Skandinavischer Purismus mit Augenzwinkern

Brückenkopf gen Norden - das alte und neue Malmö

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Der zur Bauausstellung 2001 realisierte Daniapark liegt direkt am Öresund mit Blick nach Dänemark. Fotos: Thomas Herrgen

Dem Namensursprung nach ist Malmö eigentlich ein "Sandhaufen". Die engste Stelle im Öresund nutzten Schiffe schon seit 1116 zum Anlanden. Sie legten damit den Grundstein für Handel und Entwicklung. Bald entstanden die ersten Bauten, schließlich eine befestigte Stadt mit umlaufendem Wassergraben. Zur Altstadt gehörten auch Plätze, Grünanlagen und Friedhöfe, die weitgehend erhalten sind und bis heute das Stadtbild prägen.

Malmö war in seiner rund 900-jährigen Geschichte schon vieles: unabhängig, Teil der Hanse, lange Zeit dänisch, dann pommersch und seit etwa 350 Jahren "erst" schwedisch. Friedensschlüsse und Zeiten ohne Kriege, Belagerungen und Auseinandersetzungen forcierten stets die Stadtentwicklung. Malmö überholte die Nachbarstadt Lund als bedeutendster Ort in der Provinz Schonen. Den größten Schub brachte jedoch die Eröffnung der Öresundbrücke im Jahr 2000. Ein wahrhaftiger Wirtschaftsboom, große Bauprojekte sowie neue Grünanlagen und Parks veränderten die Stadt rasant. Die Arbeitslosigkeit sank, während die Einwohnerzahl, auch durch Immigration, gleichzeitig stieg, auf mehr als 300 000. Heute haben 42 Prozent der Stadtbevölkerung ihre Wurzeln außerhalb Schwedens, entsprechend bunt, multikulturell und vielfältig sind auch die Nutzungen in den Freiräumen.

Der von geschnittenen Hecken geprägte Mühlengarten ist ein idyllisches Kleinod innerhalb des Pildammsparks. Er liegt neben einer alten Windmühle. Foto: Thomas Herrgen

Der 1926 von Erik Bülow-Hübe in Teilen umgestaltete Pildammspark wurde unter anderem um solche Heckennischen mit Bänken erweitert. Zentrum der Anlage "Galatheas hage" ist eine Frauenskulptur. Foto: Thomas Herrgen

Grün trifft Blau

Die meisten Grünanlagen, Parks und Gärten Malmös liegen an Kanälen, Gewässern oder direkt an der Ostsee. Hinzu kommen Brunnen, Fontänen und Wasserspiele jeder Art die zeigen, dass das flüssige Element sehr wichtig ist und in den verschiedensten Formen gestalterisch einbezogen wird.

Malmös größte Grünanlage ist der zentral gelegene, 45 Hektar große Pildammspark mit einem großen Teich, der über lange Zeit als Malmös Wasserreservoir fungierte. Rings um die Ufer traf sich die Bevölkerung schon im 15. Jahrhundert unter den Bäumen auf der Wiese zum gesellschaftlichen Stelldichein. Damit entstand auch die erste, offizielle Grünanlage der Stadt. Vom 15. Mai bis 30. September 1914 diente der Park als Kulisse für die große Baltische Kunstgewerbe- und Kunsthandwerksausstellung. An ihr nahmen die Ostseeanrainer Schweden, Dänemark, Deutschland und Russland teil. Von den temporären und dauerhaften Bauten im Jugendstil und Expressionismus innerhalb des Parks ist heute noch der Margaretapavillon mit einem sehr langen, davor liegenden Garten verblieben. Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs im August 1914 zogen sich die Aussteller aus Russland und Deutschland zurück, während die Baltische Expo bis zum Ende andauerte.

1926 gestaltete der Deutsche Erik Bülow-Hübe den Pildammspark um. Unter anderem wurden die Heckennischen "Galatheas hage" mit der Statue von Galathea neu angelegt. Der weitläufige Park mit großen, alten Bäumen ist immer noch ein beliebter Treffpunkt und mit dem Open-Air-Theater, sowie großen Festwiesen eine der wichtigsten Grünflächen Malmös.

