Zur 14. documenta Flucht und Menschenrechte thematisiert

Die Stadt als Kunstraum

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Der „Parthenon der Bücher“ ist ein formaler Nachbau des Tempels auf der Akropolis in Athen. Er stand 1983 schon einmal für fünf Tage in Buenos Aires. Foto: Thomas Herrgen

Als Begleitprogramm zur Bundesgartenschau in Kassel war die documenta 1955, ursprünglich nur für diesen einmaligen Event geplant, ins Leben gerufen worden. Schon damals gab es neben den Ausstellungen in Museen und Skulpturen im eigentlichen Gartenschaugelände auch viele Kunstwerke im öffentlichen Raum. Die erste documenta unter der Leitung von Arnold Bode wurde, ganz im Sinne einer Dokumentation, zu jener Modernen Kunst veranstaltet, die im Nationalsozialismus als "entartet" stigmatisiert war. Mit der documenta sollte die Bevölkerung wieder an abstrakte, zeitgenössische Kunst herangeführt werden.

Inzwischen ist sie eine autonome Veranstaltung im Fünf-Jahres-Rhythmus geworden. Künstlerischer Leiter der "doc14" war Adam Szymczyk. Er war Mitbegründer und von 1997 bis 2003 Kurator der Foksal Gallery Foundation, Warschau, danach Direktor der Kunsthalle Basel. Zudem ist er Vorstandsmitglied des Museums für Moderne Kunst, Warschau. Die documenta 2017 fand auf Szymczyks Anregung hin erstmals an zwei Orten zeitversetzt statt, beginnend im April in Athen und ab 10. Juni dann auch in Kassel. Etwa einen Monat lang überschnitten sich die Veranstaltungen an beiden Orten. Am 16. Juli endete die documenta in Athen, am 17. September endete sie in Kassel.

In diesem Jahr waren in Nordhessens Metropole besonders viele Kunstwerke ausgestellt, die den öffentlichen Raum, Straßen, Plätze und Parkanlagen prägten, auch Kunst, die aus Grün bestand oder mit Grün arbeitete. Darunter waren vor allem das diesjährige Wahrzeichen, der "Parthenon der Bücher" auf dem Friedrichsplatz, oder der Obelisk auf dem Königsplatz, der an die Migration erinnert, auch "bewohnbare" Abwasserröhren, in denen Verfolgte auf LKWs aus ihrem Land flüchten konnten (Hiwa K, Irak: "When We Were Exhaling Images").

Das Fridericianum erhielt kurzerhand einen neuen Schriftzug der daran erinnerte, dass auch Sicherheitsmaßnahmen gegen Terrorismus selbst beängstigende Formen annehmen können. Foto: Thomas Herrgen

Detail mit eingeschweißten Titeln des „Parthenon der Bücher“. Eine zusammengetragene Liste verzeichnete mehr als 120?000 Titel, die irgendwann, irgendwo einmal auf der Welt verboten waren oder heute noch sind. Foto: Thomas Herrgen

Zu den grünen Highlights gehörte ein Band aus Spontanvegetation im Auepark, die "Grüne Pyramide" im Nordstadtpark oder eine hängende Installation aus blau gefärbten Textilien mit den zugehörigen Färberpflanzen darunter. Hinzu kamen Objekte und Apparate vor der Orangerie und in der barocken Karlsaue.

Temporär und dauerhaft

Auch wenn die documenta als vorübergehendes "Museum der 100 Tage" bezeichnet wird und sie 1955 zunächst nur als einmalige Veranstaltung geplant war, so wird sie seither regelmäßig, heute alle fünf Jahre veranstaltet und gilt als die weltweit bedeutendste Ausstellungsreihe für zeitgenössische Kunst. Immer wieder verblieben einzelne Werke auch dauerhaft in Kassel, so etwa das Projekt "Tausend Eichen" von Joseph Beuys, das mehrere Jahre zur Realisierung beanspruchte und die "Stadtverwaldung" anstrebte. Darüber hinaus kauft die Stadt Kassel nach jeder documenta stets ein oder mehrere Objekte für den öffentlichen Freiraum an. Darunter waren etwa die Spitzhacke, die Herkules symbolisch von der Wilhelmshöhe warf, in der Fuldaaue, oder der "Himmelsstürmer" vor dem Hauptbahnhof. In diesem Jahr stand (bei Redaktionsschluss) ein konkreter Ankauf noch nicht fest, aber gute Chancen wurden dem Obelisken auf dem Königsplatz eingeräumt.

