Kommentar

Gartendenkmalpflege – für die Zukunft fit?

„Gärten sind sensible Kulturleistungen, weil ihr wichtigster Werkstoff die Pflanze ist. Wird falsch oder gar nicht gepflegt, übernimmt die natürliche Sukzession das Regiment.“ Obwohl seit den 1970er-Jahren der Schutz von historischen Garten-und Parkanlagen in deutschsprachigen Ländern gesetzlich verankert ist, konnte aber bis heute die Einrichtung entsprechender mit qualifizierten Fachleuten besetzten Stellen in den zuständigen Behörden nicht Schritt halten; denn noch heute gilt, was schon 1985 Dieter Hennebo feststellte: „Der Schutz von Gartendenkmalen ist im Prinzip gewährleistet, wird aber freilich noch viel zu selten praktiziert“.

Neben dem vorherrschenden mangelnden Wissen über die Gestaltung von Parkanlagen vergangener Epochen und die Einschätzung ihrer Qualität kommt hinzu, dass diesen Anlagen kaum Wertschätzung entgegengebracht wird. Dies gilt für einen großen Teil der Ämter und Behörden und in noch höherem Maße für die Öffentlichkeit. Damit ist eine Abwärtsspirale für dieses Grün vorprogrammiert: die Vorhandene Ignoranz der Gartendenkmalpflege innerhalb von Behörden führt zur Nichtbeachtung der gartendenkmalpflegerischen Belange bei Um- oder Neuplanungen von Garten- und Parkanlagen. Es fehlen Kenntnisse, die zu nicht adäquater Pflege führen und Personaleinsparungen beschleunigen diesen Prozess. Die Vernachlässigung zieht zudem Nicht-Nutzung und Vandalismus nach sich.

Obwohl die Gartendenkmalpflege als Teil der Denkmalpflege nicht mehr wegzudenken ist, haben sich jedoch die finanziellen, administrativen und rechtlichen Möglichkeiten für diese Aufgabenfeld bis heute nicht verbessert. Das Gleiche gilt auch für die universitäre Lehre der Fachs Gartendenkmalpflege. Es werden zwar Einführungsvorlesungen in die Gartenkunstgeschichte, einzelne Wahlfächer und Projekte sowie diverse Exkursionen zum Thema Gartendenkmalpflege und die Möglichkeit der Fertigung von Abschlussarbeiten angeboten, aber es gibt kein eigenes Aufbaustudium für Gartendenkmalpflege.

Fehlende gut ausgebildete Fachleute der Gartendenkmalpflege sind die Folge. Die Gartendenkmalpflege muss sich für die Zukunft fit machen und dafür sorgen, dass sie von der Öffentlichkeit nicht nur als „Bedenkenträger und Verhinderer wahrgenommen wird. Ihre Aufgabe ist dafür zu sorgen, dass durch die Erhaltung der historischen Anlagen auch wertvolle Anregungen für die Zukunft unserer Städte- und Kulturlandschaft geliefert werden. Teure Parkrekonstruktionen, die nur dem Image des Bauherrn oder der touristischen Vermarktung dienen, sind hier fehl am Platze.
Dipl. Ing. Wolfgang Gaida

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 09/2019 .

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