Das Grüne Herz

Deutlich älter und historisch noch bedeutender ist der Bereich rundum das Malmöhus Slott. Eigentlich eine Burg mit Wassergraben beherbergt die zwischen 1525 und 1530 erbaute Anlage heute das sehr beliebte Malmömuseum. Rundum erstreckt sich der 21 Hektar große Schlosspark (Slottsparken), zu dem auch der Königspark (Kungsparken) gehört. Innerhalb der von vielen Kanälen und Teichen durchzogenen Grünanlage befindet sich seit 1850 auch eine holländische Windmühle mit einem idyllischen, kleinen Garten. Das historische Restaurant Kungsparken am östlichen Parkrand Richtung Altstadt gelegen wurde 2001 zum Casino umgebaut. Unter dem Namen Cosmopol gehört es heute zu den lediglich vier staatlichen Casinos in ganz Schweden.

Südlich des Schlosses und ganz im Zentrum, auf einer Halbinsel liegt die Ausstellungsfläche für die jährliche Malmö Garden Show. Immer am letzten Wochenende im Mai zeigen Gartengestalter aus dem ganzen Land zeitgenössische Gartenkunst, aber auch Witziges, Besinnliches und Praktisches. Die meisten Gärten der vom Briten John Tyler organisierten, dreitägigen Schau bleiben auch über den Sommer erhalten und werden erst zur nächsten Malmö Garden Show wieder neu gestaltet. Das zugehörige Schlossgarten Café ist ein überaus willkommener und beliebter Pausenplatz (Selbstbedienung, Wartezeiten einplanen!) mit Sitzgelegenheiten unter Bäumen, Pergolen und in einem alten Gewächshaus.

Die Malmö Garden Show präsentiert jährlich Gartenkunst auf hohem Niveau, hier einen "Klimagarten", der bei der Pflanzenauswahl auf Hitzestress reagiert hat. Foto: Thomas Herrgen

Vom Friedhof zum Park

Auch ein zentral gelegener, alter Friedhof gehört heute zum Grünsystem der Stadt. Der fast quadratische, etwa drei Hektar große Gamla kyrkogården liegt mitten in Malmös belebtem Zentrum, im Südwesten der Altstadt (Gamla Staden). Er wird begrenzt von einer gründerzeitlichen Blockrandbebauung im Norden, dem Gustav-Adolf-Platz (Gustav Adolfs Torg) im Osten, einem Kanal im Süden und dem Kungsparken im Westen. Alter Baumbestand auf einem dichten, grünen Rasenteppich überschirmt die im orthogonalen Raster angelegten Wege. Bänke laden zum Setzen und Pausieren ein und so wird dieser Friedhof heute wie eine innerstädtische Parkanlage genutzt. Im vergangenen Jahr wurde die Lindenallee auf dem Nord-Süd-Hauptweg neu gepflanzt. Dieser nimmt auch die Hauptfußgängerströme vom Hauptbahnhof Richtung neues Stadtzentrum Triangeln auf. Wer möchte, kann hier in die Friedhofsparkanlage abbiegen und dabei auch historische Grabanlagen von Honoratioren und bedeutenden Familien, sowie besondere Gräber bewundern.

Hierzu gehört etwa die große Ruhestätte der Familie Dieden mit 15 Bestattungen, darunter Bengt Vincent Dieden (1911 bis 2002). Er war ein berühmter schwedischer Ingenieur, der in den Zuckerfabriken von Trelleborg und Malmö wirkte. In dieser Funktion wurde er als Mitglied in die Königlich Schwedische Akademie für Landwirtschaft und Forstwesen in Stockholm berufen und er gehörte dem Internationalen Rotary Club an. Das Grab der 99-jährig verstorbenen Marta Jelena (1787 bis 1886) und ihrem 58-jährig verstorbenen Mann wird von einem kleinen Zaun auf quadratischem Grundriss begrenzt. Hinter dem Holzkreuz mit weißer Schrifttafel markiert eine knorrige Esche (Fraxinus excelsior) mit verdrehten Ästen den Ruheplatz.

Lebendige Stadtplätze

Zum quirligen Leben in Malmö gehören neben den Parks und Grünflächen auch überwiegend steinerne Plätze mit Bäumen am Rand. Der größte und bedeutungsvollste, aber im Sinne seiner Nutzung dennoch nicht wichtigste Platz ist der Stortorget (Großer Platz). Die mit etwa 100 mal 100 Meter große, fast quadratische Fläche bildet den Roten Teppich zum Renaissance Rathaus. Kontorhäuser, Banken und Versicherungen reihen sich um den zu einem Großteil als Parkplatz genutzten Stadtraum. Auf der Westseite und im Halbkreis um die Mitte gliedern Bäume die kreisförmig gepflasterte Fläche. Ein Reiterstandbild im Zentrum ehrt König Karl X. Gustav. Der Legende nach befreite er Skåne (Schonen), die südlichste Region Schwedens, von den Dänen.

