Formen, Materialien und Denkmalwert
Spielplastiken im Wien der Nachkriegszeit
von: Dr.- Ing. Christian Hlavac
Mit Verwunderung würden Bildhauerinnen und Bildhauer der 1950er- und 1960er-Jahre diese bis ins kleinste Detail gehenden Vorschriften zur Kenntnis nehmen. Fallschutz und Absturzsicherungen waren – auf den Punkt gebracht – Fremdwörter für sie. Und Bildhauer (in absoluten Zahlen deutlich in der Mehrheit) und Bildhauerinnen waren es, die in jener Zeit – nicht nur in Wien – einen sehr hohen Anteil an Kinderspielgeräten in Form von Plastiken für öffentliche Spielplätze, kommunale Kindergärten und öffentliche Grünanlagen entwarfen und ausführten.
"Kunst am Bau"
Ohne das Programm "Kunst am Bau" wären in Wien mit hoher Wahrscheinlichkeit viele dieser teils noch heute erhaltenen Spielplastiken nie entstanden. Was hat es auf sich mit diesem Begriff? Unter "Kunst am Bau" wird eine Verpflichtung des Staates als Bauherr verstanden, aus seinem baukulturellen Anspruch heraus einen gewissen Anteil der Baukosten öffentlicher Bauten – meist zwischen ein und zwei Prozent – für Kunstwerke zu verwenden und somit bildende Kunst zu fördern. In Wien wurde 1949 eine (nicht gesetzlich geregelte) Empfehlung für die künstlerische Ausstattung von neu zu errichtenden kommunalen Wohnbauanlagen – die in Wien allgemein als "Gemeindebauten" bezeichnet werden – eingeführt, wobei man auf eine eindeutige und verbindliche Formulierung einer Ein-Prozent-Regel verzichtete. Es dauerte einige Jahre, bis sich die Empfehlung im Sinne eines Gewohnheitsrechts durchsetzte. Der Verzicht auf eine gesetzliche Regelung schwächte klarerweise die Position der Künstlerinnen und Künstler, die zum größten Teil auf die Stadt Wien als Mäzen angewiesen waren.
In Wien wurden zahlreiche Bildhauer und einige Bildhauerinnen im Rahmen dieser Aktion mit Aufträgen für Kunstwerke betraut, wobei die Bandbreite groß war: Sie reichte von Wandverkleidungen, ornamentalen Türrahmungen, freistehenden (abstrakten und gegenständlichen) Skulpturen und Plastiken, (Trink-)Brunnen, Wetterhäuschen bis zu Hauszeichen und Spielplastiken für Kinder.
Was die Anzahl an Beauftragungen durch die Stadt Wien im Rahmen von "Kunst am Bau" betraf, gehörten Josef Schagerl und Josef Seebacher-Konzut zu den Spitzenreitern. Der niederösterreichische Bildhauer Josef Schagerl (1923–2022), Sohn des gleichnamigen Bildhauers, arbeitete nach einer Tischlerlehre zunächst im Atelier seines Vaters. Nach dem Kriegsdienst studierte er bis 1952 an der Akademie der bildenden Künste in Wien, wo er mit dem Diplom als akademischer Bildhauer abschloss und fortan als freischaffender Künstler arbeitete. In seiner Spätphase widmete er sich vorwiegend abstrakten Metallplastiken. Von ihm stammt die Kunststein-Plastik "Bär", die – 1953/1954 entstanden – im Jahr 1956 beim Seiteneingang eines kommunalen Kindergartens im 3. Wiener Gemeindebezirk aufgestellt wurde und heute noch an dieser Stelle steht.
Eine auffällige Plastik Schagerls fristet ihr unbeachtetes Dasein mitten in einer kommunalen Wohnbauanlage. Es ist ein abstrakt anmutender Salamander, den der Bildhauer 1956/1957 hergestellt hatte. Die aus Kunststein gefertigte und mit Mosaiken versehene Spielplastik stand – wie zeitgenössische Abbildungen zeigen – erst am Rand einer Sandkiste und später mitten in derselben. Die Kinder konnten den Salamander über Trittsprossen auf den zwei "Beinen" des Tieres erklimmen. Die Sprossen wurden später entfernt. Diese Maßnahme dürfte nach der Abtragung der Sandkiste erfolgt sein, um eine allfällige Benutzung der Rutsche durch Kinder zu verunmöglichen. Dass die nun von einer großen Asphaltfläche umgebene Plastik überhaupt noch existiert, hat damit zu tun, dass in der kommunalen Wohnbauanlage "Anton Proksch Hof" alle Figuren und Keramikreliefs aus dem Kunst-am-Bau-Programm per Verordnung unter Denkmalschutz stehen.