Keinesfalls verbleiben wird der "Parthenon der Bücher", der wie ein griechischer Tempel den Friedrichsplatz nach Norden hin abschloss und zusammen mit dem Fridericianum ein städtebauliches Ensemble bildete.

Stadträume einmal anders

Marta Minujíns Werk "The Parthenon of Books" basiert auf der Erstinstallation in Buenos Aires, die 1983 unter dem Titel "El Partenón de libros" kurz nach dem Zusammenbruch der Diktatur in Argentinien die zuvor verbotenen Bücher zeigte. Damals auf fünf Ausstellungstage begrenzt konnte die Bevölkerung die Bücher am Ende unentgeltlich mitnehmen. In Kassel begannen Abbau und Verschenken schon eine Woche vor Ende der doc14, um die in Plastiktüten eingeschweißten und mit Folie am Gerüst befestigten Bücher zu "befeien" und wieder in Umlauf zu bringen. Buchtitel für den Parthenon konnten seit der Frankfurter Buchmesse 2016, vor und auch noch während der documenta in verschiedenster Form gespendet werden. Eine im Internet veröffentlichte lange Liste verbotener Bücher (mehr als 120 000 Titel) und eine Kurzliste mit etwa 170 Titeln gab den Spendern eine Orientierungshilfe. Sie war in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Nikola Roßbach, Gastprofessor Dr. Florian Gassner und Studierenden der Universität Kassel entstanden. Im Verlauf des Projekts wurden die Listen kontinuierlich erweitert. Es ging dabei um Bücher, die weltweit irgendwann, irgendwo der Zensur zum Opfer gefallen und verboten waren.

Doch das Werk wurde in den Medien vielfach als Retro-Kunst verschmäht, weil die "alte" Idee einfach noch einmal realisiert wurde. Allerdings sind die Themen Zensur und Verfolgung von Schriftstellern bis hin zu deren Inhaftierung oder Flucht leider noch immer und zurzeit gerade wieder aktueller denn je. Die Installation orientierte sich am Vorbild des Tempels auf der Athener Akropolis, der das Ideal der weltweit ersten Demokratie versinnbildlicht. Damit war der "Parthenon der Bücher" zugleich die Klammer für die erstmals an zwei Orten - Athen und Kassel - stattgefundenen documenta.

Kassels Königsplatz erhielt zur documenta einen Obelisken, der sich aus der Sicht von Fremden/Einwanderern in vier Sprachen für die Aufnahme bedankt. Foto: Thomas Herrgen

In Abwasserröhren wie dieser, geladen auf Lkw, flohen Menschen aus dem Irak. In Kassel zur Kunst erhoben waren sie als Gruppe gestapelt und jeweils als „Zimmer“ gestaltet. Ein Blick in die Röhre... Foto: Thomas Herrgen

Ebenfalls auf dem Friedrichsplatz, am Museum Fridericianum, zeigte die Künstlerin Banu Cennetoglu ihre Arbeit. Sie ersetzte (reversibel) den Schriftzug über dem Hauptportal des klassizistischen Baus von 1779 mit den Buchstaben "BEEING-SAFEISSCARY" (Beeing safe is scary - Sicher sein ist beängstigend). Dazu waren die vorhandenen Buchstaben neu angeordnet und die fehlenden ergänzt worden. Die Arbeit macht darauf aufmerksam, dass immer mehr Sicherheitsmaßnahmen in Zeiten von Terrorismus schließlich selbst zu einer beängstigenden, Freiheiten einschränkenden Gefahr werden.

