Leserbrief

Eichenprozessionsspinner

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Septemberausgabe Ihrer Zeitschrift erreichte mich erst relativ spät - ein Zeichen, dass die Artikel in unserer Behörde aufmerksam gelesen werden. Eichenprozessionsspinner sind auch ein Thema in Berlin, doch der o. g. Artikel erregte meine besondere Aufmerksamkeit auf Grund des 2. Fotos. Dort ist ein Mensch zu sehen, der in vollständiger Arbeitsschutzausrüstung (sehr gut!) ein wahrscheinlich heruntergefallenes oder heruntergeschlagenes Eichenprozessionsspinnernest verbrennt oder zumindest abflämmt (um Gottes Willen!!!).

Wahrscheinlich bin ich nicht der erste Leser, der Sie auf diese falsche Vorgehensweise hinweist, ich fühle mich trotzdem genötigt. Denn durch die Flammenbehandlung des Nestes werden bei weitem nicht alle Brennhaare beseitigt, sondern viele werden mit den heißen Gasen regelrecht aufgewirbelt und somit erst recht verbreitet. Das könnte und sollte dann zu einer Anzeige wegen vorsätzlicher Gefährdung der Gesundheit von Anliegern führen, damit so ein Herangehen nie wieder passiert. Während im Artikel alles richtig erläutert ist - die Nester müssen abgesaugt werden, kann ein unbedarfter Leser durch das Bild auf die völlig falsche Fährte geführt werden und "müllvermeidend" künftig einem Verbrennen statt Entsorgen der Nester den Vorzug geben. Das fände ich fatal.

Im Sinne einer korrekten Darstellung der Thematik hätte ich von der Redaktion einen Hinweis zum falschen Umgang mit der Problematik erwartet (wozu hat der Mensch überhaupt einen Brenner dabei?) oder das Weglassen dieses irreführenden Fotos.

Freundliche Grüße
Christoph Funk
Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz Berlin, Abt. Klimaschutz, Naturschutz und Stadtgrün, Ref. Naturschutz, Landschaftsplanung und Forstwesen

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 03/2019 .

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