Kommentar

Klimawandel – die Zeit drängt

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Es scheint, als gäbe es kein anderes Thema mehr. Der Klimawandel ist aus der Ecke der mahnenden und lange ungehörten Wissenschaft in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Wer hofft, dass sich die fridays for future Aktivistinnen und Aktivisten müde demonstrieren und wieder brav die Schulbank drücken, wird sich wohl eines Besseren belehren lassen müssen.

Keine politische Protestbewegung der letzten Jahre und Jahrzehnte ist so wirkmächtig. Und so kommt auch keine der etablierten und ernst zu nehmenden Parteien am Klimawandel noch vorbei, auch wenn konkrete politische Lösungsvorschläge (noch) Fehlanzeige sind. Die Zeit drängt. Die Bewältigung der Klimakrise ist die Hauptaufgabe des 21. Jahrhunderts. Sie wird jeden Einzelnen betreffen und sie wird nur mit einem grundlegenden Hinterfragen unseres Lebensstils einhergehen, verlagern wir doch momentan noch die Folgen unseres klimaschädlichen Lebens in andere Teilen der Erde.

Was hat das mit städtischem Grün zu tun? Ein Grad Temperaturanstieg bei den Durchschnittstemperaturen klingt wenig und ist doch viel. Sommerliche Hitze, die in den Städten zur Belastungsprobe wird, Dürreperioden, extreme Wetterereignisse und Stadtbäume, die den Belastungen immer weniger gewachsen sind, treffen uns schon heute. Für die Grünflächenämter ist der Klimawandel deshalb auch kein grundlegend neues Phänomen. Mit den benannten Themen muss bereits heute ein Umgang gefunden werden. Damit das Leben in den Städten erträglich bleibt, braucht es aber mehr. Die Stadt in Zeiten der Klimaanpassung ist eine grüne Stadt mit vernetzten, resilienten und anpassungsfähigen Grünstrukturen. Es geht um Maßnahmen zur Verbesserung und Ausweitung von Grünstrukturen, zur Vernetzung von grünen und blauen Infrastrukturen, für mehr Wasser in der Stadt, für Entsiegelung, begrünte Fassaden, dezentrale Entwässerungsstrukturen, Verschattung durch Bäume und vieles mehr. Hierfür braucht es gut aufgestellte, konzeptionell agierende Grünflächenämter, die der Politik Wege aufzeigen. Dr. Katrin Korth

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 08/2019 .

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