Kommentar

Klimawandel und Bäume

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Dr. Joachim Bauer, stellvertretender Amtsleiter, Amt für Landschaftspflege und Grünflächen in Köln. Foto: Mechthild Klett

Die Sommermonate der letzten beiden Jahre haben uns die Folgen des Klimawandels deutlich vor Augen geführt. In den Mittelgebirgen sind mittlerweile riesige Forstflächen monostrukturierter Fichtenbestände zusammengebrochen und auch die heimische Rotbuche fällt dort, wo sie die Reifephase erreicht hat, großflächig durch Schwächung und anschließender Komplexkrankheit aus. Es zeigt sich aber auch, dass es Gehölze gibt, die gut mit dieser Situation zurechtgekommen sind und vor allem, dass Gehölzbestände, die ein größeres Artenspektrum aufweisen, grundsätzlich stabiler sind.

Das Ziel muss deshalb eine klare Abkehr von Monostrukturen und der schrittweise Aufbau stabiler und artenreicher Bestände sein. Nur so können unsere Gehölzbestände gegen die vielen verschiedenen und teilweise jetzt noch nicht bekannten Schadorganismen und den anderen Folgen des Klimawandels gewappnet sein. Schon jetzt müssen sich die kommunalen Grünflächenämter mit Schadorganismen und den daraus resultierenden Folgen auseinandersetzen, die es vor einigen Jahren nur vereinzelt oder überhaupt nicht gegeben hat. Der Aufbau stabiler und artenreicher Gehölzbestände kann jedoch nur erreicht werden, wenn die richtige Baumart an dem für sie optimalen Standort gepflanzt wird. Viele der bisher im Straßenraum verwendeten Baumarten sind nicht ausreichend genug an die sich abzeichnenden Klimaveränderungen, einhergehend mit zunehmender Trockenheit, höherer Strahlungsintensität und veränderter Niederschlagsverteilung, angepasst. Andere, bislang nur wenig verwendete oder in unseren Breiten nicht heimische Baumarten sind im Hinblick auf diese Veränderungen besser geeignet und sollten deshalb in Zukunft auch in stärkerem Maße im Straßenraum zum Einsatz kommen. Die GALK-Straßenbaumliste kann hierbei als praxisbezogene Entscheidungsgrundlage dienen.

Neben der Auswahl der geeigneten Baumart muss aber auch der Standort selbst verstärkt in das Blickfeld der kommunalen Entscheider und der Landschaftsplaner rücken. Hier gilt es, konsequent die allgemeinen Technischen Vorgaben für Baumpflanzungen anzuwenden.

Dr. Joachim Bauer

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 06/2020 .

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