Kommentar

Gartendenkmalpflege braucht Ressourcen

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Angesichts vieler drängender struktureller und finanzieller Probleme kann durchaus die Frage aufkommen, inwieweit die Gesellschaft mit der Erhaltung unzähliger historischer Gärten überfordert ist. Ebenso mit dem Vorhalten zahlreicher Planstellen bei Denkmalbehörden und Stiftungen oder an den Hochschulen.

Allerdings wird mittlerweile allgemein anerkannt, dass historische Freiräume in ihren vielfältigen Erscheinungsformen schützenswerte und oft unersetzliche Kulturgüter sind. Neben den sicherlich dominierenden ehemaligen Schlossparks sind dies unter anderem Stadtparks, Promenaden, Sport- oder Klinikareale, Friedhöfe, Villengärten, Sommerbäder und das Siedlungsgrün des 20. Jahrhunderts.

Wichtig ist es auch zu begreifen, dass sie nicht nur als historische Zeitzeugen sachgerecht erhalten und entwickelt werden müssen, sondern auch eine bedeutende Rolle in unserer heutigen Lebenswelt spielen, vor allem als dominierender Teil der grünen Infrastruktur von Städten und Regionen. Denn unser heutiges Stadtgrün ist großenteils bereits im 19. Jahrhundert entstanden, oft schon in der Absicht, grüne Erholungsräume zu vernetzen und weitreichende Perspektiven für ihre stetige Erweiterung zu entwickeln.

Das stellt hohe Anforderungen an ein gartendenkmalpflegerisches Handeln, das die Vielzahl der schützenswerten Objekte im Blick behält, seriöse Konzepte zu ihrer Erhaltung und Sanierung entwickelt und zudem die Bedeutung dieses Handelns gesellschaftlich vermittelt. Vermittlungsbedarf gibt es immer wieder auch zwischen berechtigten Interessen des Natur- und des Denkmalschutzes.

Aktuell macht nicht zuletzt der Klimawandel den Wert des gartenkulturellen Erbes und damit der Gartendenkmalpflege spürbar. Denn einerseits verdanken die Städte einen hohen Anteil ihrer Altbaumbestände alten Schlossgärten, Villenquartieren, Stadtparks und Promenaden. Andererseits entstehen derzeit hohe Gefährdungen alter Parkareale durch Trockenheit, Stürme und Starkregenereignisse.

Es sind also vielfältige Aspekte, welche die Gartendenkmalpflege zu einem wichtigen Arbeitsfeld der Landschaftsarchitektur werden lassen. Leider spiegelt sich das viel zu wenig in den Stellenprofilen und Curricula der einschlägigen Fachbereiche wider. Eine Erweiterung professoraler Kompetenzen in diesem Sinne ist dringend geboten, Streichungen wären hingegen völlig widersinnig.

Johannes Schwarzkopf

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Prof. Dr.-Ing. Johannes Schwarzkopf
Autor

Professor für „Gartendenkmalpflege und Freiraumplanung“

Fachhochschule Erfurt

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