Eine Gemeinschaftsaufgabe für Kommune und Stadtgesellschaft

Insektenerhalt trotz Wiesenmahd

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Seit längerer Zeit sind öffentliche Grünflächen nicht nur Freizeitstätten und klimakühlende Areale, sondern auch Stätten großer Biodiversität. Insbesondere Wiesen können gegenüber den Rasenflächen, die häufig aus wenigen Grasarten bestehen, vielfältiges Futter für eine vielfältige Insektenwelt anbieten.

Noch immer wird allerdings häufig von Bürgerinnen und Bürgern moniert, dass Rasenflächen gegenüber der Wiese optisch ordentlicher seien und ästhetisch klarere Linien vorweisen. Eine Wiese hingegen birgt viel Unübersichtlichkeit und Wildheit, in der Blühzeit aber auch formidable Blütenbilder und Futterangebote.

Von ökologischer Seite wird hingegen kritisiert, dass die Vielfalt der Insekten auf den Wiesen mit den zwei Mahden pro Jahr verloren geht. Werden nicht Mähgeräte verwendet, die die Insekten vor dem Schnitt aufscheuchen, werden die meisten plattgefahren oder geraten ins Schnittwerk. Lösungen gibt es auch jenseits des Schnittverfahrens:

In diversen Landschaftsparks werden Wiesen durch Beweidung kurzgehalten. Die Tiere bilden nicht nur ein optisches Highlight, sondern hinterlassen auch Dung, der wiederum von weiteren Insekten bevölkert oder verwertet wird. In engeren, urbanen Räumen ist dies zumeist aber nicht möglich. Dann können jedoch andere Maßnahmen ergriffen werden.

Da nur 10 Prozent der Insekten auf Blüten angewiesen sind, wird schnell deutlich, dass die Wiese auch ohne Blütenstände in Bezug auf die Biodiversität sehr wertvoll ist. Um den Spagat zwischen Ästhetik, notwendiger Mahd und ökologischen Anforderungen hinzubekommen, werden Wiesen zunehmend nur in Teilen gemäht. So können die Insekten ausweichen und es bleibt genug Lebensraum erhalten. Auch eine Schnitthöhe von zehn Zentimetern hilft, vielen Tieren das Überleben zu sichern.

Sollen Wiesen auch im verblühten Zustand länger stehen bleiben, müssen häufig weitere Mittel ergriffen werden, um die Akzeptanz aufrechtzuerhalten. Hier haben sich insbesondere Informationstafeln bewährt, die das Aussehen und die Pflege-Rhythmen erklären. Manchmal können auch Kooperationen mit Kitas und Schulen geschlossen werden, um die Wiesenbewirtschaftung Kindern und damit auch Eltern näher zu bringen.

Auch so mancher Kommunalpolitiker schmückt sein Image inzwischen gern mit den Bienenwiesen. Nutzen wir diesen Trend!

Mechthild Klett

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M. A. Mechthild Klett
Autorin

Stadt+Grün, Redaktionsleiterin

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