Italien
Neues Klima- und Flusskonzept für Mantua
Gleichzeitig soll die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger verbessert und die wichtige Rolle Mantuas als ökologischer Korridor entlang des Flusses Mincio gestärkt werden.
Der Piano del Verde stellt eine umfassende und integrierte Maßnahme der Stadtverwaltung dar, die auf den Diskussionen des FAO-Weltforums bei städtischen Wäldern 2018 in Mantua initiiert wurden. Die Stadt soll hiermit die Rolle einer Vorreiterin in der Umweltplanung und im Management der städtischen Natur innerhalb Italiens einnehmen. Es geht also um eine langfristige Vision, die interdisziplinär ökologische, territoriale und soziale Analysen integriert.
So schlägt der Plan nicht einfach nur ein Netzwerk von Grünflächen vor, sondern definiert eine komplexe Umweltinfrastruktur, die Planungsentscheidungen maßgeblich beeinflussen und die territoriale Entwicklung steuern kann. "Der Plan sieht eine neue mögliche forma urbis vor: eine urbane Zukunft, in der Grün nicht das Gegenteil der bebauten Stadt ist, sondern die Struktur, die sie organisiert und ihre zukünftige Entwicklung leitet", erklärt Francesco Garofalo, Gründer von Openfabric.
Die insulare Identität Mantuas wurde bis ins 18. Jahrhundert von einer symbiotischen Beziehung zum Wasser geprägt, mit einem Verlauf des Paläoflussbetts des Mincio und einem Gebiet, das einst vom Lago Paiolo eingenommen wurde. Heute definiert der Piano del Verde Mantua neu als "Stadt der Zusammenflüsse" – sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinne – die in der Lage ist, bebaute und natürliche Umgebungen in Einklang zu bringen.
Das Projekt umreißt einen breiten Grüngürtel, von einer schützenden Infrastruktur für Pflanzen- und diverse Tierarten bis hin zu Instrumenten zur Klimaanpassung, etwa gegen Hochwasser und Hitzeinsel-Effekte. Der südliche Stadtrandpark – bestehend aus dem Parco Paiolo und dem Corridoio Sud – bildet den Kern dieser ökologischen Infrastruktur: ein breites Umwelt- und Landschaftssystem, das den Lago Superiore und die Vallazza wieder miteinander verbindet und so die Kontinuität und Identität des Gebiets wiederherstellt.
Zusammenhängendes Netzwerk ökologisch-landschaftlicher Flächen
- Urbane, fluviale und landwirtschaftliche Ökosysteme leiten Maßnahmen zum Schutz von Ackerland, zur Erweiterung von Feuchtgebieten und zur Erhaltung wertvoller Landschaften ein.
- Ökologische Korridore schaffen ein "grünes Gewebe" aus linearen und miteinander verwobenen Verbindungen, die Mantua durchlässiger und physisch besser vernetzt machen – durch die Aufwertung der Mincio-Flussachse, von Alleen, Landschaftsstreifen zwischen landwirtschaftlichen Betrieben und Ausgleichsflächen entlang Verkehrsinfrastrukturen.
- Grüne Straßen fungieren als Verbindungsglieder zwischen städtischen und territorialen Ebenen und definieren die Beziehungen zwischen öffentlichem und privatem Raum neu. Durch die Umwandlung alltäglicher Wege und Straßeninfrastrukturen in ökologische und soziale Korridore verbessern sie den Umweltkomfort und stärken die Vernetzung von Grünflächen innerhalb des städtischen Gefüges.
- Aufforstungsgebiete – die als vorrangige Aktionszonen identifiziert wurden – ermöglichen Initiativen in den Bereichen Forstwirtschaft, Agroforstwirtschaft und Entsiegelung, die mit den Leitlinien der FAO für die städtische Forstwirtschaft (2016) im Einklang stehen.
- Schließlich dienen Hochwasserrückhaltebecken als Wassermanagement-Infrastrukturen, die für die Reduzierung von Hochwasserspitzen und zur Bewältigung extremer Niederschlagsereignisse unerlässlich sind.
Die Struktur des Piano del Verde von Mantua gliedert sich in fünf Schlüsselkomponenten – Ökosysteme, Korridore, grüne Straßen, Aufforstungsflächen und Hochwasserrückhaltebecken –, die ein zusammenhängendes Netzwerk ökologischer und landschaftlicher Verbindungen in der Stadt und ihrer Umgebung bilden:
Mehr als die Hälfte der grünen Flächen in Prvatbesitz
Ein wichtiger Aspekt betrifft die Integration von öffentlichen und privaten Grünflächen:
Mehr als die Hälfte der Grünflächen in Mantua befinden sich in Privatbesitz. Die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger ist daher für die Verwaltung und Aufwertung dieser Räume von entscheidender Bedeutung.
Die Strategie von Openfabric fördert ein gemeinsames Governance-Modell für die städtische Natur, das ein groß angelegtes Projekt – Parks, ökologische Korridore, blaue Infrastrukturen – mit alltäglichen Maßnahmen verbindet: Bäume, Gärten, Sitzbereiche im Freien und kleine Grünflächen, die den Komfort verbessern, die Zugänglichkeit fördern und die Umweltgerechtigkeit stärken.
Der Plan stellt auch einen Dialog mit der zeitgenössischen künstlerischen Forschung her und erkennt die Kunst als Verbündeten bei der Verstärkung des symbolischen Werts und der Wahrnehmung der Landschaft an.
"Der Piano del Verde ist nicht nur ein strategisches Dokument – er ist ein operatives Instrument, das die Umsetzung seiner Vision in konkrete, kurz- und mittelfristige Maßnahmen ermöglicht und die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Akteuren fördert", fügt Garofalo hinzu.
Mit dieser Initiative bekräftigt Mantua seine Identität als sich entwickelnde Landschaftsstadt, stärkt seine Rolle als urbanes Labor für Biodiversität, grüne Infrastruktur und Wassersysteme und eröffnet neue Perspektiven für Slow Tourism, Umweltbildung und das Wohlergehen der Gemeinschaft.
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