Im 23. September starb der Pionier des Schwammstadt-Konzeptes

Nachruf auf Yu Kongjian

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Am 23. September 2025 verstarb Yu Kongjian (*12.5.1963)¹, Pionier des Schwammstadt-Konzepts, bei einem Flugunfall im brasilianischen Feuchtgebiet Pantanal. Im Rahmen der Vorbereitung der Belem-Konferenz arbeitete er an einem Film, der den Regenwald als Schwamm dokumentieren sollte.
Nachruf Landschaftsarchitektur
1 YU Kongjian, starb am 23. September bei einem Flugunfall in Brasilien. Er war gebürtig in der Provinz Zhejing, war seit 1997 Prof. für Landschaftsarchitektur an der Peking Universität und Gründer des Entwurfsbüros Turenscape. Die Verknüpfung von Lehre und Berufspraxis, die Betonung ökologischer, kultureller und sozialer Aspekte in grünen Entwürfen für Stadt und Region, fanden landesweit und international Anerkennung, s.a. S+G 02/2017, S. 35ff.) Foto: turenscape

Nie zuvor hatte der plötzliche Tod eines Fachkollegen weltweit eine solche Trauer ausgelöst. Wen haben wir da verloren? Die Fülle von Yu's gefeierten Projekten, Publikationen, bewegender Nachrufe und Internet-Einträge sind leicht abrufbar. Im Folgenden werde ich mich auf einige, eher persönliche Beobachtungen beschränken.

2003 hatte mich Yu zu einem Vortrag eingeladen. In den 1990er-Jahren hatten Chinas Städte einen ersten Bauboom hinter sich mit trostlosen Resultaten. Auf die buchstäblich getrübte Stimmung unter den Bewohnern reagierten die Städte mit einer Welle der "Verschönerung" durch große Platzanlagen, kitschigen Skulpturen-Schmuck, farbigen Plastik-Palmen, Wasserspielen und son et lumière. Der Erfolg war verblüffend: viele Stadtbewohner erfreuten sich an diesem ästhetischen Gewinn, obwohl es mit der Umwelt-, besonders der Luft- und Wasserqualität weiter bergab ging. Als Referent aus dem Ausland verwies ich höflich auf die Parallelen dieser Art von Stadtgestaltung zur fast hundert Jahre zuvor gelaufenen City Beautiful–Bewegung in den USA, die – wie bekannt – kaum zur realen Verbesserung der Lebensbedingungen in den Städten beigetragen hatte. Damit entsprach ich ungewollt der heftigen Kritik, mit der Yu Kongjian diese rein dekorative "Stadtverbesserung" an den Pranger stellte. Ich avancierte zum Gastprofessor der Universität Peking, kurz Beida, (Konjiang holte viele Gastprofessoren), was in den Folgejahren mit Arbeit in China und in Berlin verbunden war. Das Schöne dabei war, auf diese Weise hoch motivierte Nachwuchskräfte kennen zu lernen, mit großem Einfühlungsvermögen und einem grenzenlosen Wissensdurst.

So wie ich es bei diesen begeisterten Studierenden erlebte, angefeuert von ihrem großen Vorbild, so verkörpert in der Tat Yu Kongjians Leben und Werk für mich im besten Sinn das Zusammenspiel zweier bekannter Mottos, die Chinas Erneuerung lange begleiteten: "Mit dem Herzen beim Vaterland, schicke die Augen in die Welt"2 und "Das Alte für das Neue nutzen und das Fremde für China"3 Yu bleibt in Erinnerung als ein begnadeter Kommunikator und Vermittler zwischen den Kulturen.

