KOMMENTAR

Health in all Policies

von

Prof. Dr.-Ing. Sabine Baumgart, Präsidentin ARL-Akademie für Raumentwicklung in der Leibniz-Gemeinschaft Hannover, Assoziiertes Mitglied des Instituts für Public Health und Pflegeforschung (IPP), Universität Bremen. Foto: Uwe Grützner

Gesundheitsförderung lässt sich mit vielen aktuellen Themen der Stadtentwicklung koppeln. Dazu zählen insbesondere Klimaanpassung, Immobilienentwicklung, Mobilität älterer Menschen, Nutzungsmischung, soziale Infrastruktur und nicht zuletzt Grün- und Freiräume als grüne Infrastruktur. Somit können bei der Verknüpfung von Instrumenten zur Umsetzung einer gesundheitsfördernden Stadtentwicklung Argumentationslinien für Nachhaltigkeit und Gesundheitsförderung aufgebaut werden. Dies ist ein wesentlicher Schritt, um Gesundheitsförderung als eine inter- und transdisziplinäre Querschnittsaufgabe zu begreifen, die zukunftsorientiert auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist.

Dieses Vorgehen folgt dem Anliegen des Konzepts von Health in all Policies (HIAP) der WHO, das Gesundheit der Bevölkerung auf allen Ebenen und in allen Politiksektoren mit ihren Programmen in der politischen Agenda berücksichtigt sehen möchte. Denn die Kooperation von räumlicher Planung und Public Health auf der Ebene der Stadtentwicklung kann einen Mehrwert für Gesundheitsförderung generieren und ihr damit sowohl argumentativ ein stärkeres Gewicht verleihen als auch Bündnispartner für strategische Allianzen identifizieren. Da die Erarbeitung eines Stadtentwicklungskonzepts oder Programms per se bereits als ressortübergreifendes Verwaltungshandeln angelegt ist, kann hier eine bessere Operationalisierung von räumlicher Planung und Public Health/Gesundheitswesen angestrebt werden. Dafür braucht es unter anderem Berichterstattung, die im Weiteren zu einem sektoralen Fachplan Gesundheit - ein informelles Instrument des Gesundheitsamts wie auch die Fachpläne anderer planerischer Handlungsfelder - entwickelt werden kann.

Die Machtfrage zwischen gesundheits-relevanten Anliegen und Investoreninteressen, zum Beispiel bei der Bebauung von örtlichen wohnungsnahen Grünflächen, erfordert profundes Konfliktmanagement in Aushandlungsprozessen. Die Coronavirus-Pandemie wird absehbar weder vorbei noch die letzte ihrer Art gewesen sein wird. Insofern ist Nachhaltigkeit mehr denn je im Sinne der 2017 veröffentlichten Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen, insbesondere Goal 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden in Verbindung mit Goal 3: Gesundheit und Wohlergehen, zu verstehen.

Sabine Baumgart

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 08/2020 .

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