Editorial

Die Bundesregierung hat einen Masterplan Stadtnatur beschlossen, der nun das 2017 vorgelegte Weißbuch "Stadtgrün" konkret umsetzen soll. Es geht um 26 Maßnahmen, die zum Ziel haben, die Biodiversität in den Städten zu fördern. Der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten sowie die Gartenamtsleiter in Deutschland kritisieren den Masterplan als unzureichend und vor allem bleibe er weit hinter dem Weißbuch "Stadtgrün" zurück. Dazu passt, dass das Bundesbauministerium auch das Städtebauförderprogramm "Zukunft Stadtgrün" mit einer Summe von 50 Millionen Euro ersatzlos streichen will. "Naturschutzmaßnahmen können hier niemals isoliert, sondern nur unter Berücksichtigung von Erholungs- und anderen sozialen Funktionen erfolgen". Die GALK bewertet folglich "die bevorstehende Einstellung des bewährten Förderprogramms 'Zukunft Stadtgrün'" als "gravierenden Rückschritt für die urbane Freiraumentwicklung und die notwendigen Anpassungen an den Klimawandel."

Zwar hatte die Bundesregierung schon im Koalitionsvertrag nur auf die biodiversitätsbezogenen Belange des Weißbuch "Stadtgrün" abgehoben, aber eine so radikale Abkehr vom just verabschiedeten Weißbuch, zu dem sich Bundesminister Seehofer in Stadt+Grün auch noch bekannt hatte, ist doch überraschend. Die Hitzewelle des vergangenen Jahres hatte uns eigentlich etwas anderes gelehrt.

Mit den besten Grüßen

Mechthild Klett

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 07/2019 .

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