Mehrgenerationenspielplatz

Essbare Pflanzen für Klein und Groß

Die Kiwibeeren sind wahre Vitamin-C-Bomben. Foto: ackerbaum GmbH & Co.KG

Die Baumschule ackerbaum hat die Vision, eine "essbare Zukunft" zu gestalten. Das spezielle Sortiment dieser Baumschule bietet eine Vielfalt von bekannten und unbekannten vorwiegend essbaren Pflanzen. Man stelle sich eine Zukunft vor, in welcher jeder Garten und Park in ein essbares, blühendes Paradies verwandelt wird. Im Frühjahr 2022 wird nun der Mehrgenerationenspielplatz in Obermoschel, der kleinsten Stadt in Rheinland Pfalz, in eine "essbare Oase für Klein und Groß" umgewandelt.

Wird ein essbarer Garten angelegt, ist es wichtig darauf zu achten, mit einer breiten Genetik zu beginnen, qualitativ hochwertiges Pflanzgut zu verwenden und alle elementaren Funktionen der Pflanzen innerhalb eines natürlichen Ökosystems zu bedenken. Das bedeutet, dass insgesamt eine hohe Arten- & Sortenvielfalt gepflanzt werden sollte und dass neben den essbaren Pflanzen auch Pflanzen integriert werden, welche die Gesundheit des Gesamtsystems fördern. Hierzu gehören tiefwurzelnde Pflanzen, Nährstoffakkumulatoren, aromatische Pflanzen, Heilpflanzen, Stickstoffbinder sowie genügend Insektenpflanzen für ganzjährig verfügbaren Nektar & Pollen.

Dies soll hier an einem Beispiel verdeutlicht werden: Im Frühjahr 2022 wird der Mehrgenerationenspielplatz in Obermoschel, der kleinsten Stadt in Rheinland Pfalz, in eine "essbare Oase für Klein und Groß" umgewandelt. In Obermoschel ist auch der Sitz der Baumschule ackerbaum, welche diese Pflanzung plant, durchführt und das nötige Pflanzgut sowie Materialien, Werkzeuge und Terra-Preta Erde zur Verfügung stellt.

Das Gelände hat bereits einen schönen Wasserspielplatz, einen kleinen Seilgarten zum Balancieren, einen Barfußpfad, Weidentipis, überdachte Sitzmöglichkeiten sowie einen Grillplatz, ein Klettergerüst und einen Fußballplatz. Der Spielplatz ist schön gelegen, am kleinen Moschelbach, im Tal einer hügeligen Landschaft. Der Bachlauf ist gesäumt von Erlen und Weiden. Entlang der Wege befinden sich Haselnusssträucher, Hundsrosen, Weißdorn und andere heimische Laubgehölze.

Es bietet sich an, diesen gut frequentierten Spielplatz mit einer Vielfalt von essbaren Pflanzen attraktiv auszugestalten. Die vorhandene Bodenfeuchte und der humose Boden entlang vom Bachlauf ermöglichen den Anbau einer Vielfalt von Pflanzen. Geplant ist es, den Generationen-Spielplatz in mehrere Zonen zu unterteilen:

Am Bachlauf selbst sollen feuchtigkeitsliebende Pflanzen wie Haselnüsse, Johannisbeeren, Sauerkirschen sowie Herznüsse, Persimonen und Pawpaws, welche in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet ebenfalls in Flussauenlandschaften wachsen, gepflanzt werden. Zur Erläuterung der genannten, eher untypischen Gehölze hier ein kleiner Abriss: Die Herznuss ist ein Nussbaum aus der Gattung der Walnussgewächse. Die Nüsse schmecken der Walnuss ähnlich, allerdings ohne den für Walnüsse typischen, häufig leicht bitteren Beigeschmack. Tatsächlich sind die Herznüsse herzförmig und eignen sich wunderbar als besonderes, "herzliches" Geschenk - eine Freude für alle Spielplatz-Besucher*innen.

Die Persimone stammt aus Nordamerika und ist verwandt mit der asiatischen Kaki. Ihre kakiähnlichen Früchte sind etwas kleiner, jedoch hat die Persimone den Vorteil sehr winterhart zu sein. Tatsächlich gibt es sehr vielversprechende Kreuzungen zwischen der Echten Kaki und der Persimone, welche die Vorteile von beiden Arten vereinen. Die Früchte reifen im späten Herbst und können zum Teil bis Weihnachten geerntet werden. So bleibt das Mehrgenerationengelände zu jeder Jahreszeit eine Attraktion und ein Besuch lohnt sich nicht nur im Sommer.

