"Geschichte der Gartenkunst" und "Gartendenkmalpflege"

Ausweitung der Lehrgebiete gewünscht

Prof. Dr. Michael Goecke empfiehlt, den Stellenwert der Disziplinen "Geschichte der Gartenkunst" und "Gartendenkmalpflege" im Kontext eines zukunftsfähigen Berufsbildes Landschaftsarchitektur zu überdenken. Foto: Prof. Dr. Michael Goecke

Die Vermittlung der Lehrgebiete an den deutschen Hochschulen hat eine Reduzierung erfahren. Die entsprechenden Professuren in Berlin, Dresden, Erfurt und Freising-Weihenstephan wurden vor einem halben Jahrzehnt nach Emeritierung der Hochschullehrer aufgegeben beziehungsweise umgewidmet, so etwa in Weihenstephan zum Fachgebiet "Freiflächenmanagement". Die ehemaligen Hochschullehrer waren allesamt Schüler von Prof. Dr. Dieter Hennebo (1923-2007), dem Nestor und Begründer der Gartendenkmalpflege in Deutschland, an der TU Hannover in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre. Was in gut zwei Jahrzehnten aufgebaut worden ist, liegt nun brach. Damit wird ein bedeutsames Aufgabenfeld des Berufsstandes in weiten Teilen aufgegeben. Die Verbände der Landschaftsarchitektur blicken skeptisch auf diese Entwicklung.

Interessant ist in diesem Zusammenhang allerdings das Ergebnis einer aktuellen Befragung von Absolventen der deutschen Landschaftsarchitektur-Hochschulen. Diese Umfrage, die im Turnus von drei Jahren durchgeführt wird, zeigt, dass die Befragten eine deutliche Ausweitung des Lehrgebiets "Geschichte der Gartenkunst", und wie von Studierenden der Vertiefungsrichtung Landschaftsplanung eingefordert, eine Verstärkung des Faches "Gartendenkmalpflege" wünschen.

Das weithin bekannte Weihen-stephaner-Gartendenkmalpflege-Seminar, von 1990 bis 2009 an der Fakultät Landschaftsarchitektur der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf im Wissenschafts- und Forschungscampus Weihenstephan erfolgreich durchgeführt, wird nicht weiterverfolgt. Auf dem 20. Gartendenkmalpflege-Seminar im Jahr 2009 hat der thüringische Oberkonservator und langjährige Referent, Günther Thimm, engagiert gefordert, dass zumindest an einer der deutschen Hochschulen entsprechende Veranstaltungen weiterhin stattfinden sollten. "Der Austausch von Erfahrungen, der Dialog um Ziele und Methoden der Gartendenkmalpflege dürfe im Interesse dieses Fachgebietes nicht abreißen und müsse auf vielen Ebenen geführt werden", so Thimm. Trotz der Strukturreformen an den deutschen Hochschulen und der für die Bachelor- und Masterstudiengänge einhergehenden Neugewichtung der Ausbildungsinhalte wäre es empfehlenswert, noch einmal den Stellenwert der Disziplinen "Geschichte der Gartenkunst" und "Gartendenkmalpflege" im Kontext eines zukunftsfähigen Berufsbildes Landschaftsarchitektur zu überdenken.

Prof. Dr. Michael Goecke

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 03/2013 .

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