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Corona-Krise wird Urbanisierung nicht dauerhaft abschwächen

Metropolen bleiben weiter Anziehungsorte. ILS-Forscher halten es für wenig wahrscheinlich, dass sich dieser Trend längerfristig abschwächen wird. Foto: Mechthild Klett

Was bedeutet die aktuelle Corona-Pandemie für die Stadtentwicklung? Wissenschaftler des Instituts für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS) haben zu dieser Frage in der ersten Ausgabe der neuen Reihe ILS-IMPULSE Stellung bezogen. Gegenwärtig wird in der internationalen Stadtforschung intensiv über die Folgen der Pandemie für die Urbanisierung und die Stadtentwicklung diskutiert. "COVID-19 hat ohne jeden Zweifel das Potential, die Urbanisierung kurzfristig aufzuhalten, weil die absehbare ökonomische Krise auch Großstädte stark treffen wird", prognostiziert Prof. Dr.-Ing. Stefan Siedentop, der das Papier zusammen mit Ralf Zimmer-Hegmann vorgelegt hat. "Metropolen und Metropolregionen bleiben aber Orte von Wachstum und Innovation und damit auch bevorzugte Zielgebiete von internationaler und nationaler Migration. Wir halten es für wenig wahrscheinlich, dass sich dieser Trend längerfristig abschwächen wird", so Siedentop weiter.

Die entscheidende Frage sei nun, wie Städte dauerhaft widerstandsfähiger in Bezug auf Infektionskrankheiten werden können. Das betrifft die medizinische Ausstattung und Grundversorgung, aber auch andere Bereiche der öffentlichen Daseinsvorsorge wie die Energie- und Wasserversorgung, die Entsorgung oder den Nahverkehr. Die Autoren sehen die öffentliche Kontrolle solcher gemeinwohlorientierten Güter als wichtige Schlüsselfrage. "Viele Diskussionen stehen noch am Anfang. Wir wollen uns als Stadtforschungsinstitut in diese Debatten einbringen und an gesellschaftlichen Lösungen mitarbeiten. Wir sind davon überzeugt, dass eine angemessene Dichte, gute und gesunde Wohnverhältnisse, eine funktionierende Nachbarschaft sowie ausreichend Freiflächen wichtige Eckpunkte der nachhaltigen Stadtentwicklung sind und bleiben werden", so das Autorenteam.

"COVID-19 und die Zukunft der Städte" erscheint als erster Beitrag der neuen Instituts-Reihe "ILS-IMPULSE". Darin werden künftig mehrmals jährlich aktuelle gesellschaftliche Themen und ihre Relevanz für die Stadt- und Regionalforschung kurz und knapp für Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger sowie Interessierte aufbereitet.

Theresa von Bischopink/ILS

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 06/2020 .

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