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Nachruf Landschaftsarchitektur
2 Harbin, Provinz Heilongjiang, Qunli-Feuchtgebiet und Regenwasser-Stauraum im Zentrum eines neuen Stadtquartiers. Die Erschließung erfolgt über einen Ringweg als skywalk. Foto: turenscape
Nachruf Landschaftsarchitektur
3 Shanghai, Houtan-Park, ehemaliges Industriegelände am Huangpu-Fluss, Pflanzen-Abwasserkläranlage und Naherholungsraum. Foto: turenscape

Kindheit und Jugend

Das Alte, das war für Yu das Vermächtnis der bäuerlichen Kultur. Er verbrachte seine Kindheit – die Jahre der Kulturrevolution – auf dem Lande, unter den Bedingungen der kollektivierten Landwirtschaft, wo seine Familie vermutlich als "reich" eingestuft war, also eine ehemalige "Ausbeuterklasse" repräsentierte. So erlebte Yu als Kind "Klassenkampf" auf dem Dorf, für ihn verbunden mit sozialer Ausgrenzung. Diese persönliche Isolierung sollte langfristig positiv wirken, denn sie begünstigte früh seine intensive Naturerfahrung. Dem Leben auf dem Land mit dem Rhythmus der Jahreszeiten und der sinnlichen Erfahrung von Wasser, Boden, Pflanze und Tier verdankt Yu die entscheidenden Impulse für seinen Lebensweg. Seine Visionen für eine nachhaltige Stadt, ganz allgemein einer tragfähigen Beziehung zwischen Gesellschaft und Natur, sind ohne diese Prägung als Kind und Jugendlicher nicht denkbar.

Das heimatliche Dorf lag im Umfeld der Stadt Jinhua, in der Küstenprovinz Zhejiang, etwa 350 Kilometer südlich von Shanghai. Es ist ein armes Bergland, vergleichbar mit dem Schwarzwald oder dem Erzgebirge. Hier wie dort gilt: Not macht erfinderisch. Die Armut erzwingt früh die Entfaltung von bäuerlichem Nebengewerbe und Hausierertum, begünstigt die Auswanderung und die Auseinandersetzung mit dem Fremden. Wie die beiden anderen südlichen Küstenprovinzen Guangdong und Fujian spielte auch Zhejiang in der jüngeren chinesischen Geschichte eine vermittelnde Funktion zwischen dem Ausland und dem Binnenland, entsprechend der eingangs genannten Parole.

Studium

Yu gehörte zu den ersten Jugendlichen, die nach der Kulturrevolution wieder nach Kriterien schulischer Leistung für ein Hochschulstudium zugelassen wurden. Er bekam einen Studienplatz an der renommierten forstwissenschaftlichen Universität in Beijing, vergleichbar mit den uns vertrauten Einrichtungen in Eberswalde oder Tharandt, aber mit dem ganzen Land als Einzugsgebiet. Hier absolvierte er das Bachelor- und Masters Studium, bereits ausgerichtet auf die städtische Grünflächengestaltung. Es waren die Jahre der Reform und Öffnung unter Deng Xiaoping, in denen den Wissbegierigen die Welt offenstand: 1992 erhielt Yu einen Studienplatz als Doktorand an der berühmtesten grünen Bildungsstätte der USA, der Harvard Graduate School of Design. Seine Lehrer waren die prominenten Jan McHarg, Richard Foreman und Carl Steinitz. Ihnen verdankte er wichtige Anregungen für seine weitere Karriere.

Yu schloss sein Studium ab mit einer für die herkömmliche Gartenkunst ungewöhnlichen Doktorarbeit zur Analyse von "Mustern ökologischer Sicherheit"4 Er übertrug sie dann in den chinesischen Kontext, wo der explosiv expandierende Hoch- und Tiefbau keiner wirksamen Kontrolle durch umweltrechtliche Vorgaben unterworfen war. Yu's Turen-Team (s. u.) begegnete diesem Defizit, indem es bei den Entwürfen rechnergestützt gefährdete oder schutzwürdige Zonen ökologischer Risiken als Grundlage der Planung schnell und methodisch nachprüfbar identifizierte.

Bei einem solchen, für China damals noch ungewohnten Landschaftsverständnis, stützte sich Yu immer wieder auf seine Erfahrung der bäuerlichen Produktion, die für ihn nur erfolgreich sein kann, wenn sie den örtlichen Standortbedingungen entspricht. Dieser schlichte Imperativ, das blieb sein Grundgedanke, muss auch für komplexe Stadtsysteme gelten, selbst, wenn diese in regionale, sogar globale Stoff- und Energieströme eingebunden sind.