Klettern war bei einer anderen, 1957 von der Stadt Wien beauftragten Kinderspielplastik nicht erforderlich. Die drei Bären jeweils mit einer anderen Farbgebung – vom österreichischer Bildhauer Eduard Robitschko (1915–1999) geschaffen – wurden in der Nähe einer Sandspielkiste ebenfalls in einem Wiener Gemeindebau aufgestellt. Diese Plastikgruppe hat ihr Umfeld seit der Aufstellung nicht verloren: Die im doppelten Sinn kleinen Bären stehen auf einer Asphaltfläche, umgeben von Grünflächen und Wohnblöcken.
Der in der italienischen Region Emilia-Romagna geborene und aufgewachsene Bildhauer Mario Petrucci (1893–1972), der an der Akademie der bildenden Künste in Wien studiert hatte und danach oft im Auftrag der Stadt Wien arbeitete, zeichnete für eine fast filigran wirkende und außergewöhnliche Rutschbahn verantwortlich. Sie steht noch heute im Wiener Gemeindebau "Bebel-Hof". Die um die eigene Achse gedrehte Rutschbahn mit Mosaikarbeiten und Treppengeländer aus dem Jahr 1953 weist noch immer die originale Inschrift "Vergiss nicht, dass auch du einmal ein Kind warst" auf. Petruccis Spiralrutsche könnte in jener des US-amerikanisch-japanischen Bildhauers Isamu Noguchi für den Ala Moana Park auf Hawaii ein Vorbild haben – dessen Modell dazu stammt schon aus dem Jahr 1940. Inwieweit sich Petrucci von den Spielrutschen-Modellen des dänischen Bildhauers Egon Møller-Nielsen beeinflussen ließ, muss ebenfalls offenbleiben, da diese zeitgleich mit Petruccis Arbeit publik wurden. Um das Rutschen auf der unter Denkmalschutz stehenden und den heutigen Sicherheitsnormen nicht mehr entsprechenden Spielplastik Petruccis zu verhindern, ist sie komplett von einer Holzbank umgeben. Wie beim Schagerl'schen Salamander wurde der Aufprallschutz – mit hoher Wahrscheinlich eine Sandfläche – auch hier inzwischen entfernt.
In die Schlagzeilen gelangte in Wien jedoch nicht Petruccis Rutsche, sondern die ebenfalls von ihm gefertigte und im Wiener Stadtpark aufgestellte Pinguingruppe namens "Vogeltränke" (1953/1954). In dieser städtischen Grünanlage fand 1954 erstmals die Veranstaltung "Plastiken im Stadtpark" statt, bei der die Stadt Wien von Juni bis September Arbeiten von 22 Bildhauern bei freiem Eintritt präsentierte und mit der sie die Bewohnerinnen und Bewohner Wiens mit moderner Kunst konfrontieren wollte. Bereits Anfang Juli 1954 musste die Stadtverwaltung per Presseaussendung von "Vandalen" berichten: In der Nacht hatten unbekannte Täter bei ihrem "Kreuzzug gegen moderne Kunst" drei Skulpturen mit Eisenstangen und Spitzhacken beschädigt. Auch der kleinste Vogel aus der Pinguingruppe wurde bei dieser Aktion zertrümmert. Zweieinhalb Jahre später stahlen Unbekannte einen der vier Pinguine aus Bronze, den sie einem Altwarenhändler zum Kauf anboten.



Ähnlich der Rutsche Petruccis ist jene aus dem Jahr 1956 vom Wiener Bildhauer Rudolf Friedl (1921–2007), die – ebenfalls ihrer Funktion beraubt – mitten in einer Grünfläche eines Wiener Gemeindebaues steht und von einem hohen stabilen Zaun umgeben ist. Die Rutsche mit zwei Wasserbecken und erhaltenen Trittsprossen verdankt ihre Existenz anscheinend nicht dem Denkmalschutz, da sie (respektive die gesamte Wohnhausanlage) nicht unter Denkmalschutz steht, wobei in Österreich der Bund und nicht die Bundesländer für den Erhalt von ausgewiesenen Denkmälern verantwortlich ist.