Der Stortorget (Großer Platz) bildet mit dem Rathaus und dem Reiterstandbild von König Karl X. Gustav quasi das Machtzentrum Malmös, ist jedoch in weiten Teilen ein Parkplatz. Foto: Thomas Herrgen

Der zu Beginn des 20. Jahrhunderts angelegte Möllevångstorget ist städtebaulicher Mittelpunkt der Südstadt im Viertel Triangeln. Es ist von Arbeitern und Migranten geprägt. Foto: Thomas Herrgen

Im modernen Ankarpark zielt fast jede Blickachse auf den Wohn- und Büroturm "Turning Torso" von Calatravo. Foto: Thomas Herrgen

Schnittstelle zwischen Stadterweiterung Västra Hammnen und Altstadt ist eine Promenade am Kanal mit zahlreichen Kunstwerken. Foto: Thomas Herrgen

Der südwestliche Platzausgang mündet unmittelbar in den benachbarten Lilla Torg. Das sehr viel kleinere Plätzchen ist aufgrund seiner Gastronomieangebote deutlich belebter, insbesondere in den Abendstunden. Ein Restaurant und Café reiht sich an das andere. Trotz horrender Preise in Skandinavien wird reichlich Wein und Bier genossen. Sehen und gesehen werden lautet die Devise und so sind es neben Touristen vor allem die Malmöer selbst und andere Schweden, die diesen Platz niemals ruhen lassen.

Im Arbeiterviertel Triangeln in der Südstadt liegt der zwischen 1904 und 1906 als Basaltpflasterfläche angelegte Möllevångstorget mit Baumreihen an der Nord- und Südseite. Auch hier spielt Essen und Trinken eine große Rolle, aber fast ausschließlich jenes von Einwanderern. Arabische, Persische und Chinesische Schriftzeichen verweisen auf die Herkunft der Geschäfte, Restaurants und Imbissläden. Es riecht exotisch nach asiatisch-thailändischem, türkischem und italienischem Essen. Hier finden Wochenmärkte mit Gemüse, Früchten, Fisch und Veranstaltungen statt. Es wird gespielt, Musik gehört und Fußball geschaut. Am Westrand des Platzes ehrt das 1930 enthüllte Denkmal "Arbeiter Ära" von Axel Ebbe jene Menschen, die durch ihre bloße Arbeitskraft den Aufbau und industriellen Aufschwung der Stadt ermöglicht haben. Vier Jahre zuvor, 1926 hatte es im Viertel große Arbeiterunruhen gegeben. Zum Ende des 20. Jahrhunderts stieg die Kriminalität in Triangeln rasant an. Auch mit Hilfe einer Kameraüberwachung des Platzes seit 2001 konnte die Sicherheit wieder verbessert werden.

Das neue Malmö

Mit Inbetriebnahme der Öresundbrücke im Jahr 2000 wurde rund um die Meerenge zwischen Kopenhagen und Malmö eine atemberaubende Entwicklung angestoßen. Auf schwedischer Seite entstand im alten Werftgebiet von Malmö das komplett neue Stadtviertel Västra Hamnen (Westhafen) mit dem berühmten Turning Torso des spanischen Architekten Santiago Calatrava Valls, einem Wohn- und Büroturm, der heute ein Wahrzeichen ist. In der Fläche entstanden ebenfalls Wohnungen, Einkaufsmöglichkeiten und mehrere Parkanlagen, die teilweise direkt am Meer liegen. Vor allem der Daniapark, (Planung: FFNS Landschaftsarchitekten, Stockholm) mit Blick nach Dänemark und der Ankarpark, (Planung: SLA Landschaftsarchitekten Kopenhagen) - das Herzstück im Viertel - beeindrucken sehr. Aber auch die Öresundpromenade (Planung: Jeppe Aagard Andersen Landschaftsarchitekten, Dänemark) und der Scaniaplatz sowie die inneren Bereiche des Quartiers (Planung beides: 13.3 Landschaftsarchitekten, Norwegen) veranschaulichen modernen skandinavischen Purismus mit manchmal augenzwinkernden Elementen. So "laufen" riesige Käfer aus Stahl mit weicher Auflage durch den Ankarpark. Sie sind Sitz- und Liegeflächen an Spielplätzen, in Wiesen oder am Schilfrand. Der extensiv gestaltete Scaniapark schließt das neue Quartier nach Norden zur See hin ab. Alle Freiraumelemente wurden zur Bauausstellung 2001 ("Bo01") realisiert und vom schwedischen Königspaar eingeweiht. Ein weiterer Baustein, der Werftpark mit vielen Skate- und Spielmöglichkeiten, folgte in jüngerer Zeit.

