Burkhard Friedrich
Dicht besiedelt
Seit der Krefelder Studie zum massiven Artenrückgang allein von Insekten um 75 Prozent seit 1980 ist die Scheu, krabbelnde Insekten im Haus und auch in den Gärten einfach als Schädlinge zu vernichten, größer geworden. Menschen mit buddhistischem Glauben sind nicht nur häufig Veganer oder Vegetarier, sondern lassen auch kleinste Mücken und große Spinnen leben. Früher belächelt ist diese Sicht heute überlebenswichtig für viele stark bedrohte Arten.
Das Buch "Dicht besiedelt" geht noch einen Schritt weiter, stellt den Eigentums- und Herrschaftsanspruch des Menschen über Flora und Fauna überhaupt in Frage und lädt zu einem Perspektivenwechsel ein. Es erkundet das Spannungsfeld zwischen Natur und Zivilisation, hinterfragt unser Verständnis von Eigentum und Territorium und stellt radikale Fragen: Haben Tiere Rechte? Ist der Mensch eine invasive Spezies? Und was bedeutet es, Wildnis wirklich anzuerkennen?
Burkhard Friedrich stellt hierzu die gängigen Diskurse vor und führt uns ein neues Wertesystem der Lebewesen vor Augen, von denen wir nur eine Spezies, aber die prägende und schädigende auf dieser Erde sind. Pflanzen und Tiere sind gleichberechtigte Mitwesen, lautet seine Kernthese. Er zitiert und diskutiert Tierethiker Johann S. Ach, der die Spannweite der zeitgenössischen Diskussion aufzeichnet: Von Laissez-faire-Ansätzen gegenüber wildlebenden Tieren über Konditionale Pflichtenansätze bis zu Interventionen, die so weit gehen können, sämtliche Raubtiere auszurotten.
Was wäre, wenn der Mensch nicht mehr ein Sonderrecht hätte? Wenn alle Lebewesen auf einem Grundstück, das bebaut werden soll, ein Lebensrecht hätten? Dann würde es ganz schön kompliziert. Aber nur für uns, denn es würde einen Perspektivwechsel erzwingen.
Wer diesem Gedankenspiel folgen will, wird durch vier Kapitel geführt, die die Bereiche "Wildnis", "Besiedlung", "Politik" und "Ausblick" enthalten. Es braucht schon ein bisschen Mut, sich darauf einzulassen, hilft aber sicherlich, die Werte des Lebens völlig neu zu denken und daraus Konsequenzen zu ziehen. Ein Abenteuer mit vielen Aha-Momenten.
mk
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