Nicht mehr erhalten hat sich eine Rutsche des österreichischen Bildhauers Josef Seebacher-Konzut (1918–1981), der in Wien an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt und an der Akademie der bildenden Künste studiert hatte und der einen Schwerpunkt seiner Arbeit auf Plastiken für Kinderspielplätze und Brunnen legte. Seine Rutsche aus dem Jahr 1955 am Wiener Börseplatz führte die Kinder durch eine "durchlöcherte" Hohlkugel. Es war nicht die erste Kinderrutsche, welche Seebacher-Konzut entworfen hatte. Bereits im Frühling 1953 hatte er bei einer kleinen Plastik-Ausstellung in Wien ein Modell gezeigt, bei der "ausgehöhlte Fußstapfen" die Leiter zum Besteigen der dreibeinigen Spiralrutsche ersetzten. Ebenfalls nicht erhalten hat sich seine 1954 entstandene Kinderrutschbahn im Hugo-Breitner-Hof im 14. Wiener Gemeindebezirk.
Spielwert und Wahrhaftigkeit
Josef Seebacher-Konzut war anscheinend der einzige für die Stadtverwaltung Wien tätige Bildhauer, der seine gestalterischen Gedanken beim Entwurf von Kinderspielplastiken schriftlich festhielt und publizierte. So meinte er in der vom Wiener Stadtbauamt herausgegebenen Fachzeitschrift "Der Aufbau" im April 1957: "Der starke Verkehr allein erfordert schon, die Kinder von der Straße fernzuhalten und ihnen Gelegenheit zu geben, von wenigen Verboten eingeengt, in ihrer Welt zu leben."
Für ihn als Gestalter waren fachliche Qualität, "Spielwert", Sicherheit und "Haltbarkeit" der plastischen Spielgeräte verbindlich. Da "Wahrhaftigkeit" für ihn "eine conditio sine qua non für jedes echte Kunstwerk" war, lehnte Seebacher-Konzut die "leider sehr beliebten, verniedlichenden oder verzerrenden Tierplastiken" als Spielgeräte grundsätzlich ab. "Denn man kann auf einem Krokodil nicht reiten, es gibt keine Schildkröte mit Trittlöchern in ihrem Panzer usw. Abgesehen von diesen realistischen Erwägungen hat die moderne Gesellschaft dem Tier eine Stellung zugeordnet, die uns nicht erlaubt, es als Spielobjekt zu gebrauchen."
Seebacher-Konzut sprach sich im Artikel auch gegen serienmäßig erzeugte Kinderspielgeräte aus, da diese nicht die Neugierde der Kinder wecken und nicht deren Phantasie anregen würden. Des Weiteren war sein Credo, dass die "zur Verwendung gelangenden Materialien" als solche "unverfälscht" gezeigt werden sollten. Er selbst verwendete oft geschliffenen (polierten) Beton (Dolomitkorn und Weißzement) und Stahlrohr, da diese Materialien seiner Meinung nach eine lange Haltbarkeit aufwiesen. Der österreichische Bildhauer legte – wie zuvor schon der Däne Møller-Nielsen – viel Wert auf die Multifunktionalität seiner Spielplastiken, bei denen die Kinder einerseits klettern und rutschen können sollten. Andererseits wollte Seebacher-Konzut Neugierde wecken und – trotz der geringen Dimensionen der Plastiken – den Kindern ein Verstecken ermöglichen.
Hinzuweisen ist an dieser Stelle auf eine weitere außergewöhnliche Rutsche für Kinder, die sich erhalten hat, aber nicht in Wien steht, sondern in einer (ehemaligen) Werksiedlung der Perlmooser Zementwerke AG in der niederösterreichischen Stadt Mannersdorf am Leithagebirge. Es handelt sich um ein Werk des italienisch-österreichischen Bildhauers Wander Bertoni (1925–2019). Im Zentrum der Anlage mit rund 40 Wohneinheiten samt eigenen Hausgärten steht – nun durch Pflanzungen etwas verdeckt – eine Rutsche, die sich von den bisher erwähnten in einem wesentlichen Punkt unterscheidet: Die Kinder rutschten in ein (nicht mehr erhaltenes) Wasserbecken, wobei die Rutschfläche anscheinend von oben bewässert wurde, um die Reibung beim Hinunterrutschen zu verringern. Wie auch schon beim Schagerl'schen Salamander wurden in der Zwischenzeit die Trittsprossen entfernt. Das Wasserbecken ist verfüllt, wobei dessen Rand noch in der Grasfläche erahnt werden kann.




