Jubiläum

Festakt: 150 Jahre Baumschule Bruns

Mit einem großen Festakt feierte die Baumschule Bruns am Freitag, dem 19. Juni 2026, ihr 150-jähriges Firmenjubiläum. Am Standort in Bad Zwischenahn/Niedersachsen trafen sich rund 900 Gäste aus ganz Europa, den USA, Japan und Südafrika.
Jubiläum Baumschulen
Festredner zum 150-jährigen Jubiläum war Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies, hier eingerahmt von Jan-Dieter Bruns (l.) und Geschäftsführer Jan-Gerd Bruns (r.). Foto: Mohssen

Die grüne Branche war durch Garten- und Landschaftsunternehmen, Landschaftsarchitekten, Stadtplaner und Gartencenter-Unternehmer vertreten. Dazu kamen Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung.

Als Ehrengast hielt Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies die Festrede. Er würdigte den Stellenwert der Baumschule, die inzwischen in der 5. Generation geführt wird, in seiner Laudatio: „Seit 1876 hat sich die Baumschule Bruns über Generationen mit unternehmerischem Mut, hoher Fachkenntnis und großer Leidenschaft von einer kleinen Handelsgärtnerei zu einer führenden Baumschule Europas entwickelt.“ Diese 150-jährige Firmengeschichte sei außergewöhnlich, dazu gratuliere er sehr herzlich. Lies weiter: „Rund 350 engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, höchste Qualitätsansprüche und die Verbindung von bodenständiger Tradition mit modernster Technik machen die Baumschule Bruns zu einem verlässlichen Partner für bedeutende Projekte weltweit, von der Autostadt Wolfsburg zu den Pariser Champs Elysées. Gleichzeitig ist die Baumschule im wahrsten Wortsinn tief in der Region verwurzelt und über das Unternehmen hinaus engagiert.“

Von der kleinen Handelsgärtnerei mit Rhododendren, Ziersträuchern und Nadelgehölzen, mit der der Gründer Dietrich-Gerhard Bruns 1876 startete, entwickelte sich die Firma stetig weiter. Sohn Johann erweiterte den Betrieb und bereits 1913 erschien der erste bebilderte Katalog.

Nach dem 1. Weltkrieg stand die Anzucht von Rhododendren im Fokus, die für Bruns mit 20.000 Veredelungen bald zum Markenzeichen wurden. 1929 zählte Bruns mit 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bereits zu den größten Versandbetrieben Deutschlands. Die Söhne Erich und Wilhelm, beide gelernte Baumschuler, stiegen als dritte Generation mit ein. Nach Ende des 2. Weltkrieges wurde die Baumschule mit großer Energie weiterentwickelt. Das Sortiment wurde mit vielen neuen Ziergehölzen und einem breiten Sortiment von Laub- und Nadelgehölzen umfassend ergänzt.

Ab den 1970er Jahren begann das Exportgeschäft. Mitte der 1980er Jahre belieferte die Baumschule Bruns bereits alle europäischen Länder und war in den 1990er Jahren mit rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern tätig. Heute sind es sogar 350 Mitarbeitende.

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Zum Festakt in Bad Zwischenahn kamen rund 900 internationale Gäste. Foto: Mohssen

Als persönliches Hobby begann Wilhem Bruns in den 50er Jahren mit der Züchtung von eigenen Rhododendron-Neuheiten, seiner großen Leidenschaft, für die viele Taufpaten wie beispielsweise Richard von Weizsäcker oder Frank-Walter Steinmeier gefunden wurden.

Ab 1977 führte Sohn Jan-Dieter Bruns, nach profunder Ausbildung im In- und Ausland und einem Gartenbaustudium, den Betrieb. Neben öffentlichen Auftraggebern belieferte Bruns Garten- und Landschaftsbaufirmen, Gartencenter sowie auch große Industrieunternehmen. „So entwickelte sich eine besondere Dynamik“, so Bruns.

Ab 1990, wo auch in der Baumschulbranche ein größerer Wirtschaftsdruck entstand, wurde die eigene Vermehrung eingestellt und die Aufschulware von guten Zulieferbetrieben zugekauft. Aus zehn Betriebseinheiten wurden vier große. Hinzu kamen ein moderner Maschinenpark, ein ausgefeiltes Controlling und eine moderne EDV.

Durch die große Aktivität im Ausland liegt der Exportanteil heute bei etwa 40 Prozent. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurden darüber hinaus neue Absatzmärkte in Osteuropa erschlossen.

Seit einigen Jahren teilt der grüne Netzwerker seine vielen Kontakte mit dem ältesten Sohn Jan-Gerd, der seit Juli 2025 gemeinsam mit Christoph Kluska in der Geschäftsführung tätig ist. Die Leidenschaft für Pflanzen ist damit auch in der fünften Generation gesichert.

Gemeinsam widmen sie sich seit Jahren unter anderem den wichtigen Themen Nachhaltigkeit und Klimawandel. „Unsere hochwertigen Pflanzen werden längst unter ökologischen, umweltbewussten und nachhaltigen Aspekten produziert“, so Jan-Gerd Bruns. Zudem gibt es bei Bruns auch ein breites Sortiment der sogenannten „Zukunftsbäume“. Diese kommen durch ihre Eigenschaften gut mit den sich verändernden klimatischen Bedingungen zurecht. Beispiele hierfür sind unter anderem Hopfenbuche, Eisenhutbaum, Zerreiche, Feldahorn oder der Lederhülsenbaum.

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