25. Jubiläum

Chinesischer Garten Frankfurt

Die Pavillons und Architekturen sind den einfachen Wohnhäusern aus der chinesischen Provinz Anhui nachempfunden. Fotos: Thomas Herrgen

Im ereignisreichen Jahr 1989 entstand zwischen März und Oktober der Chinesische Garten in Frankfurt am Main. Die Ereignisse auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking überschatteten und beeinflussten damals auch die Arbeiten in Frankfurt. Am 10. Oktober 2014 wurde nun das 25-jährige Bestehen des öffentlichen Gartens gefeiert.

Die Millionenmetropole Guangzhou in Süd-China, Frankfurts Partnerstadt seit 1988, schenkte der Mainmetropole damals diesen Garten. Neben den Baumaterialien, die in 26 Containern per Schiff transportiert wurden, kamen auch 16 Arbeiter aus China für sechs Monate nach Frankfurt, um den Garten in Handarbeit aufzubauen. Das Grünflächenamt legte mit den erforderlichen Erdbewegungen, Fundamenten und anderen Vorarbeiten die Grundlagen. Es entstand einer der ersten Chinesischen Gärten in Europa.

Die Chinesische Gartenkultur geht auf den Taoismus zurück. Weise Einsiedler, die zur Erfüllung ihrer Pflichten in die Städte gingen, stellten große Landschaften in ihren kleinen Gärten nach. Dabei sollen die "Sieben Teile" Erde, Himmel, Wasser, Steine, Gebäude, Lebewesen und Pflanzen ausgewogen sein und so die Harmonie der Welt verdeutlichen.

Die Frankfurter Anlage innerhalb des Bethmann Parks sollte eigentlich "Frühlingsblumengarten" heißen. Nach den Ereignissen vom 4.Juni 1989 in Peking entschied sich die Stadt Frankfurt jedoch für "Garten des Himmlischen Friedens", zur Erinnerung und Ehrung der Toten auf dem gleichnamigen Platz in Chinas Hauptstadt.

Umwelt- und Gesundheitsdezernentin Rosemarie Heilig, 2.v.r., mit den chinesischen Musikern.

Auf einer Wandtafel in Frankfurt steht kalligrafisch: "Ein friedlicher Platz zum Ausruhen. In der Stille findet man Kraft zu neuem Denken." Und in der Tat strahlt die Anlage eine ergreifende Ruhe inmitten fernöstlicher Atmosphäre aus. Der Garten folgt dem Vorbild der berühmten Shiukou-Gärten aus Huizhou. Die Pavillons und Architekturen sind den einfachen Wohnhäusern aus der Provinz Anhui nachempfunden. Darüber hinaus sind auch typische Elemente wie Tore, Drachenskulpturen, die "Brücke des halben Bootes", der "jaspisgrüne Teich" mit Wasserfall, der "Wasserpavillon des geläuterten Herzens" und eine traditionelle Zickzackbrücke zu sehen. Sie erzwingt Richtungsänderungen beim Gang auf ein Ziel und ermöglicht so verschiedene Perspektiven. Die Bepflanzung im Chinesischen Garten ist traditionell zweitrangig und erfolgte auch im Bethmann Park mit nur etwa 60 Arten. Dies sind beispielsweise die Winterkirsche (Prunus mume), die schon bei milden Januartemperaturen blüht oder große Kiefern, auch als Bonsai gezogen, die als Männlichkeitssymbol gelten. Weiterhin gehören Paeonien (Liebe, Reichtum), Chrysanthemen(Herbst) und Gräser dazu. Und natürlich darf Bambus nie fehlen. Seine Internodien symbolisieren die "Stufen auf dem Weg zur Erleuchtung". Alle Chinesischen Gärten sind Gesamtkunstwerke. Doch auch Gartenkunst ist vergänglich. Der Frankfurter Chinesische Garten wurde 2007/2008 erstmals saniert. Vor allem das Holz der Pavillons war marode und die Bepflanzung musste überarbeitet werden. Aus der Holzbogenbrücke wurde, auch aus Sicherheitsgründen, eine Steinbrücke. Erneut kamen Arbeiter aus China und führten auch die Sanierung durch. Das Grünflächenamt pflanzte tausende von Stauden und Gräsern nach und führte Gehölzschnitte aus. Im April 2008 wurde der Garten ein zweites Mal eingeweiht. Zum Jubiläum 25 Jahre Chinesischer Garten im Oktober 2014 erinnerte Umwelt- und Gesundheitsdezernentin Rosemarie Heilig in ihrer Ansprache daran, dass sich mit dem Garten auch die Deutsch-Chinesischen Beziehungen und jene zwischen den beiden Partnerstädten entwickelt hätten. Der kulturelle und wirtschaftliche Austausch habe in den letzten 25 Jahren stark zugenommen. Die Menschen aus beiden Staaten seien sich näher gekommen und reisten heute in das jeweils andere Land - was 1989 noch kaum vorstellbar war. Musikalische Darbietungen des Deutsch-Chinesischen Peking-Oper-Clubs-Deutschland und ein Chinesisches Buffet beendeten den offiziellen Teil der Feier, an den sich noch Führungen durch den üppig grünen Garten anschlossen.

Thomas Herrgen

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 01/2015 .

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