Eine weitere Abkehr von der traditionellen Gartenkunst ergibt sich aus Yu's holistischem Denken und Anspruch. Nachhaltige Stadtentwicklung lässt sich nur verwirklichen im Rahmen eines ganzheitlichen Ansatzes. So viel Radikalität, die sich nicht um disziplinäre Grenzen kümmerte, wurde hinter vorgehaltener Hand auch als vermessen und arrogant kritisiert. Aber es waren gerade diese zukunftsweisenden Visionen, die die Weitsichtigen in der politischen Führung benötigten, wenn sie sich nach der verheerenden Yangzi-Flut von 1998 für eine Neuausrichtung der Landespolitik, unter dem Schlagwort einer "ökologischen Zivilisation"5 einsetzten.

Neuanfang an der Beida

Wie erlebte der 26jährige das Krisenjahr 1989, besonders die gewalttätigen Juni-Ereignisse auf dem Platz des Himmlischen Friedens? Forst-Hochschulen sind weltweit nicht gerade bekannt als Brutstätten studentischer Unruhe, doch diese fürchterlichen Ereignisse, bekannt geworden als Tiananmen-Massaker, dürften kaum spurlos an ihm vorübergegangen sein. Diese Frage nach Yu's Wahrnehmung des Sommers 1989 ist wichtig, denn als er nach seiner Zeit in den USA 1997 nach China zurückkehrte, wählte er als Arbeitsplatz eben nicht die Forst-Universität, wie man eigentlich erwarten sollte, sondern die Peking-Universität, in der bis dahin Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung nicht vertreten waren. Diese Arbeitsfelder waren stattdessen an Chinas berühmtester TU, der Qinghua angesiedelt.

Dieser Coup, die Gründung einer grünen Fakultät an der gefeierten Uni mit ihrer revolutionären Tradition, war programmatisch und höchst provokant. Im Gegensatz zum traditionellen Landschaftsbegriff yuanlin, der die ästhetische Dimension der Garten- und Landschaftsgestaltung betonte, wählte Yu den ungewohnten, aus dem Westen über Japan importierten Begriff jingguan, der das ökowissenschaftliche Verständnis von Landschaft in den Mittelpunkt stellte. Dieses Vorgehen – Distanzierung zu seiner Alma Mater und das neue Berufsverständnis – wirkten polarisierend. Die einen rümpften die Nase, stieß er doch die etablierte Zunft vor den Kopf, die anderen waren voller Bewunderung.

Neuanfang in Peking 1997

Yu's Entscheidung für die Peking Uni fiel in eine Zeit der Krise: Im Februar 1997 war Deng Xiaoping gestorben. Einerseits war die Öffnung Chinas und die Abnabelung vom herkömmlichen System zentralistischer Planung noch nicht abgeschlossen, andererseits der Zustrom ausländischen Kapitals noch nicht sicher. Einerseits erlebte das Land nach den Überschwemmungen vor allem im Einzugsbereich des Yangzi (1998)6 die dringend gebotene Aufwertung der Umweltpolitik, andererseits begann nun jene physische und soziale Revolutionierung des ganzen Landes, die sich hinter dem Begriff der Urbanisierung verbirgt: Innerhalb weniger Jahre vermehrt sich Chinas städtische Bevölkerung um 400–500 Millionen Menschen! Yu kritisierte also eine Dynamik, die nur der Logik der Kapitalverwertung folgt und die erst in den folgenden zwei Jahrzehnten ihre volle Zerstörungskraft entfalten wird. Leidtragende sind die Bauern und Chinas natürliche Umwelt. Dabei fällt auf, dass Yu nicht politisch-ökonomisch argumentiert. Bei der Analyse dieser Dynamik etwa greift er kaum zurück auf die Marx'sche Kapitalismus-Kritik. Die Überzeugungskraft seiner Argumente gewinnt er durch Reduktion ihrer Komplexität, durch das Aktivieren großer Bilder vom einfachen Leben und der Verbundenheit mit dem Boden.7

Nachruf Landschaftsarchitektur
4 Zhongshan, Provinz Guangdong: Das Gelände einer Schiffswerft im Perlfluss-Delta, umgewandelt in einen Park. Foto: turenscape