Der kreisrunde Kasseler Königsplatz - die "gute Stube" der Stadt - erhielt mit einem Obelisken aus Beton eine neue Mitte. "Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt" steht als Schriftzug in Deutsch, Englisch, Arabisch und Türkisch auf den vier Seiten des 16 Meter hohen Monuments. Es wurde nach der Idee des nigerianischen Künstlers Olu Oguibe gefertigt. Er verarbeitet in seinem Œuvre Kindheitserfahrungen in Biafra während des nigerianischen Bürgerkriegs Ende der 1960er-Jahre. Seine Arbeit bekräftigt die "zeitlosen, universellen Prinzipien der Zuwendung und Fürsorge gegenüber all jenen, die von Flucht und Verfolgung betroffen sind". Mit dem Obelisken hat er eine Form gewählt, die traditionell den Eroberern und Siegern vorbehalten war. In Kassel galten dieser Machtgestus und die damit verbundene Hierarchie nicht mehr.

Mit einem spektakulären Verhüllungsprojekt war Ibrahim Mahama in Kassel vertreten. Der 1987 in Tamale, Ghana, geborene Künstler verhüllt regelmäßig Gebäude wie Theater, Museen, Wohnhäuser und Ministerien in Accra und Kumasi. Im Unterschied zum Verpackungskünstler Christo verwendet Mahama aber natürliche Gebrauchsmaterialien. In Kassel hat er die südlichen Torwachen am Grimm-Platz verhüllt, einem städtebaulich wichtigen Straßenknickpunkt an der beginnenden Wilhelmshöher Allee und mit Blick zum Herkules. Die beiden Gebäude sind Teil des unvollendeten Wilhelmshöher Tores und dienen heute als Museum, Gebäudeteil eines Gerichts und im oberen Geschoss der nördlichen Torwache wohnten zeitweise die Gebrüder Grimm. Mahama nutzt für seine Installationen zerschlissene Jutesäcke, die er von Händlern im Tausch gegen neue erhält. Die Säcke werden in Asien hergestellt, in aller Welt vertrieben und in Ghana zum Verpacken von Kakao, Kaffee, Reis, Bohnen und Holzkohle für den Export nach Amerika und Europa verwendet. "In diesen Säcken materialisiert sich die Geschichte des Welthandels. Wer webt, verpackt, belädt und transportiert, hinterlässt auch seinen Schweiß, seinen Namen, Daten und andere Koordinaten auf den Säcken". Diese addieren sich zu einer Art zweiter Haut mit Narben, die eine Vorgeschichte bergen. Jute hat eine lange Tradition in Westafrika - für Vorhänge, traditionelle Kostüme und Dekoration. Die gesammelten und in Gemeinschaftsarbeit zusammengenähten Säcke nehmen als Skulptur die Form ihres Ausstellungsortes an. "Was dabei entsteht, ist eine neue Kartografie dieser Städte. Sie verzeichnet und verknüpft Räume ausgehend von den zwischen ihnen gestifteten Motiven und Zwecken".

Die „Mill of Blood“ (Blut-Mühle) vor der Orangerie in der Karlsaue ist ein 1:1-Nachbau einer bolivianischen Mühle, die – von Sklaven betrieben – Silber förderte. Die originale Holzapparatur war stets vom Blut der Sklaven getränkt. Foto: Thomas Herrgen

Verpackungskunst einmal anders: Jute statt Plastik und Mahama statt Christo. Die südlichen Torwachen waren komplett mit zusammengenähten Säcken verhüllt, die sonst zum Transport von Kaffee, Kakao oder Holzkohle in Afrika verwendet werden. Foto: Thomas Herrgen

Kunst im Grünen

Bei jeder documenta wird Kunst in Parkanlagen und Grünflächen ausgestellt. In Kassel ist es vor allem die Karlsaue, die dann zu weitläufigen Kunst-Spaziergängen einlädt. Auf der Karlswiese, direkt vor der Orangerie, war die "Mill of Blood" platziert. Antonio Vega Macotela hatte die mechanische Apparatur überwiegend aus Holz schon seit 2010 entwickelt, sie war bisher aber noch nie in vollem Umfang realisiert worden. Sie Skulptur in Form einer Mühle nimmt Bezug auf die menschliche Arbeit, die benötigt wurde, um Bodenschätze für Silbermünzen in den ehemaligen spanischen Kolonien in Amerika auszubeuten. Sie ist ein detailliertes Abbild im Maßstab 1:1, die für eine Mine in Bolivien gebaut worden war. Im Unterschied zu anderen, mithilfe von Tieren betriebenen Mühlen wie in Peru und Mexiko, wurde die in über 4000 Metern Höhe gelegene bolivianische Mühle von indigenen Sklaven aus den Anden angetrieben. Durch diesen menschenverachtenden Apparat ist den Sklaven buchstäblich der letzte Tropfen Blut entzogen worden, eine "Blut-Mühle".