Die Pawpaw wird auch Indianerbanane genannt und hat ein eher tropisches Flair. Die fast Mango-großen Früchte schmecken tatsächlich, je nach Sorte, nach Banane und Mango mit einem Vanille- oder Ananas-Aroma. Das eher kleinbleibende Obstgehölz bevorzugt einen geschützten, sonnigen Standort und genügend Bodenfeuchte ohne Staunässe. Diese Frucht hat großes Potential, den Bedarf an tropisch schmeckenden Früchten hierzulande zu bedienen. Wer möchte nicht bei einem Spielplatz-Besuch eine frische, tropisch schmeckende Frucht selbst pflücken und direkt genießen?

An die schon bestehenden Bäume entlang vom Bachlauf sollen Kiwibeeren gepflanzt werden, welche daran emporklettern. Kiwibeeren sind überaus winterharte kleinfruchtige Kiwis, welche für das mitteleuropäische Klima geeignet sind. Die Kiwibeeren sind reich an Vitamin-C, haben einen angenehmen süßsauren Geschmack und können mitsamt der grünen, roten oder lilafarbenen Fruchthaut gegessen werden.

In der Krautschicht sollen zudem Stauden wie Beinwell, verschiedene Minzsorten, Zitronenmelisse, Mädesüß und Süßdolde gepflanzt werden. Diese erfüllen den Bachlauf mit aromatischen Düften und ziehen Nützlinge an.

Bei den Weidentipis, welche als Labyrinth angeordnet sind, sollen am Fuße der Weiden ebenfalls essbare und blühende Stauden integriert werden, wie beispielsweise Taglilien, Duftveilchen, Süßdolde, Lungenkraut und Stockrosen. Hierdurch wird das Spiel im Weidentipi zum Erlebnis für alle Sinne. Denn diese Stauden sind nicht nur schön zu betrachten, sondern duften und schmecken auch noch!

Bei dem Wasserspielplatz, welcher aus einer großen Sandfläche mit zwei Handpumpen und verschiedenen Wasserläufen besteht, ist eine Umrahmung der Fläche mit einigen leckeren Obststräuchern zum Naschen geplant. Hier sollen beispielsweise Felsenbirne, Kornelkirsche, Sanddorn, Zierquitte, Hagebutte und Blumenhartriegel gepflanzt werden. Tatsächlich gibt es von vielen dieser eher als Wildobst bekannten Obststräucher auch erlesene Sorten, welche besonders ertragreich, großfruchtig und schmackhaft sind.

Am Hang, welcher eher trocken ist und durch stark wurzelnde Pflanzen zusätzlich gesichert werden soll, wachsen bald Ölweiden, Aroniabeeren, Mispeln und dornenlose Brombeeren sowie großfruchtiger Weißdorn. Alle der genannten Arten vorzustellen führt hier zu weit - allerdings sei insbesondere auf das Potential der Ölweide hingewiesen. Dieser Fruchtstrauch ist ein schnellwüchsiges Pioniergehölz, dass mit kargen Böden gut zurechtkommt. Als Stickstoffbinder und Bienenfreund ist sie für die Bodenfruchtbarkeit und die heimischen Insekten überaus nützlich. Als sei dies nicht genug, trägt sie auch noch sehr gesunde, bis zu 1 Zentimeter große Früchte. Sie enthalten neben verschiedenen Vitaminen und Mineralien auch ungesättigte Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe. Ein echtes "Superfood"! Auf dem Wasserspielplatz wird ausgelassen getobt und gespielt. Der leckere Snack zwischendurch muss nicht immer ein gekaufter Schokoriegel sein. Diese leckeren und gesunden Beeren findet man tatsächlich bisher noch nicht im Supermarkt.

Auf den Freiflächen sollen zudem einige Obst-Solitärgehölze gepflanzt werden, unter denen zukünftig ein Picknick im Schatten ausgebreitet werden kann, welche als Kletterbäume dienen und die zudem leckere Ernten bringen. Klassische Obstbäume wir Kirsche, Apfel und Birne sowie auch Maulbeere und Pfirsich sind hier geplant.

Insgesamt soll dieser Mehrgenerationen-Spielplatz eine inspirierende Modellfläche werden, wie Freiflächen zu essbaren Oasen umgestaltet werden können, sodass Mensch & Natur davon profitieren. Die Baumschule ackerbaum hofft, viele Menschen durch diese Pflanzung darauf aufmerksam zu machen, welch große Vielfalt an essbaren Pflanzen in unserem Klima wachsen - und wie wir gemeinsam eine "essbare Zukunft" gestalten können.

Mehr Informationen zu diesem und weiteren Projekten sind zu nachlesbar auf ackerbaum.de.

Janine Raabe

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 05/2022 .

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