Pflegestandards für die Berliner Grünflächen und Freiflächen

Das "Handbuch Gute Pflege"

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Landschaftsrasen im Landschaftspark Rudow-Altglienicke. Foto: Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz

Vieles braucht Beachtung, wenn es um das öffentliche Grün geht: Die vorhandenen Flächen und ihre Strukturen, Gestaltung und Ausstattung, die Art und Intensität der Benutzung, die verfügbaren Ressourcen zur Pflege und Unterhaltung, die fachliche Qualifizierung der verantwortlichen Auftraggeber sowie der tätig werdenden Pflegekräfte und, und . . . Und, war da nicht noch etwas anderes?

Neben der Bedeutung, die Grünflächen für die Erholung der Menschen haben, sind Grünflächen in vielerlei Hinsicht auch wichtig für die Biologische Vielfalt und für den Natur- und Artenschutz. Mit der Strategie Stadtlandschaft und der Berliner Strategie für die Biologische Vielfalt liegen bereits Leitlinien und Zielvorgaben vor, die einen Umgang mit dem öffentlichen Grün zum Ziel haben, der auch naturschutzfachliche Aspekte beachtet. Nun war es an der Zeit, auch diese Aspekte stärker in die Pflegestandards für Berlin zu integrieren.

Die Aufgabe des Grünflächenmanagements steht im Spannungsfeld zwischen gärtnerischer Pflege und Gewährleistung der Verkehrssicherheit sowie der naturschutzfachlichen Belange. Darüber hinaus sind auch die speziellen Anforderungen der Gartenkunst einschließlich der Bewahrung des gartenkulturellen Erbes zu beachten. Die Qualität der Grünflächenpflege wird dabei einerseits von den Spielräumen der Arbeitsmittel geprägt, andererseits von dem gemeinsamen Qualitätsverständnis.

Baumpflegearbeiten. Foto: Andreas Kurths

Überblick Flächentypen und differenzierte Qualitätskategorien. Abb.: Handbuch Gute Pflege

Berlin und das Berliner Grün

Berlin ist Stadt und Land zugleich. Während die Funktion als Bundeshauptstadt nur wenig direkten Einfluss auf die für das Stadtgrün verantwortlichen Behörden hat, arbeiten kommunale und ministerielle Ebene in den Bezirken und der Hauptverwaltung eng verzahnt im Rahmen ihrer vielfältigen Zuständigkeiten miteinander. Jeder der zwölf Berliner Bezirke mit einer Einwohnerzahl zwischen rund 235 000 und rund 390 000 Einwohnern ist mit einer deutschen Großstadt vergleichbar. Die Bezirke haben eine weitreichende dezentrale Ressourcenverantwortung, sind dabei aber immer auch ein Teil der Gesamtstadt.

Berlins unterschiedliche Grünstrukturen reichen von Parkanlagen und Gartendenkmalen, die in der dichten Innenstadt stark genutzt sind, bis zu ländlichen Strukturen wie Dorfangern und Flächen mit extensiver Beweidung. Bekannte Beispiele sind der Mauerpark, der Große Tiergarten oder das Tempelhofer Feld. Auch die Weidelandschaft des Naturparks Barnim in Hobrechtsfelde, die neue Wege im Umgang mit der Rieselfeldlandschaft erprobt, ist eine weitere Facette der grünen Vielfalt im Stadtgebiet.

Einige besondere öffentliche Grünflächen werden von anderen Institutionen gepflegt und unterhalten. So bewirtschaftet die Grün Berlin GmbH unter anderem die Gärten der Welt, den Britzer Garten, den Park am Gleisdreieck, das Tempelhofer Feld und den Naturpark Schöneberger Südgelände. Die Freie Universität Berlin ist für den Botanischen Garten verantwortlich und die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg ist zuständig für einige historische Anlagen wie den Schlossgarten Charlottenburg.

