Otto Linne Preis

Ausschreibung zum Quartier Lühmannstraße mit Beispielfunktion

Beim diesjährigen Otto Linne Preis geht es um das Quartier Lühmannstraße, das klimaangepasste Freiräume erhalten soll. Foto: Stadt Hamburg

Die diesjährige Aufgabenstellung richtet das Augenmerk auf ein Quartier der 1960er Jahre mit typischer Zeilenbebauung in Hamburg-Eißendorf im Bezirk Harburg - das Quartier Lühmannstraße mit einer Größe von etwa 21 Hektar.

Einer der Gründe für die Auswahl des Bearbeitungsraum ist seine Beispielfunktion. In Hamburg gibt es zahlreiche Quartiere der Nachkriegsjahrzehnte mit zum Teil drängenden Sanierungsbedarfen. Die so typische Zeilenbebauung mit den großzügigen Zwischenräumen eröffnet die Chance, in diesen Quartieren neue Lösungen für zeitgemäße und klimaangepasste Freiräume zu entwickeln und zu realisieren.

Für den ausgewählten Siedlungsraum sind in der ersten Phase zunächst Potenziale und Ideen jenseits des vordergründig Funktionalen zu finden und Positionen einer zukunftsweisenden, urbanen Landschaftsarchitektur zu den Herausforderungen des Klimaschutzes und der Klimaanpassung zu entwickeln. Dabei wird es begrüßt, wenn neben landschaftsarchitektonischen und freiraumplanerischen Ansätzen auch städtebauliche, architektonische, verkehrliche, soziologische, ökologische und künstlerische Perspektiven eingenommen werden. Erwartet werden Ideen mit konkretem Ortsbezug, die auch eine Übertragbarkeit auf ähnliche Typologien ermöglichen.

In diesem Aufgabenteil besteht die zentrale Herausforderung im großmaßstäblichen Entwerfen auf Quartiersebene. Von den Teilnehmenden wird erwartet, dass sie ein eigenständiges räumliches und strategisches Gesamtkonzept präsentieren, welches Potenziale und clevere Lösungen für klimaangepasste Freiräume im Quartier aufzeigt. Die entwickelten Ideen sollen zudem an drei ausgewählten Räumen vertiefend dargestellt werden. Dabei sind insbesondere Prinzipien und Maßnahmen der Klimaanpassung wie Gebäudebegrünung, Straßenraumbegrünung, Pflanzenverwendung, Regenwassermanagement (Verdunstung, Versickerung, verzögerte Ableitung), Neuordnung der Verkehrsflächen, Multicodierung und Entsiegelung zu integrieren.

Der Otto Linne Preis ist eine Einladung für Studierende und junge Absolvent*innen, sich mit aktuellen Themen und Herausforderungen der Fachrichtungen Landschaftsarchitektur und Freiraumplanung auseinanderzusetzen. Der Preis, ausgelobt zu Ehren des ersten Hamburger Gartendirektors Otto Linne (1869-1937), fördert die berufliche Entwicklung von jungen Planer*innen und würdigt hervorragende Leistungen im Bereich urbaner Landschaftsarchitektur.

Der Otto Linne Preis ist ein internationaler Ideenpreis zur urbanen Freiraumplanung und richtet sich insbesondere an Studierende und junge Absolvent*innen der Fachrichtung Landschaftsarchitektur. Andere Fakultäten sind zugelassen, wenn an der Hochschule ein Lehrstuhl Landschaftsarchitektur/Landschaftsplanung/Freiraumplanung eingerichtet ist. Ein Nachweis über die Betreuung durch eine*n Professor*in ist erforderlich.

Es ist ausdrücklich gewünscht, dass die Teilnehmenden in interdisziplinären Teams beispielsweise mit Stadt-/ Verkehrsplaner*innen, Architekt*innen, Ökonom*innen, Designer*innen etc. zusammenarbeiten. Ein Mitglied des Teams aus dem Fachbereich der Landschaftsarchitektur ist als federführend zu bestimmen. Der Abschluss der Absolvent*innen darf nach den Teilnahmebedingungen nicht länger als zwei Jahre zurückliegen.

Alle Teilnehmenden müssen die Kerninhalte ihrer Arbeit auf zwei DIN A0 Hochformat Blättern zusammenfassend darstellen. Wir freuen uns darüber hinaus über andere Darstellungsformen, wie zum Beispiel Modelle, Comic, von Storyboard über Zeitung und Film bis zur Kunstinstallation. Großer Wert wird auf den nachvollziehbaren Zusammenhang von Inhalt und Form gelegt, das heißt das Medium sollte thematisch passend gewählt werden. Die Arbeiten müssen im Rahmen einer Jurysitzung präsentierbar und bewertbar sein.

Weitere Informationen unter www.hamburg.de/otto-linne-preis/

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 11/2022 .

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