Kommentar

BUGA mit Erfurter Nachkriegsmoderne

Dr. Sascha Döll. Leiter Garten- und Friedhofsamt Erfurt. Foto: Steve Bauerschmidt

Schon wieder zwei Jahre her, seit Heilbronn. Eine Schau, die nicht nur mir, sondern auch vielen Besuchern als sehr gelungen in Erinnerung geblieben ist. Nun also Erfurt. Und wenn auch der Name - Bundesgartenschau - bleibt, wurde eine gänzlich andere Struktur bei diesem riesigen Projekt und ein völlig anderes Konzept in der Vorbereitungszeit herausgearbeitet.

Drei Standorte über die Stadt verteilt, nur zwei als eintrittspflichtige Bezahlbereiche. Der neue, 60 Hektar große Park "Geraaue" ist mit Eröffnung sofort für die 70 000 Bewohner des Erfurter Nordens nutzbar. Er ist per se das, was man zeitgemäß wohl als grüne Infrastruktur bezeichnet.

Der Petersberg - die Stadtkrone - durch seine lange militärische Nutzung nicht wirklich im Bewusstsein der Erfurter, wurde in großen Teilen neugestaltet und erschlossen. Neben der mittelalterlichen Altstadt soll er sich zu einem weiteren Highlight für Touristen und Erfurter entwickeln. Er stellt zugleich den ersten Bezahlbereich dar, seine Höhepunkte: Das sehr feinfühlig in den historischen Kontext integrierte neu gestaltete obere Plateau und natürlich die Erfurter Gartenschätze, wo wichtige Etappen der langen Gartenbautraditionen Erfurts aufgriffen werden.

Wer sich bei den "Gartenschätzen" an Foerster erinnert fühlt, liegt damit richtig. Der Begriff führt uns zum dritten Standort, dem egapark. Gerade bei vielen Ostdeutschen genießt der Park noch eine beachtliche Bekanntheit, war er doch eine zentrale Anlaufstelle für viele Gärtner*innen in der DDR. Anfang der 1960er als IGA eröffnet, zeigt er die typische Handschrift der Nachkriegsmoderne und vertritt inhaltlich konsequent die Positionen der klassischen Moderne von Lange, Mattern und eben Foerster. Auch er wurde in die Kur genommen und erstrahlt in neuem Glanz.

Noch ein weiterer Unterschied zu Heilbronn treibt uns um, Covid 19. Hier können wir, wie sicher auch die Landesgartenschauen, nur abwarten und müssen schauen, wann wir endlich unsere Tore öffnen und die neuen Anlagen den Besuchern sicher präsentieren können.

Dr. Sascha Döll

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 04/2021 .

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