Eine Fläche von insgesamt rund 11 300 Hektar öffentlicher Grünflächen ist im Portfolio der zwölf Straßen- und Grünflächenämter (SGÄ). Sie pflegen und unterhalten neben den Grünanlagen und Kinderspielplätzen auch landeseigene Friedhöfe, Freiflächen an Schulen, öffentlichen Gebäuden und Sportplätzen sowie die gärtnerisch angelegten Flächen im öffentlichen Straßenland. Allein die Anzahl der rund 438 000 Straßenbäume zeigt, in welchen Dimensionen Berlins Verantwortliche für das Grün agieren. Gleichzeitig wird der Natur- und Artenschutz auf der kommunalen Ebene von den Umwelt- und Naturschutzämtern (UNÄ) in den zwölf Bezirken bearbeitet. Vielfach sind erholungswirksame öffentliche Grünflächen auch gleichzeitig Schutzgebiete gemäß Berliner Naturschutzgesetz.

Die Oberste Naturschutzbehörde des Landes Berlin sowie zugleich die für das Stadtgrün zuständige Hauptverwaltung ist die nach den Wahlen im Herbst 2016 aus der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt hervorgegangene neue Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (SenUVK).

Das kürzlich mit einer neuen Software und verbesserten technischen Möglichkeiten ausgestattete Berliner Grünflächeninformationssystem (GRIS) mit Datenbank- und GIS-Komponente dient dem digitalen Grünflächenmanagement. Mit dem GRIS werden die Prozesse zur Pflege und Unterhaltung des öffentlichen Grüns unterstützt und gesteuert. Dies betrifft sowohl Eigenleistung als auch Auftragsvergabe. Insgesamt arbeiten 250-300 Anwender in unterschiedlichen Funktionen mit dem System, das aktuell noch um die Module Betriebsdatenerfassung und Auftragsbearbeitung ergänzt wird.

Typisierungsstruktur. Abb.: gruppe F

Empfohlene Kategorien/Änderungen im GRIS. Abb.: Handbuch Gute Pflege

Ein Projekt "Qualitätsanforderungen für Pflegestandards in der Grün- und Freiflächenpflege unter Berücksichtigung von Erholungs- und Naturschutzbelangen"

Im Rahmen eines Evaluierungsprojekts ("Projekt Evaluierung der Grünflächenpflege unter Berücksichtigung von Kosten, Nutzungs- und Qualitätsanforderungen") wurden in den Jahren 2014-2016 die kommunalen Verwaltungs-, Steuerungs- und Pflegeprozesse zum Berliner Stadtgrün einschließlich der Schnittstellen zu anderen Ämtern und Aufgabenträgern untersucht. Einerseits sollte über dieses Projekt eine Qualifizierung im Rahmen des bestehenden Systems der Kosten- und Leistungsrechnung stattfinden, andererseits sollten auch organisatorische Aspekte der Fachämter näher betrachtet werden, um ein gutes Angebot für die Bevölkerung und zusätzlich eine qualitative Entwicklung im Sinne der Strategie Stadtlandschaft sicherzustellen.

Ergänzend wurden "Qualitätsanforderungen für Pflegestandards in der Grün- und Freiflächenpflege unter Berücksichtigung von Erholungs- und Naturschutzbelangen" betrachtet. Das Landschaftsarchitekturbüro gruppe F erhielt 2015 den Auftrag zur Erarbeitung eines "Handbuch Gute Pflege - Pflegestandards für die Berliner Grün- und Freiflächen". Die Steuerung des Projekts erfolgte durch einen begleitenden fachlichen Lenkungskreis mit Vertretenden der bezirklichen Fachämter und der Fachreferate der Senatsverwaltung.

Ziel der Erarbeitung des Handbuchs war die ressortübergreifende Verständigung auf Qualitätsanforderungen für die Berliner Grün- und Freiflächenpflege unter Berücksichtigung der Erholungsnutzung, des Naturschutzes und des gartenkünstlerischen Erbes. Angestrebt wurden von Beginn an eine Integration in das GRIS für die Anwendung in der Praxis sowie eine Berücksichtigung bei der Budgetierung der Grünflächenpflege.

