Johann Kräftner

Gartenparadiese. Meisterwerke der Gartenarchitektur.

Christian Brandstätter Verlag. Wien 2012. 432 Seiten, über 700 Abbildungen. 49,90 Euro, ISBN 978-3-85033-673-4.

Gärten sind Paradiese von Menschenhand: Unter diesem Motto steht der opulente Bildband von Johann Kräftner. Der Autor, promovierter Architekt, spezialisierte sich im Laufe seines Lebens auf Kunstgeschichte und Konservierung. Einige Jahre Leiter des Instituts für architektonische Gestaltungslehre an der Fakultät für Architektur der TU Wien, übernahm er 2002 das Amt des Direktors des Liechtenstein Museums und der Fürstlichen Sammlungen in Wien. Seit 2011 ist er Direktor der Sammlungen des Fürsten von und zu Liechtenstein Vaduz-Wien. Nach längerer Zeit ist nun wieder ein Bildband erschienen, der ausschließlich Photos von seiner Hand - ergänzt durch Stiche und Ölbilder aus verschiedenen Sammlungen oder Museen - enthält.

Von der Antike ausgehend präsentiert Kräftner samt kurzen, übersichtlichen Einleitungstexten in mehreren Kapiteln "Typen" von Gärten und Parks aus der nördlichen Hemisphäre: den italienischen Garten - "die erste Wiedergeburt Arkadiens" -, die "geordnete Natur" des französischen und die "inszenierten Landschaften" des englischen Gartens. Der Welt des chinesischen Gartens sowie der japanischen Gartenkunst wird jeweils ein eigenes Kapitel gewidmet. Follies, Pavillons, Orangerien, Glashäuser, Treillagen sowie Lauben und Pergolen als Elemente des Gartens sind in eigenen Kapiteln zusammengefasst. Die Kunst des Formschnitts (Topiari), der Hofgarten, der Kleine Garten und der Neue Garten schließen mit eigenen Kapiteln das Buch ab.

Die schönen Photographien passen durchgehend zum Thema des Buches: dem Wechselspiel und der Einheit von Natur und Menschenwerk. So sind alle Jahreszeiten mit Abbildungen vertreten. Leider irritieren im gelungenen Bildband zahlreiche inhaltliche Fehler und Tippfehler bei den Bildlegenden sowie vertauschte Bildlegenden. So liegt zum Beispiel Schwetzingen nicht in Rheinland-Pfalz, die Moritzburg nicht in Sachsen-Anhalt. Das tschechische Valtice ist nicht Eisgrub, sondern Feldsberg. Auch einige Ungenauigkeiten sind vorhanden. Zwei Beispiele dazu: Wenn André Le Nôtre überhaupt jemals für die Villa Torrigiani in der Toskana tätig war, dann sicher nicht "ab 1636"(sic!), sondern ab den späten 1660er-Jahren oder während seiner einzigen Italienreise 1679. (Siehe auch Seite 52 ff.) Der Eiskeller (Pyramide) im Neuen Garten (Potsdam) wurde im Jahre 1791/92 nicht für "Friedrich den Großen", sondern für Friedrich Wilhelm II. errichtet.

Trotz dieser kleinen Einschränkung stellt der - im wahrsten Sinne des Wortes - gewichtige Bildband eine geeignete gartenkünstlerische Tour d'horizon dar. Er öffnet das (innere) Auge für die Schönheiten (europäischer) Gärten und Parks. Auch wenn sich das Buch primär an die breite Öffentlichkeit wendet, kann es auch Fachleuten als Nachschlagewerk, Ideenlieferant und Stimmungsträger dienen.

Dr. Christian Hlavac

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 03/2013 .

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