungAtmosph_ren.pdf

Der in den letzten Jahren verstärkt geführte Diskurs an Hochschulen über Atmosphären im architektonischen Bereich, drückt sich beispielsweise in Tagungen aus (Abb. oben) „Atmosphären entwerfen. Das Atmosphärische in der Landschaftsarchitektur“ (10.05. bis 12.05.12) des Fachgebiets Objektplanung/Entwerfen der TU Berlin und (Abb. unten) „Atmosphäre atmosphäreln – zur präzisen Unbestimmtheit räumlicher Erlebensvielfalt“ des Studiengangs Freiraumplanung und des Studiengangs Landschaftsarchitektur und Regionalentwicklung an der HS Osnabrück (25.04.13). Abb.: Studiengang Freiraumplanung, HS Osnabrück

Mit diesem Beispiel wird darauf hingewiesen, dass sich entwurfsorientierte Fachgebiete im Diskurs über Atmosphären auch mit ihren im Entwurfsprozess entstehenden "Erzeugnissen" analoger und digitaler Art auseinandersetzen müssen, sodass die Atmosphäre zwischen Medium und Subjekt nicht mit der Atmosphäre verwechselt wird, die sich zwischen Werk und Subjekt einstellen könnte.

Zurück zur Spekulation. Sie lautet also, dass durch Teile des Bologna-Prozesses der Diskurs über Atmosphären im deutschsprachigen Raum an Hochschulen befördert wurde - vielleicht hat er sogar maßgeblich dazu beigetragen. Dieses werden viele Studierende, Assistenten oder Professoren sicherlich mit Argwöhnen betrachten, schließlich waren sie es, die die an die Hochschulen gestellten Forderungen in mühsamen Verhandlungen und mit Kompromissen in ein Curriculum umgesetzt haben. Sie waren es, die die zahlreichen Probleme und die zuweilen kaum zu ertragende Gedankenlosigkeit einzelner Reformbestandteile neben ihrer Lehr- und Forschungsaktivität nicht nur ertragen, sondern auch aushandeln mussten. Und dann soll gerade dieser formale Prozess, eine inhaltliche Auseinandersetzung gefördert haben? Auch wenn noch nicht die Zeit ist, eine seriöse Rückschau auf diesen gesamten Prozess zu wagen, so muss mit aller Bescheidenheit festgestellt werden, dass es in den Fakultäten kräftig gebrodelt hat - und zwar auch in einer Weise, die seinerzeit kaum vorstellbar war: Durch die (vor den Studierenden und der Kollegenschaft) - im Rahmen der Entwicklung der Curricula - notwendige grundlegende Artikulation des eigenen Verständnisses von Wissenschaft, Forschung und Lehre, hat unter anderem der Diskurs über Atmosphären einen Stoß erhalten. Man könnte gewiss auch der Meinung sein, dass dieser Diskurs nie abgebrochen ist, sodass man nicht von einem "alten" Diskurs sprechen könne, der nun neu entfacht wäre. Vielleicht kann sich darauf geeinigt werden, dass der "alte" Diskurs über Atmosphären in der Architektur, der Mitte der 1990er Jahre einen Impuls erhalten hat, gegenwärtig durch strukturelle Änderungen an den Hochschulen zumindest einen weiteren Impuls erhalten hat, der nun aber auch von den entwurfsorientierten Fachgebieten gefordert wird, die auf Grund ihres Selbstverständnisses als Hersteller von Atmosphären, sich nun auch um das Denken von Atmosphären bemühen. Wer hätte das gedacht.


Anmerkungen

1) Damit ist der Fachdiskurs gemeint, der im Bereich "Architektur" geführt wird ("Architektur" steht hier für eine Vielzahl heute ausdifferenzierter architektonischer Disziplinen, insbesondere Innenarchitektur, Hochbauarchitektur, Landschaftsarchitektur und Städtebau). Die hier geäußerten Beobachtungen zum Diskurs über Atmosphären in der Architektur, beziehen sich auf den in Deutschland.

Bitte komplett ersetzen durch:

2) Siehe zum Beispiel Tagungen "Raum und Erleben" (14.04. bis 15.04.11, TU Dresden), "Atmosphären entwerfen - Das Atmosphärische in der Landschaftsarchitektur" (10.05. bis 12.05.12, TU Berlin) und "Atmosphäre atmosphäreln? - zur präzisen Unbestimmtheit räumlicher Erlebensvielfalt" (25.04.13, HS Osnabrück) sowie Publikationen Heibach 2012, Hasse 2012, Hahn 2012a (diese Publikation ist aus der o. g. Tagung an der TU Dresden hervorgegangen), Hahn 2012b oder Brichetti/Mechsner 2013.

3) Siehe Böhme 1995. (Im Übrigen ist im Mai 2013 eine neue und erweiterte Ausgabe dieser Publikation erschienen.) Das heißt gewiss nicht, dass über Phänomene, die um den Begriff der Atmosphäre kreisen, nicht bereits viel früher und von anderen Autoren behandelt wurden. Es sei lediglich auf die verschiedenen Ansätze von "Architekturphänomenologien" hingewiesen; siehe hierzu Führ 2012.

4) Wenn man Bettina Köhler in ihrem 2002 veröffentlichten Essay folgt, hat der Begriff "Atmosphäre" noch nie zu "einer veritablen Architekturdebatte Anlass gegeben" (Köhler 2002). Dieses steht, etwa zehn Jahre später, in Kontrast zum gegenwärtig auffällig breit diskutierten Diskurs über Atmosphären.

5) Siehe zum Beispiel Hahn 2012b.

