FLSF-Jahrestagung 2013 in Arbon

Hybridtragschichten und Hybridrasen

Steilwand-Böschungssicherung im Appenzeller Land. Foto: FLSF

Die Jahrestagung 2013 des Fördererkreises Landschafts- und Sportplatzbauliche Forschung e. V. fand vom 20. bis 22. Juli am Bodensee in Arbon (Schweiz) statt.

Schwerpunkt der Mitgliederversammlung und der Referatentagung war das Thema "Hybridtragschichten/Hybridrasen", das aktuell in der Fachwelt als Alternative zum Kunststoffrasen wieder stärker diskutiert wird. Dr. Harald Nonn (Eurogreen GmbH) verschaffte der Versammlung einen Überblick über die momentan am Markt befindlichen Systeme.

Neue Produkte, die auf die Verstärkung der Rasennarbe abzielen

Der Ansatz, die Strapazierfähigkeit mittels kunststoffstabilisierter Rasentragschicht zu verbessern, wurde bereits im Jahr 1997 mit einem in Basel durchgeführten Funktionsvergleich durch den Fördererkreis finanziell und fachlich (Prof. Skirde, Dr. Baader) untersucht. Die Produkte Netlon und Fibre Turf konnten dabei nicht überzeugen. Inzwischen ist die Produktentwicklung fortgeschritten und neue Varianten drängen auf dem Markt (Fibrelastic, Terrasoil Advance), die neben der Rasentragschicht primär auf die Verstärkung der Rasennarbe abzielen (Grassmaster, XtraGrass, Eurogreen HR). Bisher liegen keine belastbaren Vergleichsuntersuchungen zum Nutzen dieser neuen Bautechniken von neutraler Seite vor. Feststellbar ist allerdings, dass eine zunehmende Verdrängung von Naturrasenplätzen zugunsten von Kunststoffrasenplätzen stattfindet. Somit stellt sich die Frage, ob die Hybridrasentechnik einen Kompromiss darstellen kann. Die Mitgliederversammlung kam zu dem Schluss, dass eine vergleichende Untersuchung der am Markt befindlichen Systeme eine Versuchsanstellung lohnt. Diese sollte auf mindestens drei Jahre angelegt sein, um Langzeiteffekte zu testen und mehrere Belastungsstufen beinhalten. Um eine möglichst breite Akzeptanz der Ergebnisse in der Fachwelt zu erzielen und eine ausreichende Finanzierung zu sichern, sollen die Deutsche Rasengesellschaft, das Bundesinstitut für Sport, DFB, DFL, Produkthersteller und der Deutsche Rollrasenverband für eine Mitwirkung gewonnen werden. Zu klären ist auch noch, an welcher Versuchsstation oder Institution die Versuchsanstellung durchgeführt werden könnte.

Im Zuge der Referatentagung berichtete Dr. Baader (Baader Konzept GmbH) über begleitende Vegetationstechnische Untersuchungen anlässlich der DEL Winter Game im Nürnberger Stadion am 5. Januar 2013. Um sicher zu stellen, dass bis zum ersten Ligaspiel des 1. FC Nürnberg zwei Wochen später wieder ein bundesligataugliches Rasenspielfeld vorhanden ist, wurde im Vorfeld ein Maßnahmenkonzept erarbeitet und später umgesetzt.

Energiekosteneinsparung von bis zu 70 Prozent

Eric Hardman (Sportamt Basel) stellte ein neues System für Naturrasenheizungen in Fußballstadien vor. Mit dem Energierasengitter, welches nur sechs bis sieben Zentimeter unter der Rasentragschicht eingebaut wird, konnte in Feldversuchen eine Energiekosteneinsparung von bis zu 70 Prozent erzielt werden. Dr. Molder (Baader Konzept GmbH) informierte zum Stand der Arbeiten im vom FLSF geförderten Projekt "Monitoring Prüfansaaten - RSM Regio", wo die ersten Ansaaten ausgeführt wurden. Zum Abschluss gab Herr Burri (UFA Samen) einen amüsanten Einblick zur Entwicklung der einheimischen Wildsamenproduktion in der Schweiz.

Versuchsdächer und Steilwandsicherung als Exkursionsporgramm

Das Exkursionsprogramm begann Freitagnachmittag mit der Besichtigung des eindrucksvollen über 2000 Quadratmeter großen Versuchsdachs für extensive Dachbegrünungen am Sitz der fenaco Genossenschaft. Getestet werden hier die Wirkung verschiedener Substratschichthöhen, Düngevarianten und der Einsatz von Mykorrhizen auf die Artendiversität. Ein Vorversuch geht der Frage nach, ob Dachkräuter durch Veränderung des Mikroklimas einen kühlenden Effekt auf Solarpanels haben. Auf der Fahrt durch das schöne Appenzeller Land zurück zum Bodensee erläuterte Herr Eberle (Eberle Landschaftsbau und Geotechnik AG) eine mit dem System Fibrater" hergestellte Steilwandsicherung, zum Schutz der Bundesstraße. Am Samstag stand eine Führung durch die Klosterbibliothek St. Gallen und die Besichtigung der AFG-Arena St. Gallen auf dem Programm, bevor die Veranstaltung mit einem gemeinsamen Mittagessen in Arbon endete.

Prof. Dr. Ellen Kausch

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 09/2013 .

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