In den skandinavischen Ländern hat Landschaftsarchitektur einen hohen Stellenwert. Auch bei der Neugestaltung des Westhafens galten hohe Maßstäbe was die Nachhaltigkeit, die Schadfreiheit der Baustoffe, das Wassermanagement und die Schonung von Ressourcen betrifft. Das neue Quartier sollte innovativ und lebendig sein. Letzteres ist bei einer Komplettneuplanung stets eine Herausforderung zumal, wenn das Projekt auf einer Halbinsel im Norden leicht abgelegen liegt. Buslinien stellen jedoch die Verbindung zur Innenstadt her. Zu Fuß müssen je nach Ziel etwa 30 bis 45 Minuten eingeplant werden. Die Freianlagen vermitteln sanfte Ruhe, Entspannung und Ausgeglichenheit. Spielplätze, Wasseranlagen und raschelnde Gräserpartien lockern das Areal auf. Hinzu kommen Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants, Büros und nicht störendes Gewerbe. Ganz im Süden, am Übergang zur Altstadt entstanden Bildungseinrichtungen, wie die Hochschule Malmö, eine Konzerthalle, ein Kongresszentrum und ein großes Hotel. Vor allem dort wirkt das Quartier entlang der Kanalpromenade mit ihren Brücken, Kunstwerken und dazwischen liegenden historischen Gebäuden sehr belebt.

In Malmö und ganz Schweden gelten hohe Pflegestandards. Entsprechend gut ist die Erhaltung des ursprünglich geplanten, weder von Vandalismus noch Graffitis beeinträchtigen Bildes und der Zustand nach rund 15 Jahren. Die Biotope wie Wasser, Sumpf, Gräser und Landschaftselemente mit Kies, Sand, Birken und Kiefern funktionieren noch heute.

Malmös Umland: Dalby, Lund

Vor den Toren Malmös, im Nordosten liegt die Studentenstadt Lund, mit heute mehr als 80 000 Einwohnern, davon ein Drittel Studierende. Sie war einst Hauptstadt von Skåne und kurzzeitig auch von Schweden insgesamt. Mittelpunkt der Stadt ist der bis 1103 nach lombardisch-rheinischen Vorbildern erbaute romanische Dom, der älteste ganz Skandinaviens und die Universität. Der Bereich zwischen Dom und Universitätsplatz ist die als Lundagård bezeichnete Grün- und Parkanlage, faktisch der Uni-Campus.

Der darüber hinaus wichtigste steinerne Platz der Stadt, der dreieckige Stortorget, liegt südlich des Doms. Das Rathaus, Geschäfte und Cafés bestimmen ihn. Zum Ausruhen und Chillen laden am Nordrand neuerdings ergonomisch geformte Bänke, beziehungsweise Liegen ein. In Lund gibt es weitere wichtige Grünanlagen, darunter der Stadtpark (Stadsparken) südwestlich des Stadtkerns. Er wurde zwischen 1909 und 1911 rund um einen Stadtwall aus dem Mittelalter angelegt. Im viel genutzten Park stehen mehrere Skulpturen verschiedener Künstler. Der Stadtpark ist seit Juni 2011 Mitglied im European Garden Heritage Network - EGHN. Der Botanische Garten (Botaniska trädgården) wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts angelegt und beherbergt heute mehrere tausend Pflanzenarten. Einige Gebäude werden von der Universität genutzt, darunter ein Gewächshaus mit neun Klimazonen.

