Kann Dialog 2019

Die Stadt der Zukunft ist regenerativ und zirkulär

Von der "Agropolis" zur "Ecopolis": Die Stadt der Zukunft regeneriert die Rohstoffe, die sie verbraucht, selbst, erläuterte der Architekt Dipl.-Ing. Stefan Schurig. Foto: Kann

Wie werden die Städte und Stadtplätze in Zukunft aussehen? Mit dieser Frage befasste sich der Kann Dialog 2019, zu dem der Hersteller von Betonprodukten im April nach Berlin einlud. Rund 200 Stadtplaner, Landschaftsarchitekten und Architekten kamen zur Tagung ins Café Moskau, das direkt an der geschichtsträchtigen Karl-Marx-Allee unweit des Alexanderplatzes liegt.

Einen großen Bogen von der Vergangenheit zur Zukunft zog Dipl.-Ing. Stefan Schurig, Architekt und Gründer von Cities and Energy Consulting in seinem Vortrag zum Thema "Nachhaltige und regenerative Stadtentwicklung". Er zeichnete den Weg nach von der Stadt als "Agropolis", die noch durch die Umgebung versorgt wird, über die "Petropolis", die auf dem Verbrauch von fossilen Rohstoffen basiert, hin zur "Ecopolis", der regenerativen Stadt der Zukunft. Angesichts des Klimawandels, müsse sich die Stadt wieder am Maßstab Mensch ausrichten und vor allen Dingen die Rohstoffe, die sie verbraucht, selbst regenerieren. "Ziel muss ein zirkulärer Stoffwechsel sein", so Schurigs Ausblick. In Sachen Klimabilanz von Zement nahm der Architekt kein Blatt vor den Mund. Der C02-Abdruck des Baustoffs sei schlechter als der gesamte Flugverkehr zusammengerechnet. "Wir sollten über eine globale Bauwende sprechen", sagte er. Schurig geht davon aus, dass zukünftig alternative Baustoffe aus organischen Materialien wie Holz, Lehm und Bambus eine Renaissance erleben werden, ebenso die Modulbauweise. Er plädierte zudem dafür, den Bestandsschutz von Gebäuden zu stärken.

Für den Praxisbezug bei der Tagung sorgte Prof. Dr.-Ing. habil. Frohmut Wellner von der Technischen Universität Dresden. Er stellte in seinem Vortrag mit dem Titel "Pflaster richtig planen und bauen - Schäden vermeiden" neben einer Pflaster-Historie - vom Natursteinpflaster über das Terracotta-Pflaster im antiken China bis zu den Anfängen des Betonsteinpflasters in den 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts - die wichtigsten Regelwerke für das Pflastern vor. Anhand von Beispielen erklärte Wellner, wie mangelhafte Planung und Ausführung zu Schäden auf verkehrsbelasteten Wegen und Straßen führen können.

Dipl.-Ing. Harald Fugmann stellte die städtische Freiraumentwicklung 3.0 vor. Anhand eines Entwicklungs- und Grünkonzepts für die Berliner Gropiusstadt erläuterte der Landschaftsarchitekt exemplarisch, wie ein Stadtteil stadtplanerisch neu entwickelt werden kann. Dazu zählen zum Beispiel die Schaffung von Frei- und Grünflächen, die Biodiversität fördern, die Entsiegelung von Flächen, die Umsetzung von Barrierefreiheit, ein neues Wegeleitsystem sowie die Schaffung von Orten, an denen die soziale Begegnung möglich ist.

globa

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 05/2019 .

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