Turen-Entwurfsbüro/Turenscape8

Turen, so betitelt Yu offensiv sein Entwurfsbüro, mit der er gegensteuern will. Für städtische Emporkömmlinge steht um die Jahrtausendwende der Begriff Tu (wörtlich Boden, Erde) für ungebildet, tölpelhaft. Ein Turen, wörtlich "Landmann", ist genau so negativ konnotiert wie "Bauer" in der wilhelminischen Stadtgesellschaft des späten 19. Jahrhunderts. Doch Yu besetzt das Wort positiv, als Synonym eines schöpferischen Verhältnisses zwischen den Menschen und ihrer natürlichen standörtlich bestimmten Heimat (xiangtu). Orientiert an diesem Leitbild sucht er die erwähnten räumlichen "Muster ökologischer Sicherheit". Landschaftsarchitektur wird für ihn zur "Kunst des Überlebens"9.

Genau so ist sein Plädoyer für die "großen Füße" zu verstehen: Für Yu entsprechen die manierierten Kompositionen der klassischen chinesischen Gartenkunst dem ästhetischen Ideal der (verkrüppelten) kleinen Füße. Er kontrastiert das Raffinement und die Perversion der Naturwahrnehmung städtischer Eliten mit der durch Arbeit vermittelten der Landleute: Urbanitas versus Rusticitas.

Zeitgemäße Lehre

Eine populäre Parole jener Jahre hieß "Schaut nach vorne!", was – beinahe gleichlautend – sarkastisch verdreht wurde zu "schaut nach dem Geld!10 Im Sinne des Geldmachens kam es landesweit zu neuen Formen der Kooperation zwischen den Hochschulen, Politik und Wirtschaft. Mit unternehmerischen Geschick nutzte auch Yu diesen geldfixierten Zeitgeist für die Popularisierung seiner Vision einer nachhaltigen Stadtentwicklung:

Er lud landesweit die mächtigen Bürgermeister und Parteisekretäre der Städte Chinas ein zur Weiterbildung an seinem Institut: Eine amtlich finanzierte Dienstreise nach Peking, zur Fortbildung an Chinas berühmtester Universität mit einem Zertifikat für die Teilnahme an einer Stadtgrün und Wasser-bezogenen Lehrveranstaltung. – Dieses Konzept erwies sich als durchschlagender Erfolg: für die Teilnehmenden war es Karriere und Status fördernd. Das Turen-Entwurfsbüro mit seinem Stab von 500–600 Mitarbeitenden lieferte aus den laufenden Projekten das Anschauungsmaterial für die Lehre, während gleichzeitig neue Aufträge einliefen.

Neuverständnis der Denkmalpflege

    Ein weiteres Novum für China war Yu's Geschichtsverständnis: Im Vordergrund steht für ihn nicht die amtlich betonte vermeintliche Kontinuität der mehrtausendjährigen großen Tradition, sondern die Geschichte der chinesischen Industriegesellschaft. Yu entdeckt Zeugnisse moderner Industrie als kulturelles Erbe. Sie fanden Eingang in die Turen-Entwürfe für die Konversion verbrauchter Industrie-Brachen. Anregungen dafür holte sich Yu aus den USA und Europa, besonders von der IBA Emscherpark. Dafür zwei Beispiele:

    • Der Zhongshan-Park in der Provinz Guangdong entstand 1998 auf einem ehemaligen Werftgelände.
    • Der Houtan-Park in Shanghai als Teil der Weltausstellung 2010 verwandelte aufgegebene Industriestandorte am Ufer des Huangpu in eine attraktive Erholungszone und dient gleichzeitig als Pflanzenkläranlage für das höchst belastete Flusswasser. @ra:(Hierfür ggf. zwei kleinere Abb.)

    Mit solchen Entwürfen erregte das junge Entwurfsbüro nationale und internationale Anerkennung. Sie beinhalteten die praktische Kritik eines Städtebaus gegen die Natur auf der Basis industrie-gemäßer Werkstoffe und Entwürfe, verbunden mit einer nur profitorientierten Agrar- und Forstpolitik. Sie entlarvten die bisher gängigen Grün- und Platzgestaltungen auch als teuer, nur dekorativ, nicht resilient und sozial fragwürdig. Allenfalls dokumentierten sie die rücksichtslose Durchsetzungsfähigkeit der politischen Entscheidungsträger.