Tiere als Grundform
Eine weitere außergewöhnliche Rutsche hat sich in einem Gemeindebau im 23. Wiener Bezirk erhalten. Es ist ein abstrakt-gegenständlicher Elefant aus 1960/1961, entworfen von der Wiener Bildhauerin Susanne Peschke-Schmutzer (1911–1991). Bei dieser mit Mosaiken geschmückten Spielplastik bestiegen die Kinder die Rutsche über das Hinterteil des Tieres – die Trittsprossen sind höchstwahrscheinlich aus Sicherheitsgründen später abmontiert worden – und glitten dann über den Rüssel hinunter. Der Elefant steht heute mitten in einer Grünfläche; von einem Aufprallschutz ist nichts mehr zu sehen. Auch diese Plastik hat sich – der Spielfähigkeit beraubt – trotz des fehlenden Denkmalschutzes erhalten.
Gleich drei Elefanten als Kletterplastikgruppe findet man heute – eigens umzäunt – beim Eingang eines Kindergartens im 10. Wiener Gemeindebezirk. Entworfen wurde die Gruppe 1963/1964 von der Wiener Bildhauerin Ilse Pompe-Niederführ (1904–1986), die an der Wiener Kunstgewerbeschule und danach an der Akademie der bildenden Künste in Wien ausgebildet worden war und zuerst in Prag, Bratislava und Dresden arbeitete. Wie zwei Fotos aus dem Jahr 1982 zeigen, standen die drei bemalten Elefanten einst auf einer Platte mitten auf dem großen Rasen des Kindergartenareals. Um das scheinbar gefährliche Klettern auf den Tieren zu verhindern, wurden sie im wahrsten Sinne weggesperrt.
Etwas älter und gestalterisch auffälliger ist ein Elefant aus dem Jahr 1959. Die Plastik des burgenländischen Bildhauers Rudolf Kedl (1928–1991), der ebenfalls an der Akademie der bildenden Künste in Wien studiert hatte, findet man am Rand des Wiener Gemeindebaues "Dag-Hammarskjöld-Hof". Auch diese Spielplastik steht seit einiger Zeit in einer eingezäunten Fläche, wobei eine Tafel der Kulturabteilung der Stadt Wien auf den Künstler und die Entstehungszeit hinweist.
Die im Jahr 2020 noch vorhandenen und im Jahr 2025 kaum noch sichtbaren Hackschnitzel im umzäunten Gelände weisen auf den einstigen Fallschutz hin. Wie ein Foto in der Fachzeitschrift "Der Aufbau" aus dem Jahr 1962 zeigt, stand der Elefant einst mitten auf einer Asphaltfläche, umgeben von Rasenflächen. Wie auf Fotos aus 2011 beziehungsweise 2015 zu sehen ist, wurde die Plastik später auf einen Plattenbelag gesetzt. Die nach 2015 erfolgte Restaurierung brachte nicht nur die Einzäunung, sondern auch ein ungewöhnliches Accessoire der Entstehungszeit zurück: die beiden Ohrringe des Elefanten.
Exotik verheißt eine ebenfalls von Rudolf Kedl entworfene Spielplastik am Rand des Geländes eines kommunalen Kindergartens. Die Arbeit "Nashorn mit Jungem" aus dem Jahr 1963 ist – für Wiener Spielplastiken der 1950er- und 1960er-Jahre ungewöhnlich – aus Bronze/Kupfer gefertigt. Die nachweislich zum "Reiten" gedachte Tiergruppe steht heute – wie auch andere Beispiele aus Wiener Kindergärten – in einem eigens abgesperrten Bereich des Kindergartenareals. Vor Ort wirkt diese Umzäunung wie ein Gehege in einem Zoo.
Ebenfalls ein "exotisches" Tier stellt eine Plastik des Kärntner Malers und Bildhauers Otto Eder (1924–1982) dar. Das Kamel aus 1958 "liegt" in einer Freifläche eines Wiener Gemeindebaues; auffällig sind die ganz nahe aufgestellten Bänke, welche die Plastik von der Grünfläche abgrenzen.
Sehr selten wurden Spielplastiken in Gestalt von Haustieren von der Wiener Stadtverwaltung bei Bilderhauerinnen und Bildhauern beauftragt. Eines dieser seltenen Exemplare, nämlich eine Katze, befand sich einst nachweislich auf der zentralen Rasenfläche eines kommunalen Kindergartens. Auch diese Plastik wurde später transloziert. Heute steht sie – nur durch eine niedere Hecke vom Gehsteig getrennt – neben dem Eingang des Kindergartens. Das Haustier aus Kunststein wurde im Jahr 1960 von dem in Niederösterreich geborenen Bildhauer und Maler Hans Knesl (1905–1971) gefertigt.




