DGGL Jahrbuch

Im Fluss

Bergpark Wilhelmshöhe: Wie ein Geysir steigt die Große Fontäne auf. Foto: Siegfried Hoß

Wasser in Garten und Landschaft

DGGL-Jahrbuch 2015
Verlag Georg D. W. Callwey
München
broschiert, 114 Seiten
15,00 Euro.

Wasser symbolisiert nicht nur das Leben, sondern bestimmt oft das Überleben. Woran es in den trockenen Regionen der Erde mangelt, ist bei uns manchmal im Übermaß vorhanden. Der Schrecken, den die großen Überschwemmungen der jüngsten Vergangenheit verursachten, hat ein Umdenken beschleunigt, das schon seit Jahrzehnten angemahnt wird. Wasser muss klug bewirtschaftet werden. Klug: das bedeutet, dass nicht nur Hochwasserereignisse verhindert, sondern gleichzeitig die ökologische Vielfalt und nicht zuletzt erfreuliche Anblicke für den Menschen gemehrt werden.

So lassen sich die Beiträge im aktuellen Jahrbuch der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur grob in zwei Gruppen unterteilen: eine mit ökologischem und eine mit ästhetischem Schwerpunkt, wobei sich zahlreiche Überschneidungen ergeben. Denn jede Maßnahme, die ökologischen Nutzen bringt, hat auch ein bestimmtes Aussehen. Zur Einstimmung auf das recht ernste Thema beleuchten Mareike Thies und Bettina Oppermann humorvoll das alltäglich Menschliche zum Thema Wasser.

Sibylle C. Centgraf beschäftigt sich mit der ambitionierten europäischen Wasserrahmenrichtlinie und den Widerständen bei ihrer Umsetzung. Als Positivbeispiel führen Stephan Pauleit und Johannes Kollmann die Isarrenaturierung in München an, auch wenn dort nicht alles, was naturnah aussieht, wirklich der Umweltverbesserung dient. Martina Oldengott feiert die allmähliche "Genesung" der Emscher, über deren traurige Vergangenheit Frank Uekötter neben anderen problematischen wasserwirtschaftlichen Projekten der Vergangenheit in seinem Artikel "Wasser ist Macht" berichtet.

Wasser stellt die Menschen aber nicht nur in Form des Flusses mit seiner Dynamik, sondern auch als Niederschlag vor Herausforderungen, die der Klimawandel noch verschärft. Kein intensiv besiedelter Raum kommt heute ohne Regenwassermanagement aus. Grundsätzliches dazu erläutert Klaus W. König, während Werner Steinke mögliche Strategien am Beispiel von Hamburg aufzeigt.

Die historischen Beispiele mit Schwerpunkt Ästhetik leitet Klaus-Henning von Krosigk mit einer Übersicht der berühmtesten Wasserkünste ein. Diejenigen im Bergpark Wilhelmshöhe haben sogar Weltkulturerbe-Status erreicht; warum, versteht man nach der Lektüre des Beitrags von Siegfried Hoß. Die restaurierten und ergänzten eindrucksvollen Wasseranlagen der Villa Reggia di Venaria bei Turin, die Thomas Herrgen beschreibt, dürften hingegen bei uns kaum bekannt sein. Alster und Elbe als Landschaften mit einer heute noch erlebbaren hochstehenden historischen Gartenkultur beschreiben Jens Beck und Marcus Köhler. Wie Leipzig Freiraumkultur an neu geöffneten Wasserläufen geschaffen hat, ist bei Inge Kunath nachzulesen. Eine Wasserlandschaft in Wert zu setzen war auch das Ziel der Bundesgartenschau Havelregion 2015. Über das Ergebnis Informiert Sonja von Weingraber. Bernd Modrow entführt den Leser mit seinem Text über Seebäder bis ans Meer.

Die einzigen Kritikpunkte, die sich bei der Lektüre aufdrängen, sind zum einen die starke inhaltliche Überlappung des Vorworts, der Einführung, und des allgemeinen ersten Artikels von Lutz Spandau. Das hätte durch eine bessere Abstimmung vermieden werden können. Zum anderen vermisst man an einigen Stellen, wo die Beschreibung spannender Anlagen den Leser neugierig macht, die dazugehörigen Pläne. Mit ihnen wäre das Bild vollständiger und konkreter. Doch abgesehen von solchen Kleinigkeiten ist das Jahrbuch wärmstens zu empfehlen, sowohl was den Erkenntnisgewinn als auch was den Genuss betrifft. "Ach, da müsste man unbedingt mal hinfahren", geht einem immer wieder durch den Kopf.

Dr. Marketa Haist

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 12/2015 .

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