Transformation Friedhofswesen

Jenseits der konfessionellen Bestattung - Gemüseanbau auf den Gräbern in Wien

Urban Gardening auf Gräbern - auf dem Wiener Matzleinsdorfer Friedhof ist das jetzt möglich. Foto: Hans Bernhard (Schnobby), eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Tomaten, Chilli, Kartoffeln - auf dem evangelischen Matzleinsdorfer Friedhof können Gräber zum Gemüseanbau gemietet werden. Bisher sind allerdings erst 20 der 8600 Grabflächen zu einem Gemüsegarten umgestaltet worden. Ziel ist, dass sich jemand um die nicht mehr betreuten Gräber kümmert.

Die Urban Gardening Aktion startete die Friedhofsverwaltung. Doch die Einnahmen sind übersichtlich. 75 Euro kostet die Miete für ein Jahr pro Grab und Gemüsebeet. Neben dem Gemüse soll es bald auch öffentliche Bücherverleihe geben. Die ausgeliehenen Bücher können dann gleich vor Ort gelesen werden. Auf diese Weise sei der Friedhof nicht nur ein Ort der Trauer, sondern diene auch der Erholung meint Friedhofsverwalter Walter Pois.

Die Transformation der Friedhöfe in Deutschland nimmt auch immer neue Formen an. Inzwischen ist schon die Mehrheit der Friedhöfe nicht mehr in der Hand der beiden großen konfessionellen Träger, der evangelischen und katholischen Kirche, sondern betrug im Jahr 2020 49,7 Prozent. Im Jahr 2019 waren dies noch 52,1 Prozent. Dies entspricht 489 664 Bestattungen bei insgesamt 985 572 Todesfällen, davon 253 118 evangelisch und 236 546 katholisch Bestattete. Im Jahr 2000 wurden 71,5 Prozent der Verstorbenen konfessionell bestattet. Die vorliegenden Zahlen ergeben sich aus Statistiken der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland, die von Aeternitas, der Verbraucherinitiative Bestattungskultur, ausgewertet wurden.

Am rückläufigen Anteil kirchlicher Bestattungen verdeutlicht sich der tiefgreifende Wandel, dem das Bestattungswesen in den letzten Jahrzehnten unterliegt. Traditionen und religiöse Bräuche verlieren an Bedeutung. Dies zeigt sich auch am Trend zur Feuerbestattung. Über 70 Prozent der Verstorbenen werden hierzulande mittlerweile eingeäschert, vor 30 Jahren betrug der Anteil weniger als ein Drittel.

mk

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 10/2022 .

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