Material und Formen
Wenn man die von der Stadt Wien in den 1950er und 1960er Jahren beauftragten (nicht mehr oder noch existierenden) Spielplastiken in Summe betrachtet, fällt der große Überhang an Kunststeinarbeiten auf. Egal ob es Rutschen sind oder nicht, dienten sie alle zum Klettern im weitesten Sinn: Entweder stiegen die Kinder auf den höchsten Punkt, um in ein Sand- oder Wasserbecken hinunterzurutschen oder auf den gegenständlichen Tieren zu sitzen respektive zu "reiten".
Rutschen gab es in abstrakter und gegenständlicher Form; letztere als Tier, wie der Salamander von Josef Schagerl und der Elefant von Susanne Peschke-Schmutzer zeigen. Sie sind im Vergleich zu abstrakten Formen jedoch in der Minderheit. Wie schon oben angemerkt, gehören aus europäischer Sicht viele der dargestellten Tierarten zu den Exoten:
In Wien findet man noch heute Elefanten, Kamele, Nashörner und Nilpferde. Als großes einheimisches Tier darf der Bär gelten. Absolute Ausnahmen sind hingegen Haustiere wie Hunde oder Katzen. Sie dürften schon damals als zu gewöhnlich gegolten haben, um für Spielplastiken Modell zu stehen.
Denkmal und Sicherheit
Überraschend viele der hier vorgestellten Kinderspielplastiken stehen unter Denkmalschutz. Dies – so die Annahme – wird in einigen Fällen das Kunstwerk vor dem Abbau gerettet haben. Sicherheitsvorgaben und die Angst der Verantwortlichen, Kinderspielgeräte in öffentlichen Kindergärten ohne ausreichenden Fallschutz stehen zu haben, führte in zahlreichen Fällen zur Versetzung aus dem Kinderspielbereich in den (meist eingezäunten) Vorgarten- beziehungsweise Eingangsbereich der Kindergärten und in Grünflächen öffentlicher Wohnbauten zur Einzäunung der Plastiken.
Eine Nutzung durch Kinder wird so unterbunden. Diese Verunmöglichung einer Benutzung von Klettergeräten setzte in den letzten Jahrzehnten auch durch das Entfernen der Trittsprossen sowie die Eliminierung der Auslaufflächen bei Rutschen ein. Gleichzeitig wird so das Credo "Nur Denkmäler, die man nützt, werden langfristig erhalten" unterlaufen.
Gerade in den kommunalen Kindergärten rückten im Laufe der Zeit die gegenständlichen Spielplastiken mit Tieren als Thema von den zentralen Rasenflächen an den Rand des jeweiligen Areals, nämlich in den Eingangsbereich. Die Nutzer sind nun nicht mehr die aktiven, weil kletternden Kinder, sondern die "passiven" vorbeigehenden Menschen, die im günstigsten Fall den Wert der Plastik als Kunstwerk anerkennen.
Das Fazit lautet daher: Nur mehr die allerwenigsten Wiener Kinderspielplastiken aus der Nachkriegszeit können ohne Einschränkungen von Kindern genutzt werden. Sie sind zu Denkmälern im wahrsten Sinn des Wortes geworden.

Literatur und Quellen
- Aigner, Carl (Hrsg.): Josef Schagerl. Das Werk von Josef Schagerl. Wien 2004.
- Hlavac, Christian und Christa Englinger: La bella Austria. Auf italienischen Spuren in Österreich. Wien 2019.
- Nierhaus, Irene: Kunst-am-Bau im Wiener kommunalen Wohnbau der fünfziger Jahre. Wien 1993.
- Rainer, Roland: Werksiedlung Mannersdorf der Perlmooser Zementwerke Aktiengesellschaft. In: Der Aufbau. Monatsschrift für den Wiederaufbau. Stadtbauamt Wien (Hrsg.), 7. Jg., Nr. 7 (Juli 1952), S. 255–267.
- Seebacher-Konzut, Josef: Kinderspielplätze. In: Der Aufbau. Fachschrift für Planen, Bauen und Wohnen. Stadtbauamt Wien (Hrsg.), 12. Jg., Nr. 4 (April 1957), S. 157–160.
- Solomon, Susan G.: Spielplastiken in Wien. Trends der Nachkriegszeit und deren innovative Weiterentwicklung. In: Sofie Thorsen. Spielplastiken/Play Sculptures. Heike Eipeldauer und Sofie Thorsen (Hrsg.). Wien 2016, S. 117–140.
- Stadtbauamt Wien (Hrsg.): Die Stadt Wien als Mäzen. Aufträge der Wiener Stadtverwaltung an Maler und Bildhauer in den Jahren 1949, 1950, 1951, 1952 bis Mitte 1953. Wien 1953 sowie die Bände II (1955), III (1959) und IV (1962).
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