Editorial

Bäume und knappe Kassen

Die Bundeshauptstadt Berlin hat ein neues Klimaanpassungsgesetz. Die spektakuläre Nachricht von der Verabschiedung des sogenannten BäumePlus-Gesetzes verbreitet sich wie ein Lauffeuer durch die Republik. Nun wird Berlin rund 560.000 neue Stadtbäume bis 2040 pflanzen.

Das Gesetz beinhaltet außerdem die Pflicht zur wirksamen Pflege aller bestehenden Baumbestände. Die Kosten für dieses Ausnahmeprojekt sind immens, vom Verwaltungsaufwand mal ganz zu schweigen. Doch sollte die Hauptstadt es tatsächlich schaffen, dieses ambitionierte Vorhaben umzusetzten, wäre das ein Glücksfall. Denn die Verpflichtung zu mehr Klimaschutz sollte auf allen Ebenen längst ganz oben auf der Agenda stehen. Zur Umsetzung braucht es viele anpackende Hände, viel Fachwissen, Zusammenarbeit auf allen Ebenen und eine besonders gute Koordination aller Aufgaben und Maßnahmen. Das BäumePlus-Gesetz beweist eindrucksvoll, dass der unschätzbare Wert von Bäumen kein Geheimnis mehr ist. (Seite 20)

Die langfristigen Belastungen durch Wassermangel wirken sich nicht nur drastisch auf die Vitalität von Stadtbäumen aus, sondern schränken auch die Abmilderung von Hitzewellen ein. Die Forschungsarbeit von Daniel Blume an der Fakultät Architektur und Landschaft, Lehrstuhl für Landschaftsplanung der Technischen Universität Dresden, hat die Beeinträchtigungen des Stadtgrüns durch die klimatischen Veränderungen mit dem Ziel untersucht, resiliente Anpassungsmaßnahmen zu finden. Es wurde sowohl erforscht, wie hoch die Schäden in verschiedenen Flächentypen überhaupt sind, als auch inwieweit Zusammenhänge zwischen der Art der Bebauung, Bodenversiegelung, Nutzungsintensität und den verschiedenen Vegetationsstrukturen bestehen. Für das Forschungsprojekt wurden insgesamt 15.197 Bäume auf 252 Flächen zwei Jahre lang in Folge begutachtet. Die Analyse der erhobenen Daten zeigt, dass die Auswirkungen der Beeinträchtigungen enorm sind. (Seiten 8 bis 12)

Nach einer durch die Corona-Pandemie bedingten Auszeit von sechs Jahren fand am 25. September endlich wieder das Berliner Baumforum statt – erstmalig nicht im Hörsaal, sondern aus gegebenem Anlass auf der großen Seebühne im Britzer Garten. Denn vor 40 Jahren fand dort die Bundesgartenschau 1985 statt. Die Veranstalter nutzten das Jubiläum und lockten die rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den wunderschönen und bestens gepflegten Britzer Garten. Gleichzeitig präsentierten sie ein aktuelles Vortragsprogramm zum Thema "Bäume und Parkmanagement". Dabei standen Baumentwicklungen und ihre Probleme in der Reifephase von Parkanlagen im Fokus. Begleitet wurde das Baumforum wie schon früher üblich von einem Ausstellermarkt. (Seite 23)

Ihre Ines Lauzat

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