6) Siehe zum Beispiel die Fotos in Hasse 2012. Nach Auffassung von Hasse hätten die in seiner Publikation von unterschiedlichen Fotografen veröffentlichten Fotos keine "illustrative, sondern erkenntisvermittelnde Rolle" (a. a. O., S. 9).

7) Eine aktuelle Übersicht über Studiengänge im Bereich Landschaftsarchitektur hat die Garten + Landschaft in ihrer Mai-Ausgabe 2013 veröffentlicht, S. 38 f.

8) Vom 3. bis 5. November 2011 fand zu diesem Thema eine Tagung der Universität Basel (eikones) unter dem Titel "wissenschaft [sic] entwerfen. Vom forschenden Entwerfen zur Entwurfsforschung der Architektur" statt. Siehe hierzu auch Fachgebiet dreizehn/Forschungscluster Doktorandenkolloquium Entwerfen und Konstruieren im Innovationszentrum "Gestaltung von Lebensräumen" 2011 sowie das Graduiertenkolleg "Das Wissen der Künste" an der UdK Berlin, das 2012 gegründet wurde.

9) Siehe hierzu im Bereich Landschaftsarchitektur Prominski 2004 und dazu kritisch Eisel 2011, oder allgemein der architektonischen Bereich zum Beispiel Ammon/Froschauer 2013.

10) Siehe hierzu beispielsweise den Schriftwechsel zwischen Hermann Schmitz und Thomas Fuchs in Schmitz 2003, S. 175-205, insbesondere S. 190-194.

Literatur

Ammon, Sabine/Froschauer, Eva Maria 2013: Wissenschaft Entwerfen.

Vom forschenden Entwerfen zur Entwurfsforschung der Architektur. Mu?nchen.

Böhme, Gernot 1995: Atmosphäre. Essays zur neuen Ästhetik. Frankfurt am Main.

Brichetti, Katharina/Mechsner, Franz 2013 (Kuratoren): Synästhesie. Leib - Raum/Architektur. In: Wolkenkuckucksheim. 18. Jg, Heft 33. (Dieses Themenheft ist noch nicht erschienen; die Ankündigung lässt es aber bereits erahnen, dass das Thema "Atmosphäre" in Bezug zur Architektur diskutiert wird, siehe: www.cloud-cuckoo.net/journal1996-2013/inhalt/de/heft/ausgaben/113/vorschau.pdf [22.07.13]).

Eisel, Ulrich 2011: Abenteuer, Bru?che, Sicherheiten und Erschütterungen in der Landschaftsarchitektur? Über den Unterschied zwischen Theorie und Fachpolitik - sowie einige Ausku?nfte über eine Schule. Kassel.

Fachgebiet dreizehn/Forschungscluster Doktorandenkolloquium Entwerfen und Konstruieren im Innovationszentrum "Gestaltung von Lebensräumen" 2011 (Hg.): Eklat. Entwerfen und Konstruieren in Lehre, Anwendung und Theorie. Berlin.

FG [Fachgebiet] Objektplanung/Entwerfen, TU Berlin 2012 (Hg.): Atmosphären entwerfen. Das Atmosphärische in der Landschaftsarchitektur. www.freiraum.tu-berlin.de/fileadmin/FG/OplaEntw/TAGUNGEN/Programm_Atmosph_rentagung.pdf (20.03.13).

Ferran, Ingrid Vendrell 2012: Erleben, Gefühl und Wert. ,Atmosphären' in der Architektur? In: Hahn, Achim (Hg.): Raum und Erleben. Über Leiblichkeit, Gefühle und Atmosphären in der Architektur. In: Ausdruck + Gebrauch, 11. Jg., Heft 11, S. 32-58.

Führ, Eduard 2004: Denken im Bestand. Zur praxis der Architekturtheorie. Hamburg.

Führ, Eduard 2012: Inside Out. Positionen der klassischen Architekturphänomenologie. In: Hahn, Achim (Hg.): Raum und Erleben. Über Leiblichkeit, Gefühle und Atmosphären in der Architektur. In: Ausdruck + Gebrauch, 11. Jg., Heft 11,S. 32-58.

Hagner, Michael 2011 in ",Denkstoffe': Aufstieg und Fall großer Theorien". Sendung vom Radio SRF 2 am 20.09.11. www.srf.ch/sendungen/reflexe/denkstoffe-aufstieg-und-fall-grosser-theorien (20.03.13).

Hahn, Achim 2008: Architekturtheorie. Wohnen, Entwerfen, Bauen. Wien.

Hahn, Achim 2012a (Hg.): Raum und Erleben. Über Leiblichkeit, Gefühle und Atmosphären in der Architektur. In: Ausdruck + Gebrauch, 11. Jg., Heft 11.

Hahn, Achim 2012b: Erlebnislandschaft - Erlebnis Landschaft? Atmosphären im architektonischen Entwurf. Bielefeld.

Hasse, Jürgen 2012: Atmosphären der Stadt. Aufgespürte Räume. Berlin.

Heibach, Christiane 2012 (Hg.): Atmosphären. Dimensionen eines diffusen Phänomens. München.

Köhler, Bettina 2002: Atmosphäre. In: Deutsche Bauzeitung, 136. Jg., Heft 7, S. 25 f.

Prominski, Martin 2004: Landschaft entwerfen. Zur Theorie aktueller Landschaftsarchitektur. Berlin.

Schmitz, Hermann 2003: Was ist Neue Phänomenologie? Rostock.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 09/2013 .

http://jobs-in-gruen-und-bau.de/index.php?id=123&tx_patzerboerse_paboeplugin[division]=3&tx_patzerboerse_paboeplugin[unterthemen]=329++408++241&no_cache=1