Ausstellungen
WIRKSAM. Frauennetzwerke der Hohenzollern im Spätmittelalter

Die temperamentvollen, klugen und selbstbewussten Damen dieser bedeutenden Herrschaftsdynastie rebellierten teils gegen Rollenzuweisungen, agierten aber vor allem wirksam auf den politischen, kulturellen und sozialen Ebenen des 15. Jahrhunderts. Sie prägten nicht nur ihre Zeit, sondern inspirieren immer noch, etwa auf Schloss Neuburg an der Donau. Dort gibt es das Projekt "Ehebande - (Ohn-)Macht der Frauen?" noch bis zum 1. März 2026 zu erleben.
Am historischen Ort wird die Geschichte der Zollernprinzessin Margarethe erzählt, die nach dem Tod ihres zweiten Gatten ihr Schicksal selbst in die Hand nahm. Im Tausch für ihren inhaftierten Schwiegervater handelte sie sich eine gute Versorgung aus und heiratete schließlich eigenmächtig ihren Hofmeister.
Eine solche Ehe mit einem nicht ebenbürtigen Partner war für Töchter des Hochadels nicht vorgesehen und hatte massive Konsequenzen. Margarethe gelang immerhin, was anderen verwehrt blieb, denn ihre Nichte Barbara musste den Versuch einer nicht standesgemäßen Ehe bitter bezahlen – mit jahrelanger Haft. An das weitgehend unbekannte Thema morganatischer Ehen im Spätmittelalter knüpfen sich auch allgemeine, erstaunlich aktuelle Fragen von weiblichen Rollenbildern und Schönheitsidealen.
Eine weitere Ausstellung vom 1. Mai bis 2. August 2026 handelt von: "Fürstliche Hochzeiten – Netzwerke für die Zukunft Burg Trausnitz" in Landshut. Bei der berühmten Landshuter Hochzeit 1475 des bayerischen Herzogssohns spielten der "Brandenburger" Albrecht Achilles und seine Gattin Anna eine wichtige Rolle: Hochzeiten dienten nicht nur zur Besiegelung von Bündnissen, sondern auch zum Netzwerken und Anbahnen neuer Ehen.
So strebten die Zollern schon lange eine Verbindung zum polnischen Königreich an, was die Wittelsbacher mit der Ehe von Georg dem Reichen und Hedwig von Polen nun geschafft hatten. Vier Jahre später gelang dies auch den Zollern. Anhand zahlreicher prächtiger Fürstenhochzeiten des 15. Jh. werden langjährige Eheplanungen und die Ausstattung der Bräute mit Mitgift, Wittum und Morgengabe ebenso vorgestellt wie die Feste selbst, bei denen die Frauen zentrale Aufgaben wahrnahmen und wirksam agierten.


