Bad Düben
Nasse Zukunft fürs Adlermoor

"Wir wollen den natürlichen Wasserhaushalt in dem Niedermoor wiederherstellen, um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, aber auch, um den selten gewordenen Lebensraum für spezialisierte Tier- und Pflanzenarten zu erhalten", sagt Susanne Belting, Fachliche Leiterin im DBU Naturerbe, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).
Das Grabensystem muss verfüllt werden, um die Austrocknung zu beenden
"Der Torfkörper wird sich nur erholen, wenn das von Menschen gezogene Grabensystem durch Verfüllung und die Installation von Grabenplomben dem Moor kein Wasser mehr abziehen kann. Denn was seinerzeit für die Forstwirtschaft gut war, führte zwangsläufig dazu, dass der Torfkörper kontinuierlich durch das regelmäßige Austrocknen des Bodens mit Luftsauerstoff in Verbindung kam, fortwährend mineralisiert wurde und dadurch Klimagase wie insbesondere Kohlenstoffdioxid (CO2) freisetzte. Mit der Wiedervernässung schlagen wir nun den umgekehrten Weg ein", erläutert Jan Felix Schneider, zuständig für die Fläche im DBU-Naturerbe.
Material für Wiedervernässung aus der DBU-Naturerbefläche
Die Baustoff- und Gewässersanierung GmbH Dessau (BSD) setzte rund 68 sogenannte Erdplomben, bei denen Entwässerungsgräben an einzelnen Punkten zugeschüttet werden, und entfernten alte Betondurchlässe. "Als Füllmaterial wurde ausschließlich Bodenmaterial von der DBU-Naturerbefläche genutzt. Außerdem wurden die Plomben im Kern mit Stammholz verstärkt", berichtet Jan Claußnitzer, Revierleiter der DBU-Naturerbefläche vom Bundesforstbetrieb Mittelelbe.
Mit der Wiedervernässung des Adlermoors schütze das DBU Naturerbe den Lebensraum für spezialisierte und stark gefährdete Tier- und Pflanzenarten wie den Königs-Rispenfarn, verschiedene Libellen-Arten oder den Moorfrosch. Ob der Verschluss der Entwässerungsgräben die erhoffte Wirkung entfaltet, wird das Naturerbe-Team weiter beobachten und mit Wasserpegelmessstellen regelmäßig überprüfen.
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