Die fachlichen Ziele für die Qualitätsanforderungen in der Grün- und Freiflächenpflege in Berlin waren konzeptionell und integriert zu formulieren. Die erforderlichen Qualitätsstandards sollten für die unterschiedlichen vegetationsbezogenen Flächentypen beziehungsweise die entsprechenden Pflegekategorien des GRIS und mit Bezug zu den Biotoptypen beschrieben werden. Regelmäßig anfallender Pflegeaufwand und die damit verbundenen gärtnerischen Tätigkeiten waren an den Pflegekategorien des GRIS und dem Berliner Standardtätigkeitenkatalog (StTK) zu orientieren. Die Pflegestandards sollten dabei mit besonderem Augenmerk auf die spezifische Berliner Situation erarbeitet werden. Die Grundsätze und Ziele aus dem Landschafts- und Artenschutzprogramm, der Strategie Stadtlandschaft und der Strategie zur Biologischen Vielfalt sollten bei der Bearbeitung berücksichtigt werden. Die Beschreibung der Qualitätsstandards im Sinne einer guten fachlichen Pflege sollte ergänzt werden um Angaben zur notwendigen technischen Ausstattung zur Zielerreichung.

Im Arbeitsprozess beteiligt wurden neben den Mitarbeitenden der bezirklichen Fachämter (SGÄ und UNÄ) und der beiden Fachreferate "Freiraumplanung und Stadtgrün" und "Naturschutz, Landschaftsplanung und Forstwesen" in der Senatsverwaltung insbesondere auch der Landesbeauftragte für Naturschutz und Landschaftspflege, die Gartendenkmalpflege (Landesdenkmalamt), das Berliner Pflanzenschutzamt sowie Vertretende von Berliner Hochschulen und Naturschutzverbänden.

Das in der Berliner Stadtgrünverwaltung abgestimmte "Handbuch Gute Pflege - Pflegestandards für die Berliner Grün- und Freiflächen" wurde in einer ersten Fassung am 08.12.2016 von der Leitungskonferenz Naturschutz und Stadtgrün, der Berliner Landesgruppe der Deutschen Gartenamtsleiterkonferenz (GALK), mehrheitlich zustimmend bestätigt.

Strukturprinzip zur Typisierung vegetativer Flächen. Abb.: gruppe F

Wegbegleitende Blüh- und Decksträucher. Foto: Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz Berlin

Das Handbuch Gute Pflege

Das Handbuch orientiert sich an dem parallel in Weiterentwicklung befindlichen Berliner StTK, der in das GRIS eingebunden ist. Zunächst für die unterschiedlichen von Vegetation geprägten Flächen werden die für eine gute Pflege notwendigen Pflegemaßnahmen als fachlicher Standard beschrieben. Neuere Erkenntnisse sollen fortlaufend berücksichtigt und übernommen werden, das Handbuch soll in diesem Sinne ein "lebendiges" und mitlernendes, sich stetig verbesserndes Werk sein.

Zielgruppen sind sowohl die Pflegekräfte in den bezirklichen Fachämtern als auch Landschaftsarchitekten, die anhand der Berliner Pflegestandards eine nachhaltige Gestaltung öffentlicher Flächen und die Folgekosten für eine qualifizierte Unterhaltung in ihren Planungen besser berücksichtigen können.

Die mit dem Handbuch Gute Pflege erarbeiteten Empfehlungen zur Anpassung der bisher im GRIS verwendeten Objektarten sollen künftig eine Verbesserung bei der Abbildung auch naturschutzfachlicher Pflegeziele und der dafür notwendigen fachlichen Tätigkeiten ermöglichen.

Im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten findet eine qualifizierte und naturverträgliche Grünflächenpflege in Berlin im öffentlichen Stadtgrün auf jeweils geeigneten Flächen bereits statt. Dennoch müssen aufgrund knapper Ressourcen vielerorts Einschränkungen hingenommen werden, die auch aus fachlicher Sicht unbefriedigend sind. Das betrifft klassische gärtnerische Leistungen wie beispielsweise Zierpflanzungen genauso wie die naturschutzfachlich relevante Pflege von Gewässerufern und blütenreichen Säumen.

Als Positionspapier des grünfachlichen Qualitätsverständnisses bündelt das Handbuch Gute Pflege die vorhandenen Erfahrungen und verschiedenen Ansätze im Sinne einer qualifizierten Grünflächenpflege beziehungsweise eines sogenannten "ökologischen Grünflächenmanagements". Es stellt die Ziele für eine qualitativ hochwertige gärtnerische Pflege mit dem dafür erforderlichen Aufwand dar, die selbstverständlich auch die Anforderungen der historischen und zeitgenössischen Gartenkultur sowie des Natur- und Artenschutzes verbindet und dabei genauso wenig die betriebswirtschaftlichen Ziele außer Acht lässt. Damit kann das Handbuch auch eine Grundlage für eine angepasste Budgetierung und damit die Verbesserung der personellen und finanziellen Ausstattung für diese Aufgabe sein.

