(Hg.) Justus Vesting und Sarah Schröder
Vom Grenzraum zum Grünen Band: Interdisziplinäre Entdeckungen im Harzort Stapelburg

Zum Gelingen trugen elf Autorinnen und Autoren bei, darunter haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter:innen des LDA Sachsen-Anhalt, aber auch anderer Institutionen. Der Harzort Stapelburg steht im Mittelpunkt dieses Buchs, welches das Ergebnis mehrjähriger Forschungen unterschiedlicher Disziplinen zusammenfasst. Zehn wissenschaftliche Studien aus den Bereichen Landesgeschichte, Baugeschichte, Denkmalpflege, Kunstgeschichte, Archäologie und Biologie werden vorgestellt. Reich bebildert eröffnen die Beiträge ein breites Panorama vom mittelalterlichen Grenzraum über die abgeschotteten Jahrzehnte des Kalten Kriegs bis zur Transformation des einstigen Grenzstreifens. Archäologische Entdeckungen, historische Einblicke, baugeschichtliche Besonderheiten und unberührte Natur werfen einen Blick auf die vielschichtige Vergangenheit und Gegenwart Stapelburgs. Dass gerade dieser kleine Ort am Harz in den Fokus gerückt wurde, liegt daran, dass hier bereits am 11. November 1989 der erste innerdeutsche Grenzübergang entstand.
Stapelburg lag nicht nur im Sperrgebiet der DDR, Teile befanden sich im streng bewachten und abgezäunten 500-Meter-Schutzstreifen, wodurch der Ort faktisch geteilt war. Im sogenannten Todesstreifen kamen mehr als 200 Menschen gewaltsam ums Leben – und zahlreiche gescheiterte Fluchtversuche führten zu langen Haftstrafen. Das Grenzgebiet entwickelte sich in dieser Zeit zu einem Rückzugsgebiet für seltene Pflanzen- und Tierarten. Unmittelbar nach dem Mauerfall im Jahr 1989 wurde das Konzept des Grünen Bandes entwickelt, um den ehemaligen Grenzstreifen als ökologisches Rückgrat und als einzigartiges historisches Zeugnis zu schützen. 2019 wurde das "Grüne Band" in Sachsen-Anhalt zum Nationalen Naturmonument erklärt. Mit einer Länge von 343 Kilometern verbindet es zahlreiche Schutzgebiete wie den Nationalpark Harz und das Biosphärenreservat Drömling.
mk
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