Ebenfalls aus Holz, jedoch zum Thema Zaun, Grenzen, Abgrenzung besteht die Installation "Trassen" von Olaf Holzapfel, die seitlich eines Hauptweges in der Karlsaue stand. Der Künstler setzt sich mit der Geschichte von Grenzen auseinander, studiert historische Artefakte, Bücher, Landkarten und Modelle aus England, Deutschland und den Niederlanden, auch zum Thema Fachwerk und "Linienräume". Bei Holzapfel ist der Zaun sowohl eine symbolische als auch physische Grenze, ein Zwischenraum, in dem "Spannungen ausgehalten und Uneindeutigkeiten präzisiert werden". So besteht "Trassen" aus einer Art liegender, doppelwandiger Fachwerkkonstruktion, deren Linienhaftigkeit auch auf den barocken Auenpark Bezug nahm.

Die kanadische Künstlerin Rebecca Belmore hatte, zunächst für Athen, die Installation Biinjiya'iing Onji ("Von innen", 2017) aus Marmor entworfen, die vom Atelier Vangelis Ilias hergestellt wurde. Die Skulptur mit etwa 140 x 200 x 200 Zentimetern stellt ein Flüchtlingszelt dar, das in seiner neuen Materialität ein Objekt auf Dauer und somit zum Mahnmal wurde. Die Arbeit reiste nach Ende der Ausstellung in Athen (16. Juli) weiter nach Kassel und wurde dort Anfang August in den Weinberg-Terrassen seitlich des neuen Grimm-Museums im Grünen aufgestellt. Belmore, 1960 in Upsala, Ontario, geboren verweist mit der Form auch auf Wigwam-Unterkünfte in ihrer Heimat. Sie ermöglichen es, mit vorgefundenen Materialien zu bauen und dem umherziehenden Volk sein Zuhause jeweils dort zu errichten, wo es auf Zeit sesshaft werden wollte.

Kunst mit Grün

Auch Pflanzen selbst wurden in Kassel zur Kunst, wie Lois Weinberger mit seiner "Ruderal Society" (Ruderalgesellschaft) zeigte. Nach seinem letzten Beitrag zur documenta 10 (1997) auf einem Abstellgleis des Kulturbahnhofs Kassel, schuf Weinberger 2017 ein weiteres Werk unter freiem Himmel, diesmal im Auepark. Er legte in Rasen-/Wiesenbereichen eine Schneise im Sinne einer "Verletzung" an, die unter anderem auch einen Gehweg querte. Der abgetragene Erdaushub wurde als kleiner Hügel am Ende der Bahn als temporäre Miete aufgeschichtet. Die Schneise mitten durch den barocken Park und der Hügel wurden danach sich selbst überlassen.

Eine lebende Pyramide im Nordstadtpark versinnbildlichte eine „soziale Skulptur“. Sie wurde in großer Gemeinschaftsarbeit erbaut und während der documenta gepflegt und unterhalten. Foto: Mathias Völzke, documenta 14

Dieses „Flüchtlingszelt“ aus Marmor stand zuerst in Athen, später in Kassel. Es setzt der Behausung selbst und den Menschen, die darin gelebt und überlebt haben, ein Denkmal. In Kassel stand es „märchenhaft“ mit bestem Weitblick seitlich der neuen Grimm-Welt. Foto: Fanis Vlastaras, documenta 14

Schon bald stellten sich in der offenen Vegetationsfläche die ersten Neubesiedler ein, Ruderalvegetation, die vorwiegend brachliegendes, oder vom Menschen durch Übernutzung ausgezehrtes Land kolonisieren. Normalerweise geschieht dies ohne große Beachtung durch den Menschen, oft gegen dessen Willen. Es entsteht ein Raum, in dem "das Lebendige sich über die Ordnung hinwegsetzt". In Kassel hatten einige der Besucher das Werk missverstanden und nutzten die lange, etwa 20 Zentimeter tiefe, trassenartige "Wunde" im Park als Gehweg. Damit entwickelte sich die Spontanvegetation nur in einem jeweils kleinen Steifen an beiden Rändern. Dennoch blühte vieles, darunter Glockenblume, Schafgabe oder die weiße und die blaue Kornblume. Und die Natur beweist, dass sie offene Wunden wieder schließt, indem sie neuen Besiedlern eine Chance gibt.