Die interdisziplinäre "Gute Pflege" im Sinne des Handbuchs ist wesentlich für eine dauerhafte Erhaltung und Entwicklung und damit für die Zukunftssicherung der Grünen Infrastruktur in Berlin.

Elf Goldene Regeln

Was unter "Guter Pflege", also unter einem naturschutzfachliche Aspekte beachtenden, ökologischen Grünflächenmanagement zu verstehen ist, ist nicht eindeutig und verbindlich definiert. Das Handbuch Gute Pflege nähert sich mit elf "Goldenen Regeln" der Guten Pflege in Berlin diesem Anliegen:

Bei der Pflege und der Unterhaltung von Grünflächen und Bäumen

  1. gilt das Bemühen der Pflegenden, dass sich die Erholungssuchenden auf ausreichend vorhandenen und bedarfsgerechten öffentlichen Grünflächen wohl fühlen und an Naturaspekten sowie dem grünen Erbe erfreuen können.
  2. hat die Gewährleistung der Verkehrssicherung Vorrang vor allen anderen Pflegeaspekten. Die Art notwendiger Maßnahmen wird im Einzelfall mit den Belangen des Biotop- und Artenschutzes, des Denkmalschutzes und des Pflanzenschutzes abgestimmt.
  3. wird Rücksicht genommen auf das Vorkommen von gebietsheimischen Tier- und Pflanzenarten und auf Nester und Brutstätten von wildlebenden heimischen Tieren.
  4. erfolgt die Ausführung der Pflege so, dass Blüh- und Fruchtaspekte berücksichtigt werden, indem dort, wo dem keine anderen Gestaltungs-, Funktions- und Nutzungsaspekte entgegenstehen, diese Aspekt bildenden Bestände geschont werden. Die Pflegemaßnahme erfolgt dementsprechend abschnittsweise, wodurch vielfältige mosaikartige Strukturen in der Fläche gefördert werden.
  5. wird Mahdgut und Gehölzschnitt nachhaltig genutzt und soweit möglich dem Naturkreislauf zugeführt.
  6. wird darauf geachtet, dass Laub, wo immer es möglich ist, vor Ort verbleibt.
  7. wird gezielt darauf hingewirkt, dass dort, wo es die Gestaltung
    und Funktion von Grünanlagen zulässt, Strukturvielfalt entsteht. So ist es zu begrüßen, wenn sich beispielsweise vor Strauchflächen vielfältige Säume entwickeln.
  8. sind bei der Auswahl von Pflanzen Blühaspekte und Pflanzenstrukturen hinsichtlich eines dauerhaften und ausreichenden Nahrungsangebots sowie eines "adäquaten Lebensraums" für Wildbienen und andere Bestäuber mit zu bedenken.
  9. steht bei der Verwendung von Saatgut der Einsatz von gebietsheimischem Material im Vordergrund. Bei Pflanzungen ist unter Berücksichtigung gestalterischer,
    gartenkünstlerischer und ökologischer Belange zwischen Vielfalt und gebietsheimischer Herkunft angemessen abzuwägen.
  10. werden dort, wo sich spontan Pflanzen - im Sinne der urbanen Wildnis - angesiedelt haben, diese im Rahmen der Entwicklungsmöglichkeiten beispielweise auf
    Baumscheiben oder Brachen respektiert und erhalten.
  11. wird schonend mit dem Boden umgegangen - vor allem was den Eintrag von Fremdsubstraten angeht. Die Verbesserung schwieriger Standortsituationen für Pflanzungen wie etwa von Innenstadtbäumen durch ein spezifisches
    organisch angereichertes Bodensubstrat ist dabei möglich.

