DGG

Fachbeirat "Garten & Medizin" gegründet

Die Mitglieder des am 22. Februar 2018 gegründeten Fachbeirates "Garten & Medizin" der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft 1822 e. V. sind sich einig: "Der Garten und das Grün leisten einen ebenso fundamentalen Beitrag für die Gesundheit und das Wohlempfinden der Menschen wie die medizinische Vorsorge, Therapie und Nachsorge." Mit dabei Dr. Moritz Patzer vom Patzer Verlag, mittlere Reihe, 1. v. l. Foto: DGG

Alle in dem Beirat sind sich einig: Der Garten und das Grün leisten einen ebenso fundamentalen Beitrag für die Gesundheit und das Wohlempfinden der Menschen wie die medizinische Vorsorge, Therapie und Nachsorge. Doch wie sieht es bei der Zusammenarbeit, dem Wissensaustausch und den gemeinsamen Strategien der "weißen" und der "grünen" Branche aus? In deutschen Krankenhäusern wird dem Garten und seiner therapeutischen Wirkung bislang genauso wenig Aufmerksamkeit geschenkt wie dem intensiven und interdisziplinären Dialog von medizinischen, therapeutischen, gärtnerischen und gesundheitsökonomischen Experten. Um diese Thematik näher zu betrachten, traf sich der von der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft 1822 e. V. (DGG) initiierte Fachbeirat "Garten & Medizin" am 22. Februar 2018 zu seiner konstituierenden Sitzung in Berlin.

Der Fachbeirat setzt sich interdisziplinär aus Persönlichkeiten der "weißen" Branche (Mediziner) der "grünen" Branche (Gartenbau), der Politik und den Medien zusammen. Neben vielen Mediziner und Redakteuren ist auch Dr. Moritz Patzer vom Patzer Verlag dabei. Ziel ist der Aufbau eines sparten- und kompetenzübergreifenden Netzwerkes "Garten & Medizin", um in enger Kooperation mit den zukünftigen politischen Entscheidungsträgern in Politik, Verwaltung und Standesorganisationen das Bewusstsein für ein neues Kompetenzcluster zu entwickeln. Dabei ist sowohl an die Etablierung von Modellprojekten, an Fachtagungen oder Kongresse sowie an Empfehlungen zur Integration von Garten und Natur in die medizinischen Therapie, Vor- und Nachsorge gedacht. Dem neuen Fachbeirat gehören an:

"Bislang werden Krankenhäuser vorwiegend als Orte betrachtet, in welchen die medizinisch-technischen Belange für Versorgung und Behandlung der Patienten entscheidend sind. Das Grün und die Natur stehen weit hinten an. In Zukunft gilt es, diese Orte auch als grüne Oasen für die Gesundheit zu betrachten. Bei der Verifizierung von Krankenhäusern, taucht das Grün überhaupt nicht als Qualitätsmerkmal auf", machte DGG-Präsident Prof. Dr. Klaus Neumann in seinem Eingangsstatement deutlich.

Als gemeinsames Ziel, so waren sich die Experten einig, müssen zunächst alle Forschungsergebnisse zusammengetragen werden, die sich mit der gesundheitsfördernden Wirkung von Natur und Garten auf den Menschen auseinandergesetzt haben. "Wir müssen das Rad nicht neu erfinden, denn es gibt zahlreiche Studien zum Beispiel aus Japan, Schweden oder den USA, auf die wir uns beziehen können, so der Berliner Architekt Christoph Decker.

In einem zweiten Schritt will der Fachbeirat Handlungsfelder und Leitlinien zur Umsetzung von Pilotprojekten entwickeln. Hierfür müssen zunächst die Typologien bestehender Gesundheitseinrichtungen, wie Akut- und Langzeitkrankenhäuser, Altersheime, Rehabilitationszentren, Palliativstationen und Pflegeinrichtungen erfasst werden. Auch eine Befragung der Bürger, bezüglich ihrer Erwartungen an den Zusammenhang von Garten und Medizin als elementarer Bestandteil der Lebensqualität in ihrem Umfeld, wurde als wichtiges Instrument betrachtet, welches in eine Studie einfließen muss.

Von Bedeutung ist zudem das Bilden eines Netzwerkclusters, das die Belange der Patienten, der Ärzteschaft, des Pflegepersonals, der Sport- und Gartentherapeuten und Landschaftsgestalter interdisziplinär miteinander verbindet.

Das nächste Treffen wird im "Gesundland Vulkaneifel" stattfinden, ein Tourismusnetzwerk, in dem das Thema Gesundheit großgeschrieben wird.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 04/2018 .

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