Kommentar

Gartendenkmalpflege wörtlich nehmen

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Zerlegen wir das Wort "Gartendenkmalpflege" in seine Einzelbestandteile: Garten-denk-mal-pflege. Zuerst geht es um den "Garten". Das Wort stammt vermutlich vom gotischen Wort gards (auch garda), das heißt der Gerte, ab und bezeichnete ursprünglich das durch einen Zaun aus Gerten vor der umgebenden Wildnis eingehegte und vom Menschen bestellte Land. Heute haben Zäune in öffentlich zugänglichen Gärten und Parks meist ihre einstige Bedeutung verloren. "Denken" heißt wahrnehmen, erkennen oder überlegen; das "Mal" können wir als Zeichen verstehen. Somit soll uns ein Denkmal ein Anlass sein, um unsere Wahrnehmung zu schärfen und uns zu erinnern. "Pflegen" heißt, sich für etwas einzusetzen, sich zu sorgen, kurz: Verantwortung zu tragen.

Zusammengefasst ist Gartendenkmalpflege eine Aufforderung, nachzudenken, sich dabei Zeit zu nehmen und die uns übertragende Verantwortung zu übernehmen. Dafür braucht es eine solide Grundlage, die mit dem Werkzeug "Gartenpflegewerk" vorhanden ist. Auch wenn auf den ersten Blick hohe Kosten für dieses Instrument anfallen: Es hilft unter anderem, originale Substanz beziehungsweise die Grundidee der Gestaltung zu erhalten, um nicht später mit hohem finanziellem Aufwand Gartenkunst rekonstruieren zu müssen. Wir können dieses Instrument auch mit den Worten des französischen Schriftstellers André Malraux betrachten: "Wer in der Zukunft lesen will, muss in der Vergangenheit blättern."

Gartendenkmalpflege braucht Personal; viele Tätigkeiten sind Handwerk im besten Sinne des Wortes. Für eine Reparatur in der Küche oder im Bad durch einen Handwerker geben wir schnell viel Geld aus. Für die handwerkliche Kunst, einen für alle zugänglichen Garten pflegen zu können, soll das nicht gelten?

Mit dem 2014 veröffentlichten Positionspapier "Personalbedarf für historische Gärten" hat die Fachgruppe Gärten der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schlösserverwaltungen ein klares Signal gesetzt: Es braucht ausreichend fachlich ausgebildetes Personal für die Pflege historischer Anlagen. Und man kann es ruhig aussprechen: Gute Qualität darf und soll ihren Preis haben; das Motto "Geiz ist geil" hat in der Debatte um historische Gärten und deren Erhalt nichts verloren. Fazit: Nehmen wir Gartendenkmalpflege wörtlich!

Christian Hlavac

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 10/2020 .

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