Kommentar

Handlungsfelder für grüne Kompetenzen

von

Stephan Heldmann, Grünflächenamt Frankfurt am Main

"Planen, Bauen und Pflegen aus einer Hand"! - Zu diesen Kompetenzen hatte sich die Gartenamtsleiterkonferenz bereits im Juni 2012 in ihrem Papier zum Grünflächenmanagement in Städten geäußert. Es war die elementare Forderung in diesem Papier schlechthin, galt es doch insbesondere auf die Chancen hinzuweisen, die eine gebündelte Verantwortung für diese drei Aufgabenbereiche bietet. In erster Linie dann, wenn sie als kommunale Aufgabe organisiert ist: Die Vermittlung von Wert und Nutzen des öffentlichen Grüns, die vermeintliche Inwertsetzung für das neu Geschaffene muss folgerichtig auch die Fürsorge für die kontinuierliche Pflege und den Unterhalt des Grüns beinhalten. Da beide Begriffe nicht (mehr) die Gesamtheit aller Aufgaben für den Werterhalt von Grünflächen und deren qualitativer Ausstattung umfassen, hat sich die GALK in Analogie zur FLL entschlossen, zukünftig für diese Aufgabe den umfassenderen Begriff der Bewirtschaftung zu verwenden. Bewirtschaften bedeutet eben mehr als nur gärtnerische Pflege und mehr als nur den "Unterhalt" zu gewährleisten. Vor allem in wachsenden Städten scheint sich ein Paradigmenwechsel in der Bedeutung von öffentlichem Grün als wesentlicher Teil städtischer Infrastruktur abzuzeichnen: Die Funktionalität, die Qualität in der Ausstattung und die Erreichbarkeit von städtischem Grün zur Naherholung prägen die soziale Stadt. Der "Weißbuchprozess Stadtgrün" bietet mittlerweile eine gute Plattform für die Auseinandersetzung und für eine Vermittlung von weitreichenderen Erkenntnissen: Die in den Städten engagierten Partner finden in ISTEK-, und ISEK-Prozessen dank ihrer stärkeren Vernetzung mittlerweile zu Planungszielen, mit deren Umsetzungen sich Chancen für eine sozialere, eine grünere und damit für eine funktionierende Stadt auftun. Alles in allem eine wesentlich verantwortungsvollere und komplexere Aufgabenstellung und Aufgabenwahrnehmung. Und alles ist eine Frage des Bewusstseins, das letztlich das Gelingen bestimmt.

Apropos Gelingen: Führende Wissenschaftler widersprechen der Vorstellung, dass die avisierten Klimaschutzziele auf der bisher gesteckten Zeitschiene noch ihre gewünschte Wirkung entfalten können. Viel mehr konsequentes Umdenken und Handeln müsste in kürzerer Zeit zu anderen Ergebnissen führen, um die negativen Entwicklungen noch spürbar und wirksam beeinflussen zu können. Diese Herausforderungen zu erkennen und in der Stadtplanung oder besser Freiraumplanung in entsprechender Weise zu berücksichtigen, ist eine Aufgabe, der in ihrer Komplexität und Tiefe noch nicht die erforderliche Aufmerksamkeit beigemessen wird. - Gibt es noch komplexere Fragestellungen, die eine vernetzte Planung sinnvoll und notwendig erscheinen lassen?

Stephan Heldmann

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 06/2018 .

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