Kommentar
Heilende Gärten
von: M. A. Mechthild KlettDass diesen vulnerablen Gruppen viel zu wenig Betreuung zukommt, registrieren wir meist nur, wenn es einen gewalttätigen Zwischenfall mit hoher medialer Aufmerksamkeit gegeben hat. Diesen Vorfällen folgen häufig rassistische Hetzkampagnen, die nicht nur erneut das Leben schon traumatisierter Migrant:innen bedrohen, sondern bei diesen auch neuerliche gesundheitliche Schäden hervorrufen. Das Gefühl ihrer Sicherheit wird unterminiert.
Wenige Projekte in Deutschland widmen sich grade diesem Heilungsweg mit Hilfe von Gärten, in denen – selbstgestaltet und selbstorganisiert – wieder eine Art Kontrolle über das eigene Leben erfahren werden kann. Eine Aufgabe, die nicht nur die Heilung, sondern auch die Integration, den Austausch mit anderen Betroffenen und Anwohner:innen ermöglicht. Ihre Arbeit sollte bekannter, ihre Teilnehmer:innen sichtbarer werden, um Leid zu mildern und um ein Ankommen in Deutschland zu verbessern oder erst zu ermöglichen.
Dass eine Initiative auch von Einzelnen Erfolg haben kann und große Resonanz findet, zeigt ein Beispiel aus Großbritannien, wo die Eltern des verstorbenen Jugendlichen Horatio eine Gartenbewegung für Menschen mit Rückenmarksverletzungen in Gang gebracht haben. Hiervon brauchen wir mehr und die Einrichtung von Gärten an Reha-Kliniken sollte standardisiert werden.
Mechthild Klett
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