In der documenta Halle wurde die Installation "Fundi" ("Aufstand", 2017 von Aboubakar Fofana, Mali) gezeigt, mit Textilien aus Naturfasern, blau gefärbt mit der Hülsenfrucht Indigoferra arrecta, sowie mit Polygonum tinctorium und Isatis tinctoria. Diese Pflanzen standen im Original in Töpfen darunter. Die Textilfarben in Fofanas Heimat enthalten nur wenige Bestandteile und keinerlei Chemikalien. Die Farbe wird allein durch die zerstoßenen, getrockneten Indigoblätter erzeugt. Bakterien schließen das Pigment Indigotin in den Blättern auf, sodass es direkt auf dem Stoff oxidieren kann. So soll an ursprüngliche Handwerksprozesse und den Einklang mit der Natur in Afrika erinnert werden. Die Arbeit entstand in Zusammenarbeit mit der Kasseler Werkstatt (Gartenbau), der Stadt Kassel (Umwelt- und Gartenamt) und der Universität Kassel (Gewächshaus für tropische Nutzpflanzen, Witzenhausen).

Buchstäblich auf die Spitze trieb es Agnes Denes mit "The Living Pyramid" im Nordstadtpark. Die im Grundriss quadratische Skulptur mit etwa neun mal neun Metern war etwa genauso hoch. Die Außenseiten, wie Blumenkästen angefertigt, waren mit Substrat und vielen tausend verschiedenen Stauden, Blumen und Gräsern bepflanzt. Die gleich hohen, gestapelten Kästen wurden nach oben hin immer schmaler aufgesetzt, sodass sich die Pyramidenform ergab. The Living Pyramid war "als soziale Struktur" gedacht - sozial deshalb, weil die Bepflanzung "Assoziationen von Evolution und Regeneration" ermöglicht und die Arbeit zudem eine Mikrogesellschaft aus (freiwilligen) Menschen und Nachbarn hervor brachte, die sich während der documenta14 sowohl um die Bepflanzung als auch um die laufende Pflege gekümmert hatten.

Rezeption und Reaktion

Die Kasseler Bevölkerung nahm die "doc14" wie immer offen und mit großer Gelassenheit auf. Straßenmusiker und Künstler aller Art bevölkerten, außerhalb des offiziellen Programms, die öffentlichen Räume, Plätze und Parks. Auch ortsansässige Künstler wie etwa Heiko Schulze bereicherten die documenta. Er stellte in seinem temporär als "100-Tage" bezeichneten Atelier hochwertige Keramik-Figuren aus. Sie werden auf 1160 Grad Celsius gebrannt und sind in der Regel auch für den Außenbereich geeignet (www.keramik-figur.de). Vor allem an den Wochenenden herrschte großer Andrang in Kassel, sodass 2017 mit einem Besucherrekord (mehr als 1,2 Millionen; Athen: 339.000, Kassel: etwa 880.000) abschloss. Ungeachtet dessen wurde die documenta in den Medien oft als schlecht, "retro" und zu politisch bewertet, zu stark auf das Flüchtlingsthema fokussierend. Ein Graffiti-Sprayer schrieb auf einen Bauzaun in der Nähe des Friedrichsplatzes: "d13 war besser". Jede documenta war bisher immer umstritten und stets auch politisch, nahm aktuelle Themen auf und blieb durchweg dem Beuys'schen Motto treu: Kunst liegt immer im Auge des Betrachters.

Weitere Informationen

www.documenta14.de

www.hessenschau.de/kultur/documenta

Textquellen, Info-Unterstützung, Recherche:

Maxie Fischer, Timo Weißberg | documenta 14

www.documenta14.de/de/press-materials

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 10/2017 .

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