    Nachruf Landschaftsarchitektur
    5 Ein besonders überzeugendes Beispiel für die Schwammstadt Jinhua, Provinz Zhejiang; konnten Yu Kongjian und sein Team in seiner Heimatstadt realisieren, den Yanweizhou-Park. Einmal bei Niedrigwasser im Januar 2018 (Bild5) und bei Hochwasser im August 2017 (Bild 6). Foto: turenscape
    Nachruf Landschaftsarchitektur
    6 Schwammstadt Jinhua, Yanweizhou-Park bei Hochwasser im August 2017. Foto: turenscape

    Schwammstadt-Konzept

    Spätestens seit Beginn des neuen Jahrtausends erlebte China mit seinen vielen neuen und wachsenden Städten eine ganze Serie von Katastrophen in der Dimension des Ahrtals. Die Wasserentsorgung für die wachsenden Neubaugebiete war den sommerlichen extremen Niederschlagsereignissen nicht gewachsen: Überschwemmungen in der Stadt wurden zum sommerlichen Normalfall. Gleichzeitig erhitzten sich die städtischen Baukörper so sehr, dass ein Leben in der Stadt ohne Klimaanlage nicht mehr vorstellbar war.

    Einen Ausweg bildeten die einfallsreichen blau-grünen Kompositionen des Turen–Teams. Sie lieferten das Anschauungsmaterial für die Propagierung der Schwammstadt11 als Antwort auf den Klimawandel zu Hause und weltweit. Innerhalb weniger Jahre avancierte die Schwammstadt zu einem neuen Konzept der Stadtentwicklung. In China bildete endgültig das Jahr 2012 eine städtebauliche Kehrtwende: In jenem Jahr erlebte die Hauptstadt Peking ein extremes Niederschlagsereignis mit großflächigen Überflutungen und Todesopfern12. Das führte zum Kurswechsel auf nationaler Ebene. In einer Modellphase erhielten 16 Großstädte ab 2015 und weitere 14 ab 2016 Milliardenbeträge als Zuschüsse für einen blau-grünen Umbau zur Schwammstadt, inzwischen folgten weitere. Ein besonders überzeugendes Beispiel für die Schwammstadt konnten Yu und sein Team für seine Heimatstadt Jinhua realisieren, den Yanweizhou-Park.

    Auch in Chinas autoritär–zentralistischem System mit schwacher Öffentlichkeit und fehlender Unabhängigkeit der Gerichte ist die Umsetzung des Konzepts eine Herkulesaufgabe, für die Yu als charismatische Führungsgestalt jetzt fehlen wird. Doch auch trotz seines Todes wird die Schwam-mstadt nichts von ihrer Überzeugungskraft verlieren. Durch ihre Verknüpfung von sinnlicher Erfahrbarkeit /Ästhetik und Klimaanpassung mit sozialen und ökonomischen Belangen wird sie Vorbild bleiben und Anregungen liefern für die Fachgemeinde weltweit.

    Literatur

    Kongjian YU 1996: Security patterns and surface model in landscape ecological planning, in: Landscape and Urban Planning Vol.36, Issue 1, Oct.1996, P. 1–17.

    Saunders, William S. (ed.) 2012: Designed Ecologies – The Landscape Architecture of Kongjian Yu, Basel: Birkhäuser.

    Internet-Quellen unter stadtundgruen.de/q/

    Anmerkungen

    1 Yú Kǒngjiān 俞孔堅

    2 xionghuai zuguo fangyan shijie 胸怀怀祖放眼世界

    3 lao wei xinyong wai wei zhongyong 年中国水灾

    4 Patterns of ecological security

    5 Shengtai wenming 生态文明

    6 Meist spricht man nur von der 1998er-Flutkatastrophe 1998 年中国水灾

    7 Da klingeln für deutsche Leser:nnen die Alarmglocken. Aber hier fehlen die rassistischen und biologistischen Argumente der faschistischen Zivilisationskritik.

    8 Turen sheji yuan 土人设计院

    9 Art of survival

    10 Xiang qian kan 向前看 向钱看

    11 Haimian chengshi 海绵城市

    12 2012 Beijing teda baoyu 北京特大暴雨

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