Kommentar

Rewilding: naturbasierter Stadtumbau

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Die Notwendigkeit zur Klimaanpassung, zum Klimaschutz und der Schutz unserer natürlichen Ressourcen, vor allem Boden und Wasser, sind unbestritten. Seien es Hitze, Dürre, Starkregen oder Hochwasser, all dies lässt sich mit unseren technischen Verfahren und Methoden nicht mehr regulieren und in keinem Fall lösen.

Künftig müssen daher naturbasierte Lösungen als zentraler Lösungsansatz zur Stadtentwicklung genutzt werden. Diese naturbasierten Lösungen nehmen sich Ökosysteme, deren vielfältige Abläufe und Verknüpfungen sowie Wirkungszusammenhänge zum Vorbild. Zu erreichen ist dieser Ansatz allerdings nur mit einem anhaltenden und grundlegenden Stadtumbau.

Im angelsächsischen beschreibt der Begriff "rewilding" diese Aufgabe sowohl treffend als auch umfassend und macht deutlich, es bedarf neuer Ansätze. Planerische Konzepte, welche die naturräumlichen Gegebenheiten, lokale Besonderheiten und jeweilige Eigenarten aufnehmen, sind hierfür Grundlage. Verfolgen wir also den Ansatz künftig verstärkt, verändern unsere Städte folgerichtig ihr Gesicht. Naturbasierte Lösungen, die zunächst unter Einbeziehung der vorhandenen grün-blauen Infrastruktur umgesetzt werden, sind Vorreiter und Wegbereiter des so dringend erforderlichen Stadt- und Landschaftsumbaus.

Den Kommunen kommt hierbei eine Schlüsselrolle zu. Gelingen kann dieser Ansatz allerdings nur mit einer Unterstützung der Bevölkerung vor Ort. Hierfür sind attraktive Bilder für eine lebenswerte Stadt, die Natur als zentralen Bestandteil versteht, genauso unverzichtbar wie ein besseres Verständnis für das vielfältige, manchmal undurchdringlich erscheinende Wirkungsgeflecht der Natur.

Die wesentlichen Fragen sind dabei allerdings: Wie kann der Ansatz der naturbasierten Lösungen verstärkt umgesetzt werden, wie können dauerhaft ästhetisch ansprechende Bilder in unseren Städten entstehen und wie schaffen wir bei unserer Stadtbevölkerung Akzeptanz und Unterstützung für diesen Ansatz. Die Antworten hierauf sind zugleich leicht und erscheinen doch fast unlösbar. Wir benötigen Fachleute, die weitgehend naturnahe Strukturen in unseren Städten sowohl planen, bauen und bewirtschaften, als auch deren Systeme und Wirkweisen erklären und vermitteln können.

Rüdiger Dittmar

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Dipl.-Ing. Rüdiger Dittmar
Autor

Leiter Amt für Stadtgrün und Gewässer, Leipzig und Vizepräsident der GALK

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