Tabelle Zusammenfassender Pflegekalender Landschaftsrasen, Wiesen und beweidete Flächen. Abb.: Handbuch Gute Pflege

9 Tabelle Pflegemaßnahmen Stauden/Ziersträucher. Abb.: Handbuch Gute Pflege

Das Handbuch einschließlich der Goldenen Regeln ist keine verpflichtende Vorgabe, sondern dient als Werkzeug für eine qualifizierte Grünflächenpflege in Berlin und als Argumentationshilfe für die dafür notwendige angemessene Ressourcenausstattung.

Dazu dient auch die für jeden Flächentyp skizzierte Darstellung der Folgen einer "schlechten" Pflege. Der Wert- und Substanzverlust, der mit zu knapp finanzierter, reduzierter Pflege automatisch einhergeht und nicht nur die öffentlichen Straßen oder Schulgebäude betrifft, kann so hoffentlich stärker ins Bewusstsein gerückt werden, um solchen negativen Entwicklungen künftig substantieller entgegenzutreten.

Es bedarf vielleicht der ausdrücklichen Klarstellung, dass das im Dezember 2016 bestätigte Handbuch ein erster Aufschlag ist: Die fortlaufende Weiterarbeit an den Inhalten war von Anfang an vorgesehen, insbesondere auch der Berliner StTK ist derzeit noch nicht abschließend in allen Werten vollständig und muss entsprechend weiterentwickelt werden.

Ausblick

Das vorliegende Werk ist für Fachleute konzipiert und mit einer Vielzahl von Tabellen mit Bezug zum StTK und GRIS nicht ohne weiteres verständlich. Neben der verwaltungsinternen Einbindung in die fachlichen Arbeitsprozesse ist die Erstellung einer für die Bürger bearbeiteten öffentlichkeitswirksamen Kurzfassung geplant, um anschaulich Verständnis zu fördern für die vielfältigen Maßnahmen einer fachlich qualifizierten gärtnerischen Grünflächenpflege in Berlin. Daneben ist eine Online-Präsentation- und Bereitstellung des digitalen Handbuchs geplant. Die Kommunikation der im Handbuch Gute Pflege dargestellten Pflegestandards und Pflegeanforderungen in die Öffentlichkeit wird als wichtiger Beitrag für ein besseres Verständnis eingestuft. Nicht verschwiegen werden soll, dass es von fachlicher Seite auch durchaus noch Ängste gibt, dass es zu Missverständnissen kommen kann über die Verbindlichkeit und die Möglichkeiten der Umsetzung der beschriebenen qualifizierten "Guten Pflege".

Der befürchteten Auseinandersetzung mit erbosten Menschen, welche eine optimale Pflege gemäß Handbuch einfordern, kann argumentativ mit dem Hinweis begegnet werden, dass die Ressourcen für eine gute Pflege aller Grünflächen zurzeit leider nicht vollumfänglich zur Verfügung stehen und erst wieder aufgebaut werden sollen.

Die Anwendung der Pflegestandards des Handbuchs sind geeignet perspektivisch zu belegen, welcher Aufwand auf welcher Fläche notwendig ist, um ein bestimmtes, fachlich qualifiziertes Ziel zu erreichen. Die Bereitstellung der notwendigen Mittel für die nachhaltige, werterhaltende Pflege und Unterhaltung kann so besser als zuvor bestimmt werden. Unabhängig davon sind selbstverständlich auch weiterhin zusätzlich Finanzmittel für Investitionsmaßnahmen notwendig.

Ein realistischer Ausblick: Es wird noch einiges an Geduld brauchen, bis die Inhalte des Handbuchs auf allen Ebenen genutzt werden können. In einem nächsten Schritt ist vorgesehen, die Qualitätsstandards des Handbuchs an Beispielflächen in mehreren Bezirken auszuprobieren und weiter zu qualifizieren.

Um seine Wirkung entfalten zu können, muss das Handbuch Gute Pflege in den ausführenden Fachämtern in den Berliner Bezirken zur Kenntnis und Anwendung gebracht werden. Darüber hinaus sollte es in das gesamte weitere fachliche Handeln in der Berliner Stadtgrünverwaltung integriert werden. Das Werk muss langsam und stetig lebendig werden, in den Köpfen der Handelnden wachsen, blühen und gedeihen.

Handbuch Gute Pflege als Download:

www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/stadtgruen/pflege_unterhaltung/download/Handbuch-Gute-Pflege_Berlin.pdf

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 06/2017 .

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