Etwa zehn Kilometer südöstlich von Lund, in Dalby befindet sich ein außergewöhnliches Ensemble aus Kirche, Kloster, Königshof und Gartenanlagen. Die älteste Steinkirche ganz Skandinaviens, weiß getüncht mit rotem Ziegeldach, ist zusammen mit dem ehemaligen Kloster Mittelpunkt der rund 5700 Einwohner zählenden Gemeinde. Im Jahr 1060 war das Gotteshaus zur Bischofskirche erklärt worden; das neue Bistum bestand jedoch nicht lange und wurde jenem von Lund zugeschlagen. In Dalby verblieben das wichtige Kloster und eine Königsresidenz der dänischen Krone. Die Provinz Schonen, damals noch Teil Dänemarks, gehört erst seit dem Friedensvertrag von 1679 endgültig zum Schwedischen Königreich. Kloster, Kirche und der ehemalige Königshof gruppieren sich um den etwa 4000 Quadratmeter großen, alten Friedhof mit zentraler Erschließungsachse. Die prominenteste Bestattung fand jedoch im Innern der Kirche statt, wo sich die Grablege des dänischen Königs Harald Hen (1041 bis 1080) befindet, der nach nur vier Regierungsjahren starb. Zwischen Friedhof und Kloster liegt ein sehr sehenswerter Kräutergarten. Die liebevolle Nachbildung in Anlehnung an einen mittelalterlichen Klostergarten überrascht unter anderem mit Rosen, Lavendel und sehr vielen Kräutern.

Etwas östlich von Malmö liegt die Klosteranlage in Dalby mit mehreren schönen Gartenbereichen und einem Friedhof. Der ummauerte Kräutergarten ist einer der idyllischsten Teile. Foto: Thomas Herrgen

Ystad pflegt den Kult um Kommissar Wallander, hat aber auch schöne Gärten zu bieten wie diesen Hecken-/Kräutergarten vor dem Borgmästarehuset (ehem. Bürgermeister Haus). Er ist Teil der (rechts, nicht im Bild) Ystad Klosteranlage. Foto: Thomas Herrgen

Ystad, Trelleborg

Das südschwedische Ystad ist vor allem als Fährhafen und durch die Wallander Krimis von Henning Mankell bekannt. Während der Kommissar eine fiktive Person ist, sind alle in den Romanen genannten Straßen, Plätze und Parks real. So auch das 1258 gegründete Kloster Ystad. Die Franziskaner Anlage St. Petri (Gråbröderklostret) zählt zu den besterhaltenen mittelalterlichen Klosteranlagen in Schweden und beherbergt heute das Stadtmuseum. Für Gartenfreunde sind die rundum angelegten Klostergärten ein sehenswertes Muss. Insgesamt sieben Gartenteile gruppieren sich um den L-förmigen Bau mit diversen Annexgebäuden. Dazu gehören im Zentrum der kreisförmig gestaltete Rosengarten mit vielen seltenen und alten Rosenzüchtungen, darunter auch die 'Astrid Lindgren'. Westlich davon liegt der Apfelbaumgarten und nördlich ein Gemüsegarten in Kreuzform. Östlich davon schließt der mit Beeten in Reihe gestaltete und von Buchshecken eingefasste Kräutergarten an, der wie ein bunter Teppich vor einem Fachwerknebengebäude des Klosters liegt. Weiter im Osten, rund um den Klosterteich gruppieren sich noch Blumenrabatten und ein Paeoniengarten. Das beschauliche Kleinod mit Café und Freisitzbereich ist ein Ruhepunkt innerhalb der belebten Altstadt von Ystad mit kleinen Gässchen, Fachwerkhäusern und Plätzen, wie jenem vor dem neuen Rathaus, wo unter anderem Flohmärkte stattfinden.

Die Wege übers Land führen vorbei an vielen Wasserburgen, idyllischen Dörfern, Wäldern und Seen. In Trelleborg, dem zweiten großen Tor nach Schweden dominieren noch größere Terminals und Hafenanlagen, während die Seepromenade im Sommer ihre Gäste mit Palmen begrüßt. Vielleicht ist Schwedens südlichste Provinz Schonen der "nördlichste Süden", den man sich vorstellen kann. In Malmö und Umgebung werden die extrem langen Sommertage von Juni bis August jedenfalls zelebriert - in schön gestalteten und überaus gut gepflegten Freiräumen.


Anmerkungen

Weitere Informationen:
www.malmö.se
www.malmotown.com/malmogardenshow/
www.svenskakyrkan.se (Dome, Kirchen, Klöster)
www.kulturkvadrantenidalby.se
(Dalby Kulturseiten: Kirche, Friedhof, Kloster, Königshof, Gärten)


Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 12/2016 .

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